TROPISCHE TIEFLANDSBÖDEN:
SIND SIE „ÖKOLOGISCH BENACHTEILIG“?
Inhaltsverzeichnis:
1.
Einleitung
2.
Tropen und ihre Verbreitung
3. Tropische Böden.
Charakteristika.
3.1 Verbreitung
3.2 Rolle der Verwitterung
3.3 Bodenbildende Prozesse
3.3.1 Desilifizierung
3.3.2 Ferralisation
2.3.3 Plinthisation
3.4 Bodentypen und Bodensystematik
3.4.1 Ferrasole
3.4.2 Nitosole
3.4.3 Plinthosole
3.4.4 Lixisole
3.4.5 Acrisole
3.4.6 Alisole
4. Nutzung
4.1 „Shifting cultivation“
5.
Der geschlossene Kreislauf
6.
Ökologische Benachteiligung der Tropen. Fazit
7.
Literaturverzeichnis
8.
Abbildungen
1.
Einleitung
In der folgenden Arbeit über tropische
Tieflandsböden soll in erster Linie dargestellt werden, wie es zu deren
Entstehung kommt und welche Prozesse dafür verantwortlich sind. Hierfür werden
im ersten Schritt die Typen der Verwitterung, die entscheidend für die
Bodenbildung sind, erläutert. Der Fokus wird auf die, in den Tropen besonders
relevanten Verwitterungsprozesse, gelegt. Prinzipiell ist für diese Gebiete die
chemische Verwitterung von großer Bedeutung, da sie zum einen die Art der Böden
vorwiegend bestimmt und zum anderen die geringe Fruchtbarkeit erklärt. Es
werden Prozesse zusammengefasst, die an der Gestein bzw.
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2.
Tropen und ihre Verbreitung
Zu den humiden Tropen zählen sowohl die immerfeuchten (N > V, 10 – 12
Monate/Jahr; vollhumid) als auch die sommerfeuchten (N > V, 6 – 9
Monate/Jahr; semihumid) Tropen. (Abb.1)
Die immerfeuchten Tropen erstrecken sich in einem Gürtel beiderseits des
Äquators zwischen 25°N und 25°S geographischer Breite und grenzen polwärts an
die Feuchtsavannen der sommerfeuchten Tropen. (Abb. 2) In diesem Gürtel
befinden sich folgende Hauptgebiete der immerfeuchten Tropen: Eurasien mit größten
Teilen von Sri Lanka, Burma, Malaysia, Indonesien, Philippinen und Neuguinea; S-
und Mittelamerika von Chiapas (S – Mexiko) bis Panama; die größten Anteile der
Karibischen Inseln, das Amazonasbecken, Küstenregionen in SO – Brasilien; Afrika
- Guinea Zone, das Kongobecken im Zentralafrika; Ostseite von Madagaskar.
Auf fast allen Kontinenten findet man auch
die sommerfeuchten Tropen, die sich zwischen den Regenwäldern am Äquator und
den Tropisch/subtropischen Trockengebieten an den Wendekreisen erstrecken.
(Abb. 3) Diese sind: Eurasien- östliches und südöstliches Indien, Thailand,
Kambodscha, Vietnam und äußerster Süden von China; S- und Mittelamerika, größte
Teile von Mexiko und von Brasilien, südlich des Amazonasbeckens, Afrika (südlich
des Sahel); große Teile von O- und Zentralafrika (südlich des Kongobeckens);
mittleres Madagaskar; Nördlichste Teile von Australien. (ZECH-HINTERMAIER-ERHARD
2002, S: 90, http://www2.tu-berlin.de)
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Abb. 1 Verbreitung der Tropen
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Abb. 2 Immerfeuchte Tropen
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Abb. 3 Sommerfeuchte Tropen
3. Tropische Böden, Charakteristika
Die Böden der humiden Tropen
bedecken etwa 20 % der Landoberfläche. In den warmen humiden Klimaten mit üppiger
Vegetation und reichen Bodenleben verläuft die Bodenbildung weitaus rascher als
in den gemäßigten, trockenen oder kalten Zonen. Je länger eine Bodenentwicklung
in humidem Klima andauert, desto tiefgründiger wird der Boden. (Abb. 4)
Die Bodenbildung
in den semihumiden Regionen ist weniger intensiv, weil es mit der Menge und der
Verteilung der Niederschläge im Zusammenhang steht.
