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Über die Konzeption des Eisenbahn-Freilichtmuseums am historischen Bahnhof Vienenburg .doc

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Über die Konzeption des Eisenbahn-Freilichtmuseums

am historischen Bahnhof Vienenburg

von Joachim Fricke

Vorgeschichte:

Seit Anfang der 1990er Jahre bemühten sich die aktiven Mitglieder des Vereins zur Förderung des Eisenbahnmuseums Vienenburg e.V. (VEV) um die Gestaltung des Museumsfreigeländes am historischen Bahnhof Vienenburg. Ziel war es, unter Nutzung der erhaltenen Reste der Bahnsteige im südlichen Bereich des Bahnhofs, eine Gleisanlage aufzubauen, die einen bescheidenen Fahrbetrieb zu besonderen Anlässen ermöglichen sollte.

Im Zuge der geplanten Wiederinbetriebnahme der Museumsdampflok 52 360 wurden diese Aktivitäten erheblich ausgeweitet, so daß die Obere Denkmalschutzbehörde, Bezirksregierung Braunschweig, die Konzeption des Freigeländes, insbesondere in Bezug auf den Paragraphen 8 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes "Anlagen in der Umgebung von Baudenkmalen", prüfte.

Hierbei stellte der VEV sein, im Folgenden wiedergegebenes, Konzept vor.

Die Darstellung:

Zum Wesen der Eisenbahn gehört die Bewegung. So war es von Anfang an das Ziel der aktiven Mitglieder des VEV im Freigelände ein "Museum zum Anfassen" zu schaffen. Zum Erreichen der größtmöglichen taktilen Nähe und damit der beeindruckendsten Darstellung ist eben nur eine lebendige Eisenbahn in der Lage.

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Mitfahrten auf den Führerständen der Dampflok und Dieselkleinlok gewähren darüber hinaus einen einmaligen Einblick in die damaligen Techniken.

Als Darstellungszeitraum wurde ca. 1955 – 1965 gewählt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die übernommenen Anlagen (Bahnsteige) noch in Betrieb.

Folgende Fragen sollen dem Besucher beantwortet werden:

Ø  Wie hat die Eisenbahn im gewählten Zeitrahmen ausgesehen

Ø  Welche Fahrzeuge waren damals im Einsatz

Ø  Welcher Techniken bediente sich die Eisenbahn

Ø  Wie waren die Arbeitsbedingungen bei der Eisenbahn.

Deutlich abheben soll sich die Art der Darstellung im Vienenburger Freilichtmuseum von den reichlich in Deutschland vorhandenen Museumszügen, die mit ihren historischen Fahrzeugen auf den modernen Anlagen der Deutschen Bahn verkehren. Eine ganzheitliche Darstellung der früheren Eisenbahn ist bei ihnen gar nicht möglich.

Hier wird mehr aus rein kommerziellen Überlegungen eine Beförderung der Fahrgäste in z.T. geschichtlich nicht stimmigen Zugeinheiten zu einem touristischen Ziel durchgeführt.

Die Restauration:

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Außerdem befanden sich viele Exponate nicht mehr im letzten Betriebszustand, sondern waren vielfach zweckfremd genutzt wurden. So wurde beschlossen die Restaurationen nach den Prinzipien der Eisenbahnwerkstätten vorzunehmen. D.h. nur durch Korrosion oder mechanische Beschädigungen zerstörte Teile werden ausgetauscht.

Die Anlage:

Übernommen wurden in das Konzept die Reste der ehemaligen Bahnsteiganlage auf der Südseite des historischen Empfangsgebäudes. Weiterhin waren schon vor der Aufstellung des Konzeptes einige Exponate durch die Stadt Vienenburg aufgestellt wurden.

Hierzu gehört auch eine Reihe Säulen, die früher eine Bahnsteigüberdachung trugen. Dies ist insofern kritisch zu betrachten, da der Bahnhof Vienenburg nie eine Bahnsteigüberdachung aufwies.

Bei der Planung der Gleisanlage wurde versucht, den ursprünglichen, dreigleisigen Zustand wieder herzustellen. Da die frühere Gleisanlage am östlichen Ende der Bahnsteige in die heute noch von der Deutschen Bahn betriebenen, Gleise einschwenkte, war es hier erforderlich, die Museumsgleisanlage parallel zu den DB-Gleisen zu führen. Insgesamt wurde eine Streckenlänge von 200m erreicht.

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So weisen die Bahnsteiggleise im Freilichtmuseum einen preußischen Oberbau mit der Gleisform 8 auf Holzschwellen auf. Auf den Abstellgleisen wurde teilweise die ältere preußische Gleisform 6 auf Holz- bzw. Stahlschwellen (Bauart Köln-Minden von 1878) verwendet. Im Bereich des Gleises 3 bzw. der Weichen findet ein Reichsbahnoberbau der Bauart K mit der Schienenform S49 auf Holz- bzw.

Stahlschwellen Verwendung. Der östliche Abschnitt der Gleisanlage wurde dann mit einem Betonschwellenoberbau der frühen 1950er Jahre versehen.

Die seinerzeit üblichen, für die Wartung der Gleisanlagen zuständigen, Bahnmeistereien verfügten oft über eine Reihe alter Waggonaufbauten, in denen Werkzeuge und Oberbaumaterialien aufbewahrt wurden sowie über einen Lagerplatz für Schwellen und Gleismaterial. Auch im Freilichtmuseum wird ein solcher Bereich am südlichen Rand des Geländes aufgebaut.

Die, bei Veranstaltungen im Museum eingesetzten Draisinen (Handhebel- bzw. Motordraisine) waren die damals üblichen Kleinfahrzeuge für die Kontrolle der Gleisanlage und kleinere Reparaturen.

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Diese Sonderform war bis etwa 1965 in Gebrauch. Weitere Signale (Vorsignale, Gleissperrsignale, Wartezeichen, Geschwindigkeitstafeln etc.) wurden gemäß der damals aktuellen Eisenbahnbau- und Betriebsvorschrift bzw. weitergehender Vorschriften aufgestellt. Die für den Betrieb der Signale erforderliche Technik (Seilzüge, Spannwerke, Seilkanäle etc.) soll sukzessiv eingebaut werden.

Der Aufbau eines mechanischen Behelfsstellwerk (solche Stellwerke waren nach den Zerstörungen der Kriegszeit noch vielfach vorhanden) befindet sich in der Planung.

Für die Versorgung der Dampflokomotive mit Wasser wurde ein original Wasserkran wieder in Betrieb genommen. Die Bekohlung erfolgt, wie in vielen kleineren Bahnbetriebswerken seinerzeit üblich, mit einem Radbagger. Ein vorhandener Kran aus dem 19. Jahrhundert kann bedarfsweise als Bekohlungskran eingesetzt werden.

Beide Vorgänge werden den Besuchern an den Betriebstagen demonstriert.

Weiterhin wird die Anlage durch Fernsprecher (Wellblechbuden), einen Zugzielanzeiger, eine Lautsprecheranlage (für Bahnsteigansagen), Gepäckkarren und Gittermastleuchten ergänzt.

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