Ulrich von Liechtenstein
„Mit Macht ist er zurückgekehrt ..“
(Lied 39, Frauendienst)
Inhaltsverzeichnis
1.
Ulrich von Liechtenstein .. Seite 3-4
2.
Der Frauendienst ... Seite 4-7
3.
Zweiter Dienst ... Seite 7-8
4.
Lied 39 .. Seite 8-12
5.
Literaturverzeichnis ... Seite 13
Einleitung
In der folgenden
Arbeit beschäftige ich mich mit dem Autor Ulrich von Liechtenstein und behandle
im Besonderen das Lied Nr. 39 aus dem zweiten Dienst seines Werkes „Der
Frauendienst“. Ich möchte einen Einblick in das Leben und Schaffen von Ulrich
geben und auf den „Frauendienst“, im Speziellen den zweiten Teil des Buches,
kurz eingehen. Außerdem befasse ich mich mit dem bereits erwähnten Lied und
versuche mich an einer Analyse.
1. Ulrich von Liechtenstein
Ulrich von Liechtenstein
lebte von ca. 1200/1210 bis zum 26.1.1275 und verfasste den ersten Ich-Roman in
deutscher Sprache, den er selbst am Schluss mit „Frauendienst“ betitelte.
Ulrich war einer der prominentesten Ministerialen seiner Zeit. Seine
Selbststilisierung und Selbstinszenierung als Minnesänger und Minneritter führte
die Forschung bis in unser Jahrhundert dazu, den Roman als Autobiographie zu
interpretieren. Dabei spielt das durch 94 Urkunden belegte historische Leben
des Autors im Roman gar keine Rolle.
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Ulrichs
Lebenszeit ist für mittelalterliche Verhältnisse ungewöhnlich lange. Sie
erstreckt sich über die Regierungszeiten der Herzöge Leopold VI. und Friedrich
II. Dann folgte die Regentschaft Ottokars von Böhmen bis 1273 Rudolf von
Habsburg zum deutschen König gewählt wurde.
Seine politische Tätigkeit ist aus den erhaltenen Urkunden, die vom
17.11.1227 bis zum 27.7.1274 reichen, gut ablesbar. Seine Funktionen reichen
vom Aussteller, Vertragspartner, Bürgen, Zeugen, Siegler und Schiedsrichter bis
zum Vermittler im Auftrag des Landesherrn sowohl im Herzogtum Steiermark als
auch in Österreich, in Kärnten und in Krain. Er hatte bedeutende Hofämter der
jeweiligen Landesherrn inne [..]. Als Landrichter war er der Vertreter des
Landesherrn bei Gerichtsverhandlungen und Landtaidingen. So können wir sagen,
dass er weit über sein Territorium hinaus mit den Prominenten seiner Zeit in
regem Kontakt stand und auch deren Höfe kannte, das heißt auch die Kultur,
Dichtungen und Musik der Zeit.
Die im
Frauendienst erwähnten Fahrten (Venusfahrt, Artusfahrt, Turnier zu Friesach)
sind historisch nicht nachweisbar. Nur zwei erwähnte Daten können fixiert
werden: die für 1222 belegte Hochzeit der Tochter Herzog Leopolds (Ulrichs
Ritterschlag) und den Tod Herzog Friedrichs II. am 15. Juni 1246.
2. Der Frauendienst
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gesprochenen Vortrag oder zur Lektüre verfasst und deshalb nicht in Strophen,
sondern in Reimpaarversen gedichtet. Die Gattung hatte ihre Blütezeit erst im
14. und 15. Jahrhundert. Im „Frauendienst“ werden diese Texte „Büchlein“
genannt. Die Minnelieder und der Leich Ulrichs sind in der Manessischen
Handschrift überliefert, wo sie eines der größten Autorkorpora darstellen.
„Dort finden wir
die Miniatur, wie Ulrich/Venus in Mestre auf dem Pferd aus dem Meer steigt.
