Wenn Kindern das Verständnis für die
Notwendigkeit bestimmter Themen, zum Beispiel der Differentialrechnung, fehlt,
dann ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ihre Unlust zum Ausdruck
bringen. Daran lässt sich auch erkennen, wie wichtig die richtige Themenwahl
für die jeweiligen Intentionen des Lehrers sind (S. 29). Um das Interesse der
Kinder zu wecken, muss man Themen auswählen, die Kinder bewegen und die sich
mit ihren Erfahrungen decken.
Sie sind Werkzeuge für das
rüberbringen von Intentionen und Themen (S. 30). Es gibt eine Vielzahl von
Methodenkonzeptionen und man muss das richtige Konzept auf die jeweilige
Situation anpassen. Im Sportunterricht setzt sich die Meinung durch, dass man
neue Bewegungen zunächst ganzheitlich versucht beizubringen. Wenn Schüler
darauf gut ansprechen, können sie eine Grobform ohne großen Zeitaufwand
erlernen. Man muss jedoch in der Lage sein, die Methoden variieren zu können.
Es kann vorkommen, dass man im Einzelfall auf eine Teillernmethode
zurückgreifen muss.
Die Methode ist natürlich wieder von
Intention und Thema abhängig (S. 31). Ein Projektverfahren beim Vokabellernen
wird sich als schwierig darstellen, während sich Umweltthemen sehr gut über
Projekte erarbeiten lassen.
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Bei der Planung des Unterrichts geht
der Lehrer den Umgekehrten Weg als bei der Analyse. Er übernimmt Erkenntnisse
aus der Analyse und versucht anthropologische und sozial-kulturelle
Voraussetzungen für die nächste Unterrichtseinheit zu berücksichtigen (S. 43).
Der Lehrer versucht den
Unterrichtsverlauf zu antizipieren. Es sollte jedoch nicht sein, dass man sich
im Unterricht an der Planung festklammert und die Mitgestaltung der Kinder
unterbindet. Es ist eine der größten Leistungen des Lehrers, die Schüler in den
Unterricht mit einzubeziehen, ohne jedoch das eigentliche Unterrichtsziel aus
den Augen zu verlieren.
Bei der Strukturplanung des
Unterrichts berücksichtigt man dieselben Entscheidungsmomente, als bei der
Strukturanalyse. Zusätzlich zu Intention, Thema, Methodik und Medien muss man
sich noch Gedanken über die Weiterführung des Unterrichts machen. Wolfgang
Schulz empfiehlt daher, die Planung mehrer Unterrichtseinheiten im Voraus unter
Beachtung der Jahresplanung (S. 46).
Wolfgang Schulz präsentiert drei
allgemeine Prinzipien der Unterrichtsplanung. Das Prinzip der Interdependenz
sagt aus, dass die Entscheidungsmomente untereinander wechselwirken und nur im
Kontext zu betrachten sind (S. 45).
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Das Dritte ist das Prinzip der
Kontrollierbarkeit (S. 45). Es besagt, dass man den Unterrichtsverlauf mit der
Planung vergleicht und sich Gedanken zu Übereinstimmungen und Abweichungen
macht um sie bei der nächsten Planung zu berücksichtigen.
Fazit
Man muss sich als Lehrer bewusst
werden, dass die Arbeit mit Kindern nur bedingt geplant werden kann. Dennoch
ist eine Planung äußerst wichtig, vor allem um seinen Unterricht analysieren zu
können und einen Vergleich zwischen Planung und Durchführung zu ermöglichen.
Durch die kritische Auseinandersetzung
mit dem eigenen Unterricht kann man Lehren für die Zukunft ziehen und einen
erfolgreichen Unterricht entwickeln. Man sollte dabei nie vergessen, dass jede Klasse
und jeder Schüler andere Voraussetzungen mitbringt und daher eine von früher
oder anderen übernommene Planung unbedingt angepasst werden muss.
Heimann,
P., Otto, G., Schulz, W. (Hg). (1972). Unterricht – Analyse und Planung.
(6. Auflage, S. 7 - 48) Hannover, Berlin, Darmstadt, Dortmund: Hermann
Schroedel Verlag KG,
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