Koordinative Verbesserungen lassen sich dabei
früher und schneller entwickeln als konditionelle. (Kinder- und Jugendtraining)
Bei konditionellen Fähigkeiten lassen sich
Entwicklungspotenzen erkennen. Schnelligkeit lässt sich dabei sehr schwer
steigern, wobei Kraft und Ausdauer um ein Vielfaches gesteigert werden können.
Als Grundsatz gilt außerdem, dass bei
Trainingsbeginn raschere Zuwächse als bei Training über langen Zeitraum
erkennbar sind.
Grund dafür ist die Homöostasestörung, die erst schweren und
später, in trainiertem Zustand, immer leichter ausfällt. Erst das Einsetzen
spezieller Trainingsmethoden führt zu weiteren Störungen und dadurch
entstehenden Anpassungsschwierigkeiten.
!!!!!!!!!!!Weineck S.138-167,
Fragen!!!!!!!!
Sportbiologische
Grundlagen zum Kinder- und Jugendtraining.
Das Kind darf nicht als kleiner
Erwachsener gehen werden, da seine inneren Vorgänge komplett anders wirken als
die eines Erwachsenen.
Kinder benötigen für eine harmonische
psychophysische Gesamtentwicklung ein ausreichendes Maß an Bewegung, das sie
sich meist durch den Spieltrieb holen. Gründe warum Kinder sich mehr bewegen
als Erwachsene sind der Transmitterüberschuss, Dominanz zerebraler Antriebe,
und das subjektive Empfinden von Anstrengung.
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Leistungstraining sollte in diesem Alter
nut unter bestimmten Vorraussetzungen stattfinden.
1
Orthopädische
und internistische Allgemeinuntersuchung, die Gefahren von negativen
Erscheinungen durch Leistungstraining, minimieren sollen. Diese Untersuchung
sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um Überbelastungsschäden
rechtzeitig erkennen zu können.
2
Leistungstraining
sollte freiwillig erfolgen ohne Druck von Eltern oder Trainer.
3
Training
sollte altersgemäß, und den psychologischen Gegebenheiten entsprechend
aufgebaut sein.
4
Es
sollte nicht zu Lasten der schulischen oder beruflichen Ausbildung erfolgen.
5
Weitere
Freiräume für andere Aktivitäten sollen gegeben sein.
„Vermindertes Erwachsenentraining“ ist
also ausgeschlossen, obwohl sich auch im Kinder- und Jugendlichentraining
systematische und langfristige Übungsprozesse finden lassen.
Ein Hauptgrund dafür ist die Tatsache,
dass sie sich noch im Wachstum befinden und somit physische, psychische und psychosoziale
Veränderungen und Entwicklungsbesonderheiten entstehen.
Wachstumsbedingte
Besonderheiten des Kindes- und Jugendalters:
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Nervenzellen des Zentralnervensystems
erfahren bereits in den ersten Jahren eine zunehmende Vernetzung, es ist daher
wichtig dem Kind schon früh ausreichende Reize zur Verknüpfung dieser
Nervenbahnen zu geben. Werden diese unterlassen kommt zu einer geringeren
Ausreifung.
Aufgrund dieser frühen Gehirnentwicklung
stehen im Kindertraining die Ausbildung vielfältiger sportmotorischer
Fähigkeiten und Techniken sowie die Erweiterung des Bewegungsschatzes
im Vordergrund.
Konditionelle Fähigkeiten werden nur
optimal dazu ausgebildet. (Unterschied zu Erwachsenen)
Eine weitere Besonderheit ist, dass
Kinder und Jugendliche in Schüben wachsen. Wachstums- und Ruhephasen wechseln
dich dabei ab.
Grundlegend nimmt die
Wachstumsgeschwindigkeit von der Geburt weg ab, mit Ausnahme der Pubertät, die
bei Jungen ab 13-15 und bei Mädchen ab11-13 einsetzt.