Also war der Romaninhalt sogar noch dem Maler und dem Auftraggeber zu Beginn
des 14. Jahrhunderts bekannt.“
Die Manessische
oder Große Heidelberger Liederhandschrift ist die umfassendste Sammlung
deutschsprachiger Liedkunst zwischen der zweiten Hälfte des 12. und der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der großformatige Pergamentcodex enthält keinen
ausdrücklichen Hinweis auf Auftraggeber, Schreiber, Illustratoren, Zeit und Ort
der Entstehung, genauso wenig auf spätere Benutzer und Besitzer. Die Texte
beanspruchen rund zwei Drittel der Seiten, es gibt 138 Bilder und etwa ein
Sechstel der Seiten ist für Nachträge freigelassen. Es lassen sich Änderungen
formaler Art durch die Autoren feststellen. In Bezug auf Ulrich von
Liechtensteins Liedern bedeutet das, dass alle „Geleite“ weggelassen wurden.
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Von nun an führt
er ein Frauenritter-Leben. Er dichtet und singt für seine Dame Minnelieder und
lässt ihr diese auch durch einen Boten zukommen. Doch Ulrich stößt auf
Ablehnung.
Trotz der
abweisenden Haltung der Dame setzt er seinen Dienst fort, bis sie eine Untat
verübt, die für den Erzähler so schrecklich ist, dass er nicht aussprechen
möchte, worum es sich handelt. Aufgrund des Fehlverhaltens der Dame kündigt
Ulrich ihr den Dienst auf und begründet dies mit der Erkenntnis, dass ein Mann
nicht weise ist, wenn er zu lange einer Frau dient, die ihn nicht belohnt.
„Eine wichtige
Eigenschaft dieses Erzählrahmens besteht in der narrativen Konkretisierung
konventioneller Minnesangmotive. Solche Motive sind beispielsweise der Dienst
von Kindheit an und das Verstummen beim Anblick der Dame.“
Die Erzählung behandelt
den Minnedienst aber auch noch auf eine zweite Weise, nämlich in Bezug auf den
ritterlichen Kampf. Der Ritterkampf stellt die eigentliche Hauptbeschäftigung
Ulrichs dar und nimmt mit der Behandlung des Friesacher Turniers und der Venusfahrt
viel Raum in der Erzählung ein.
Im ersten Teil
scheint es, als wolle der Autor das Frauendienstmodell der Minnesangtradition
ins Lächerliche zu ziehen (z.B. durch burleske Handlungszüge und abstrakte
Motive).
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Dokument literarischen Bewusstseins.
Bei den Angaben
zur Liedproduktion ist bemerkenswert, dass sich Ulrich als illiterat darstellt:
Er sagt, dass er ohne seinen Schreiber Texte weder lesen noch aufzeichnen kann,
ob dies der Wahrheit entsprach, ist allerdings schwer zu entscheiden.
Der gängige
Ausdruck für die Liedproduktion im „Frauendiensts“ ist tihten.
Im ersten Dienst
Ulrichs, der unglücklich verläuft, werden die Minnesangsmotive auf
parodistische Weise konkretisiert. Gäbe es nur diesen ersten Teil, würde der
Autor das Frauendienst-Ideal lächerlich machen und der Minnesang wäre als
sinnloses Unterfangen dargestellt. Auf der anderen Seite steht jedoch der
zweite Dienst, der das Ideal hoch hält und feiert. Der Unterschied zwischen den
beiden Dienstverhältnissen lässt sich demnach auf dem Verhalten der beiden
Damen festmachen: Die erste lehnt die Werbung von Anfang an ab und schwankt
später zwischen Ermutigung und Abweisung. Die zweite Dame reagiert auf den
Frauendienst dagegen von Anfang an erfreulich.
Das Darstellen
von richtigem Verhalten im Minnesang verleiht dem Gesamttext eine lehrhafte
Tendenz. In einigen Liedern gegen Ende erteilt der Sänger höfischen Frauen und
Männern explizite Handlungsanweisungen.
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