Die Böden der tropischen
Tiefländer unterliegen also zum Teil schon seit Jahrmillionen einer intensiven,
heißfeuchten Verwitterung, die sich vor allem mit ihrer Intensität und ihrem
Alter von dem, der außentropischen Gebieten, unterscheidet. Der Unterschied
zwischen tropischen und nicht- tropischen Böden ist eigentlich „zufälliger“
Natur. Durch den Einfluss der Eiszeit ist die Landoberfläche in der gemäßigten
Zone mit vielen jungen Sedimenten bedeckt worden, während Tropenböden zum Teil
bereits im Erdmittelalter gebildet worden sind und noch heute an der Oberfläche
liegen. Ausnahmen davon sind einige junge Aufschüttungen, jung gehobene Gebiete
– Gebirge und Küstenterrassen sowie die vulkanischen Ablagerungen.
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tiefgründig zersetzte Böden, deren Bodentiefe im Mittel 5 – 8 m beträgt.
Charakteristisch
ist dabei der unterschiedliche Mineral- und Tongehalt, aber fast alle Böden
verfügen, wegen Aggregatstabilität und des hohen Anteils an Grobporen am Bodenvolumen,
über eine gute Struktur, was einen großen Einfluss auf einen guten
Luftaustausch und eine zügige Wasserbewegung hat. Werden die Bedingungen unter
anderen das Klima und die tektonischer Ruhe gleich bleiben, ist die
Weitentwicklung dieser Böden garantiert.
(BREMER 1999, S: 82; http://www.regenwaldschutz.de)
Grafiken wurden automatisiert entfernt Abb.
4 Bodenbildungszonen der Erde
3.1 Verbreitung
Morphologische
Lage, Landschaftsentwicklung aber auch Gestein und das Klima haben einen
erheblichen Einfluss auf die Verbreitung der Böden in den Tropen und weltweit. (Abb.
5) Nach der klimatischen Betrachtung hängt die räumliche Differenzierung der
Bodenbildung in den Tropen mehr von der Feuchte als von der Temperatur ab.
Niederschläge mit ihrer Menge und Verteilung, aber auch die Verdunstung
bestimmen diesen Prozess großräumig.
Die zonalen
Böden in den humiden Tropen sind ähnlich ausgebildet. Der wohl wichtigste
Unterschied zu den außentropischen Böden ist die weite Verbreitung der
Vorzeitböden. In den Savannen hingegen ist die Bodenverbreitung noch stärker
differenziert als im Regenwald. Hier sind es vor allem Abtragung und
Klimaänderungen, die ein buntes Muster bewirkt haben. (BREMER 1999, S:94 – 98)
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Abb. 5 Bodenzonen der Erde
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3.2 Rolle
der Verwitterung
Die Böden sind
bei uns in der Regel 0,5 – 1,50 m mächtig. Es überwiegt die physische
Verwitterung. Sie lockert nur das Gestein, ohne das dabei die Mineralen
verändert werden. Die Verwitterungstiefe in den Tropen ist regional und vor
allem lokal sehr unterschiedlich. Erst in ca. 10 Meter Tiefe treffen wir auf
das Gestein, aus dem der Boden entstanden ist. Wegen der Schwüle herrscht in
den Tropen die chemische Verwitterung. (Voraussetzung für diese ist die genügende
Feuchtigkeit; die gleich bleibende große Wärme beschleunigt die Prozesse).
Darunter versteht man die Zersetzung des Gesteins durch Wasser (Das Bodenwasser
hat pH – Werte unter 7, ist also sauer. Durch das aggressive Wasser werden
Hydratation und Hydrolyse gefördert.), Wärme und Säuren, die die Minerale, aus
denen Gestein besteht, auflösen.
Die große
Bodentiefe (häufig von 100 und mehr Metern) erklärt sich also aus der tief greifenden chemischen
Verwitterung. Diese ist so gründlich, dass der Boden fast steinlos ist. Meist
dringen eisen- oder tonmineralhaltige Lösungen in Spaltflächen des Minerals
ein, weiten diese auf und schaffen auf diese Weise neue vergrößerte
Angriffsflächen für die chemischen Prozesse. Selbst Quarzkörner können
gesplittert und korrodiert werden.
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