Hierbei ist zu erwähnen, dass die
einzelnen Skelettabschnitte zu unterschiedlichen Zeitpunkten wachsen. Eine zentripetale
Wachstumsgesetzmäßigkeit (von außen nach innen) lässt sch erkennen.
Durch diese große Streuung ist ein Training
von vielen Jungendlichen gleichen kalendarischen Alters schwer.
Es entstehen im Vergleich kalendarisches
und biologisches Alter 3 Gruppen:
1
Normalentwickler:
Bologisches und kalendarisches Alter sind gleich.
2
Frühentwickler:
(Akzelerierte) Beschleunigte Entwicklung.
3
Spätentwickler:
(Retardierte) Verzögerte Entwicklung.
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Dies gilt ebenso für die Körpermasse,
die jedoch erst später kompensiert wird.
Da also Akzelerierte physisch bessere
Eigenschaften haben, macht ein Ranking für Schülermeisterschaften, wenn sie
nach kalendarischem Alter eingestuft werden, aufgrund der Chancenungleichheit
wenig Sinn.
Wachstum und Stoffwechsel:
Beim wachsenden Kind bzw. Jugendlichen
spielt der Baustoffwechsel eine besondere Rolle, da durch die intensiven
Wachstums- und Differenzierungsprozesse eine Erhöhung des Grundumsatzes
benötigt wird. Auch der Vitamin-, Mineral- und Nährstoffbedarf ist erhöht.
Am stärksten ist dies am Eiweißbedarf
(2,5 g pro kg Körpergewicht) sichtbar.
Bei einem hochgradig umfangreichen und
intensiven Training, das Spitzenleistungen bereits im Kindesalter erfordert, kann
es somit zu einem dominierenden Betriebsstoffwechsels zu Lasten des
Baustoffwechsels kommen. Dies führt zu einer Beeinträchtigung des
Wachstumsvorgangs.
Ausreichende Erholungs- und
Wiederherstellungszeiträume sind daher gerade bei Kindern und Jugendlichen von
besonderer Wichtigkeit.
Wachstum und passiver
Bewegungsapparat:
Die Empfindlichkeit des Gewebes verhält
sich proportional zur Wachstumsgeschwindigkeit. (Mark-Jansen-Gesetz) Demnach
besteht eine erhöhte Gefahr gegenüber den Erwachsenen von Belastungsschäden
durch unphysiologische Trainingsreize.
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Somit stellen vor allem im Kinder- und
Jugendlichentraining die individuelle Belastbarkeit des Knochen-, Knorpel-,
Sehnen- und Bänderapparats die limitierende Leistungsgröße dar.
Die wichtigsten Besonderheiten sind:
1
Knochen
sind zwar erhöht biegsam, jedoch vermindert druck- und zugfest, was zu einer
verminderten Belastbarkeit des gesamten Skeletts führt.
2
Sehnen-
und Bändergewebe sind verringert zugfest.
3
Knorpelgeweben
und die noch nicht verknöcherte Wachstumsfuge weisen eine erhöhte Gefahr gegenüber
Druck- und Scherkräften auf.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte
lässt sich eine umfangreiche Beanspruchung des passiven Bewegungsapparates
befürworten, da es einen geeigneten Reiz für das Wachstum als auch für die
Strukturverbesserung bietet.
Die Adaption des passiven
Bewegungsapparates ist jedoch viel langsamer als die des aktiven. Um
Folgeschäden oder Spätschäden zu vermeiden muss also eine strenge Progression
eingehalten werden.
II.
Das Training der motorischen Hauptbeanspruchungsformen
Für die Realisierung der sportlichen
Bewegungshandlung benötigt man die motorischen Hauptbeanspruchungsformen Ausdauer,
Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und koordinative Fähigkeiten.
Sie werden in 2 Gruppen eingeteilt:
1
Konditionelle
Fähigkeiten: Beruhen auf energetischen Prozessen.
2
Koordinative
Fähigkeiten: Beruhen auf zentralnervösen Steuer- und Regelungsprozessen.
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