Tiergestützte Psychotherapie
(Unter
tiergestützter Therapie versteht man gezielte Interventionen im Rahmen eines
therapeutischen Konzeptes, die Tiere einbeziehen. Tiergestützt arbeiten primär
Physio-, Ergo-, und Psychotherapeuten sowie Logopäden.)
Melson
und Peet(1988) beobachteten einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Tierkontakt
und positiver sozio-emotionalen Entwicklung im Kindesalter. Dies wurde von
Bergesen (1989) bestätigt.
Zudem stellte sie einen Zusammenhang zwischen einer
positiven Selbstbewertung des Kindes und dem Besitz eines Tieres fest. Weitere
Untersuchungen (Melson 1988) zeigten, dass nicht allein der Besitz des Tieres,
sondern die Beschäftigung mit ihm entscheidend für positive Resultate war.
Diese bezogen sich nicht nur auf die Mensch-Tier-, sondern ebenso auf die
Mensch-Mensch-Beziehung.
Die
soziale Unterstützung durch Tiere ist unbestritten, so fand Bachmann (1975)
heraus, dass Kinder besonders gern zu Tieren gehen, wenn sie ein Problem
haben. Diese Form der emotionalen Unterstützung konnte auch Brickel (1982)
anhand seiner Untersuchungen feststellen. Levinson (1978) glaubt, dass dies für
die psychologische Entwicklung von Kindern sehr wichtig ist. Tiere akzeptieren
Menschen in der Regel bedingungslos. Menschen hingegen beurteilen und
kritisieren einander, was für Kinder eine Bedrohung darstellen kann. Das
bedeutet allerdings nicht, dass Tiere die menschlichen Bezugspersonen für das
Kind ersetzen können.
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Guttman (1985) wurde beobachtet, dass die Beliebtheit von Kindern durch die
Anziehungskraft von Tieren vergrößert wird. Dies kann Kindern, die Probleme mit
der sozialen Kontaktsuche haben, helfen. Anscheinend ist es viel leichter über
sein Tier zu erzählen, als über sich selbst.
Einige
Untersuchungen zeigten, dass Tiere vor allem für Kinder wichtig sind, die in
einem problembeladenen sozialen Umfeld leben. Tiere können Kindern Formen von
sozialer Unterstützung geben, welche sie von ihren Eltern oft nicht erhalten.
Sehr oft werden Tiere zu Vertrauenspersonen. Jedoch fanden Bryant und
Whorley (1989) heraus, dass Kinder mit einem intakten sozialen Umfeld die
soziale Unterstützung von Tieren besser nutzen können.
So
sind nach wie vor wissenschaftliche Untersuchungen nötig, um den Einfluss von
Variablen der sozialen Umgebung auf die Kind-Tier-Beziehung und die kindliche
Entwicklung zu verstehen.
Auch
auf die kognitive Entwicklung der Kinder hat der Kontakt mit Tieren Einfluss.
So kann die Arbeit mit Delphinen im Wasser eine kognitive Anregung für geistig
Behinderte bieten. Doch auch für andere Kinder mit Konzentrationsschwäche oder
Aufmerksamkeitsdefiziten kann die Arbeit mit kontaktfreudigen Tieren hilfreich
sein.
Die
Wahl des geeigneten Tieres
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bereits bekannt ist. Jedoch weiß der Therapeut nicht ob und wie weit es für die
Therapie geeignet ist. Außerdem hat der Therapeut kaum Möglichkeiten, gezielt
auf das Tier einzuwirken, da es auf den Klienten geprägt ist. Das
Tier des Therapeuten bietet mehr Vorteile für den professionellen Einsatz, da der
Therapeut sein Tier sehr gut kennt und somit weiß inwieweit es für die Arbeit
geeignet ist. Ein Nachteil kann jedoch sein, wenn der Klient Ängste vor dem ihm
unbekannten Tier entwickelt. Daher bieten viele Therapeuten mehrere Tiere an,
so kann sich der Klient das geeignete Tier nach seinen Bedürfnissen aussuchen.
Tiere
aus Institutionen (z.B. aus Gehege einer Klinik) bieten den Vorteil, dass sie
finanziert und versorgt sind, jedoch ist eine zielorientierte therapeutische
Arbeit mit ihnen in der Regel nur dann möglich, wenn der Therapeut sie näher
kennt und weiß wie er sie, entsprechend ihrer Fähigkeiten, im therapeutischen
Setting einsetzen kann. Darüberhinaus sollte er zu ihnen eine Ebene der
Kommunikation aufgebaut haben, die es ihm erlaubt, im Notfall in die Tier-Klienten
Begegnung einzugreifen.
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Psychologisches
Feingefühl und Erfahrung sind auf jeden Fall wichtiger als Resultate
einschlägiger Forschungen.
Das
psychotherapeutische Einführungsgespräch
Im
Einführungsgespräch sollte man in Erfahrung bringen, ob es Tiere in der Familie
gibt und ob es möglich ist, diese in die Praxis mitzubringen, da die Rolle des
Tieres oft die Struktur der Familie widerspiegeln. Manchmal spürt man an de
Tieren, dass es in der Familie emotionale Spannungen und kritische Situationen
gibt.
Um
das zu erkennen, bedarf es ebenso Wissen über menschliche, wie auch über
tierische Verhaltensweisen.
Das
Tier kann schon beim ersten Gespräch und der Diagnosestellung sehr hilfreich
sein, da es oft schwierig ist, mit dem Therapeuten über eigene Probleme zu reden.
Vor allem Kinder fühlen sich in so einer Situation unsicher, ängstlich oder gar
bedroht. Von den Tieren erleben die Klienten, dass sie ihnen gegenüber offen
sind und sie nicht be- oder verurteilen und so können sie Unsicherheiten
mindern.
Durch
Streicheln, Verspüren der Körperwärme, des Herzschlages und der Zuneigung des
Tieres, entspannt sich der Klient und es fällt leichter über Probleme zu
sprechen oder sich nonverbal auszudrücken.
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Beziehung zu dem Tier aufgebaut hat, so kann es sein, dass er für dieses
antwortet. Ähnliche Erfahrungen werden schon lange im Spiel mit Handpuppen
genutzt. Im Gegensatz zu einer Puppe kann jedoch zu einem Tier eine lebendige,
(körper)warme, empathische Beziehung aufgebaut werden, welche sich auch positiv
auf die Beziehung zwischen Klient und Therapeut übertragen kann.
Die
psychotherapeutische Diagnose
Neben
Angaben aus Standardtests der Psychologie kann auch der Umgang mit einem Tier
helfen, eine psychotherapeutische Diagnose zu treffen.
Bittet
man beispielsweise ein Kind, sich selbst in einen großen Kreis zu Zeichnen und
die Familienmitglieder (Tiere zählen auch dazu) als Punkte auf das Blatt zu
malen, so erhält man einen Einblick über Nähe und Distanz der einzelnen
Familienmitglieder zueinander. Auffallend oft steht dabei ein Tier dem Kind näher
als andere Familienmitglieder: Vertrauensperson Tier.
Die
Art und Weise, wie jemand mit einem Tier umgeht, kann widerspiegeln wie
derjenige mit seiner sozialen Realität umgeht.
Immer
mehr Untersuchungen weisen darauf hin, dass in Familien, in denen Tiere
misshandelt werden, die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass auch Frauen und
Kinder misshandelt werden.
Ebenso
zeigen einige Untersuchungen Parallelen zwischen der Misshandlung von Tieren
und einer kriminellen Karriere auf.
Tiergestützte
psychotherapeutische Begleitung von Kindern
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