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Untwerwegs in die Antike .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Psychology
Document category
Miscellaneous
University, School
Berlin
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Sinnesreise

Mache es Dir gemütlich, atme noch einmal tief durch und schließe Deine Augen. Achte dar­auf, dass Du ganz entspannt sitzen kannst, denn Du wirst Dich nun auf eine sehr, sehr lange Reise begeben.

Du spürst, wie Dein Körper langsam ganz leicht wird. Du fühlst, wie er sich langsam von Deinem Stuhl löst und Du zu schweben beginnst. Du schwebst an den anderen Tischen vor­bei zur Türe hinaus.

Der Gang ist menschenleer, so dass Du ohne ihm weitere Beachtung zu schenken zur Schule hinaus fliegst. Dein Blick richtet sich streng nach oben. Beim Durch­dringen der Wolkendecke wird Dir kurz etwas kühl, doch die wärmenden Strahlen der Son­ne entschädigen sogleich wieder dafür.

So fliegst Du eine gefühlte Ewigkeit über den Wolken. Langsam merkst Du, wie die Flug­höhe sinkt. Abermals durchdringst Du die Wolkendecke. Endlich kannst Du unter Dir, wenngleich zunächst nur sehr schemenhaft, das Land entdecken.

Als Du näher an den Boden kommst, siehst Du, dass es ein sehr ödes Land sein muss. Links von Dir ist nichts als Wüste, so weit Dein Auge reicht. Und rechts von Dir sieht es kein bisschen besser aus.

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Schon nach kurzem nimmst Du ein immer lauteres Klopfen war. Du siehst noch genauer hin und siehst, wie hunderte von Menschen große Steine aus den Felsen hauen. Sie sind kaum bekleidet, vor allem nicht, wenn man bedenkt, was sie für eine gefährliche Arbeit verrichten müssen. Du hörst, wie sie mit Beschimpfungen und Peitschenhieben angetrieben werden, nur nicht zu trödeln.

Nein, Spaß kann das wirklich nicht machen und freiwillig arbeiten die hier wohl auch kaum.

Wofür sie wohl die ganzen Steine brauchen? Während Du gerade noch darüber nachdenkst, siehst Du schon unglaublich große Tempelanlagen auf Dich zukommen. Sie scheinen nicht alle demselben Gott gewidmet zu sein.

Vielmehr scheint es, als ob es hier hunderte, viel­leicht sogar tausende von Göttern gäbe. Du siehst Prunkvolle Säulen und große Hallen, Sta­tuen und Altare, vor denen jede Menge Opfer erbracht werden. Manche davon scheinen sehr blutig zu sein. Während es Dir noch eiskalt den Rücken herunter läuft, ziehst Du auch schon weiter.

Bald schon erreichst Du eine große Stadt. Du entscheidest Dich, auf dem großen Platz in Ih­rer Mitte eine kurze Rast zu machen. Doch das wilde Treiben lässt Dich kaum zur Ruhe kommen. Du siehst Priester, die lautstark beten und Werbung für Ihre Götter machen.

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Du schleichst Dich von hinten an einen die­ser Schreiber an und blickst ihm über die Schulter. Doch leider verstehst Du kein Wort von dem, was er da auf seine Rolle gepinselt hat. Irgendwie scheint er viele kleine Bilder zu ma­len, anstatt Buchstaben zu verwenden.

Ein bisschen enttäuscht fliegst Du weiter den großen Fluss entlang. Du beobachtest die Bau­ern, wie sie ihre Felder, die alle irgendwie an das Wasser angrenzen, pflügen und Getreide aussäen. Ein Stück flussabwärts siehst Du, wie zwei Bauern gerade Gräben durch ihre Fel­der ziehen, in die sie das Wasser aus dem Fluss lenken.

Nach getaner Arbeit setzt Du Dich zu ihnen an den Tisch und darfst mit ihnen in Stück Brot essen. Leider wollen sie Dir nichts von ihrem Trinken abgeben. Irgendwie roch es aber auch ein bisschen zu sehr nach Bier.

Noch immer durstig brichst Du wieder auf. In der Ferne kannst Du schon das Meer sehen. Doch was sich davor vor Deinen Augen auftut, ist noch viel spektakulärer. Riesige Bauten aus Stein, die meisten davor streng pyramidenförmig, fast wie im Mathebuch.

Nur eines die­ser Steinungetüme fällt ein wenig aus dem Rahmen. Es zeigt eine wunderschöne Frau. Aber Du wirst das Gefühl nicht los, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt. Und tatsächlich, beim zweiten Hinsehen entdeckst Du, dass ihr die Nase fehlt. Gerne würdest Du Dir diese Pyra­miden noch genauer ansehen, aber Du erinnerst Dich daran, dass sie verflucht sein sollen.

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Während Du Dir noch ausmalst, wie es wäre, durch die vielen geheimen Gänge in einer der Pyramiden zu schleichen, hast Du plötzlich schon das Meer erreicht. Du fliegst wieder in die Höhe und gleitest über das Mittelmeer, den italienischen Stiefel und die Alpen, bis Du unter Dir das Schloss Hellenstein siehst.

Du bereitest Dich auf den Landeanflug vor und schlüpfst unbemerkt durch die Türe Deines Klassenzimmers. Du spürst, wie Du wieder auf Deinem Stuhl sitzt. Langsam hebst Du den Kopf. Du öffnest vorsichtig die Augen und streckst Dich richtig aus, um die Schrecken Deiner Reise mitsamt all Deiner Müdigkeit aus Deinen Knochen zu schütteln.

Du hörst die Stimme Deines Lehrers und blickst nach vorne.


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