Die Transformation in Portugal
Eine Analyse unter Betrachtung der
Ziele der Akteure und des tatsächlichen Ausgangs
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
2.
Theoretische Ansätze
2.1.
Transformationstheoretische Begriffe
2.2.
Bedingungen für die Demokratisierung
2.3.
Der Verlauf
2.4.
Massen und Eliten in der Transformationsforschung
3.
Anwendung der Theorien
3.1.
Die Ausgangssituation
3.2.
Die Mobilisierung der Zivilgesellschaft
3.3.
Die Transformation Portugals
3.4.
Wunsch und Realität
4.
Fazit
5.
Eidesstattliche Erklärung
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Portugal bildete neben Spanien und Griechenland bis zum
Jahr 1974 eine der letzten Diktaturen im Westen Europas.
Durch die Nelkenrevolution am 25.
April 1974 wurde Portugal nach und nach zu einer Demokratie nach westlichem
Standard. Der Weg dorthin, ein von außen erzwungener Systemwechsel durch einen
Militärputsch, den folgenden Massenmobilisierungen und der Ausgang gemessen an
den Zielen der wichtigsten Akteure soll in dieser Arbeit näher analysiert und
mit theoretischen Ansätzen erklärt werden.
Dabei spielt das Verhalten von Massen
und Eliten eine ebenso große Rolle, wie systeminterne und systemexterne
Faktoren.
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Aber auch die Rolle des Militärs ist eine äußerst
bedeutsame für die Transformation in Portugal, da in diesem Fall einer der
mächtigsten Vetoakteure in diesem Fall der Antrieb für den Systemwechseln
gewesen ist.
Zunächst werden also die
theoretischen Ansätze vorgestellt, mit denen die Analyse geschehen soll um
anschließend auf den konkreten Fall in Portugal angewendet zu werden.
Bei der Anwendung wird zuerst die
Ausgangslage aufgezeigt um daraufhin auf die Rolle der Zivilgesellschaft
einzugehen und den Ablauf der Transformation zu untersuchen.
Vor dem Fazit werden dann die Ziele
der Akteure mit dem wirklichen Ausgang der Transformation in Portugal
verglichen und es soll zumindest einen Erklärungsversuch geben.
2. Theoretische Ansätze
Die zwei zentralen theoretischen
Ansätze dieser Arbeit sind einerseits modernisierungstheoretische Annahmen und
auf der anderen Seite akteurstheoretische Überlegungen. Beide Ansätze können
zur Analyse der Transformation in Portugal Verwendung finden, da sowohl die
strukurellen Voraussetzungen als auch die Verhaltensweisen der beteiligten
Akteure von großer Bedeutung für den Verlauf der Transformation Portugals sind.
2.1. Transformationstheoretische
Begriffe
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Systemwandel (Liberalisierung), Regime- und Systemwechsel (Demokratisierung)
und Transformation, also der Übergang von einem autoritären zu einem
demokratischen System. Diese Phasen sind der Versuch, den komplexen Vorgang
eines Systemwandels, beziehungsweise Systemwechsels zu veranschaulichen, in der
Realität ist es beispielsweise so, dass sich die Liberalisierungsphase häufig
mit der Demokratisierungsphase überschneidet, aber eine Liberalisierung nicht
zwangsläufig zur Demokratie führt (vgl. O´Donnel/Schmitter 1986).
Die Transformationsforschung hat sich
als eigener Zweig etabliert und ist als Oberbegriff für den
Forschungsgegenstand nützlich, Merkels Transformationsbegriff erlaubt den
Analyse eines Wechsels des politischen Systems eines bestimmten Landes.
Merkel schreibt in seinem Buch über „Transformation“ fast ausschließlich über
„Systemwechsel“. So ein Systemwechsel im strengen Sinne, dazu gehört unter
anderem die Transformationen Portugals, liegt vor, „wenn sich der
Herrschaftszugang, die Herrschaftsstruktur, der Herrschaftsanspruch und die
Herrschaftsweise eines Systems grundsätzlich verändert haben“ (Merkel 2010,
Kap.1, S. 51).
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Untersuchungsgegenstände, nämlich auf Ursachen, Verlauf und Erfolg einer
Transformation.
2.2. Voraussetzungen für die
Demokratisierung
Zur Untersuchung der Ursachen gibt es
verschiedene theoretische Ansätze: Systemtheorien, Strukturtheorien,
Kulturtheorien, Modernisierungstheorie und Akteurstheorien.
Bis zur Mitte der 80er Jahre dominierte die eher
makrosoziologisch und deterministische Modernisierungtheorie die
Demokratisierungsforschung, dann etablierte sich der akteurstheoretische
Ansatz, der einen mikroanalytischen und deskriptiven Zugang wählt (Bos, 1994,
S. 81). Die Modernisierungstheorie begreift Demokratie als „Folge ökonomischer
und sozialer Entwicklung“, während die akteurstheoretische Transitionsforschung
davon ausgeht, dass diese sozialen und ökonomischen Entwicklungen keine
notwendige Bedingung sind, sondern dass die beteiligten politischen Akteure
Demokratien „herstellen“ (Bos, 1994, S. 81).
2.3. Der Verlauf
In der Forschung wird zwischen drei
idealtypischen Phasen für den Verlauf eines Systemwechsels unterschieden
(Merkel 2010, Kap.1, S. 54), da wäre Ablösung des alten Regimes, die
Institutionalisierung und schließlich die Konsolidierung der neuen Demokratie.
Für die Ablösung des alten, autoritären Regimes, gibt es laut Merkel eine Reihe
möglicher systeminterner und -externer Ursachen.
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Es ist klar, dass bei jedem
Systemwechsel mehrere Faktoren zusammenkommen. Es geht um das Zusammenspiel von
strukturellen Voraussetzungen, oder Veränderungen und den Handlungen der
involvierten Akteure. Oft führen politische, wirtschaftliche, oder soziale
Strukturveränderungen oder -probleme zu Krisen, auf die Akteure dann reagieren.
Oder Akteure agieren und verändern so die strukturellen Rahmenbedingungen.
Merkel zählt hier sechs typische
Verlaufsformen auf, Evolution, von alten Regimeeliten gelenkter Systemwechsel,
von unten erzwungener Systemwechsel, ausgehandelter Systemwechsel,
Regime-Kollaps, und Zerfall und Neugründung von Staaten (Merkel, 2010, S. 61).
2.4. Massen und Eliten in der
Transformationsforschung
Die Rolle von Massen und Eliten in
der Transformationsforschung sind klar verteilt, während den Eliten eine sehr
gewichtige Rolle zukommt, weil sie maßgeblich an der Transformation beteiligt
sind, wird die Rolle der Massen als ein eher kurzfristiges Phänomen betrachtet.
Die Massenmobilisierungen in Portugal könnte man als Gegenbeweis zu dieser Annahme
sehen.
Die wichtigsten Akteure in der
Transformationsforschung sind also die Eliten und die teilt man in zwei Lager,
erstens die herrschende Elite und zweitens die oppositionelle Elite.
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