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Tiergestützte
Intervention in der Einzel- und Gruppenarbeit mit Kindern
"Der junge Mensch braucht seinesgleichen - nämlich
Tiere, überhaupt Elementares, Wasser, Dreck, Gebüsche, Spielraum. Man kann Ihn
auch ohne das alles aufwachsen lassen, mit Teppichen, Stofftieren oder auch auf
asphaltierten Straßen und Höfen. Er überlebt es, doch man soll sich dann nicht
wundern, wenn er später bestimmte soziale Grundleistungen nie mehr
erlernt." (Alexander Mitscherlich)
Projektarbeit im Rahmen der Ausbildung zum
Therapiebegleithunde-Team
am „Institut für Therapie- und Behindertenbegleithunde,
R. Kickhäfer“
von September 2009 – Mai 2010 in Coesfeld
Ausbildungsleitung: Ruthild Kickhäfer
Inhalt
1.
Einleitung
2.
Persönliche und berufliche Vor-Erfahrungen im Umgang mit Tieren
2.1. Biografische Erfahrung
2.2. Berufliche Aspekte
2.3. Perspektiven
3.
Tiergestützte Intervention
3.1. Beziehung Mensch-Hund
3.2. Geschichte der Tiergestützten
Intervention
3.3. Einsatzbereiche der Tiergestützten
Intervention
4.
Kommunikation
4.1. Kommunikation des
Menschen
4.2. Kommunikation des
Hundes
5.
Entwicklung des Kindes
5.1. Entwicklungsphasen des
Kindes
5.2. Aspekte der Bindung
6.
Konzept „Tiergestützte Arbeit der F.I.B. Familien- und
InstitutionsBeratung“
6.1. Einsatzbereiche
6.1.1. Kindergärten
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6.1.3. Therapie
7.
rechtliche Vorschriften
7.1. Tierschutzgesetz
7.2. Haftungsrecht
7.3. Hygieneplan
8.
Tiergestützte Intervention in der Einzelarbeit
8.1. Kontext
8.2. Rahmenbedingungen
8.3. Ausgangslage und Ziel
der Intervention
8.4. Methoden
8.5. Ablauf
8.6. Auswertung
9.
Tiergestützte Intervention in einer integrativen Kleingruppe
9.1. Institutioneller
Rahmen
9.2. Zielgruppe
9.3. Methoden
9.4. Ablauf
10. Evaluation
10.1.Tiergestützte
Intervention in der Einzelarbeit
10.2.Tiergestützte
Intervention in der Integrativen Kleingruppe
10.3.Entwicklung
des Therapiebegleithunde-Teams
11. Ausblick
12. Anhang
12.1.Literatur
12.2.Materialien
1.
Einleitung
Mit der Vorlage dieser
Projektbeschreibung findet die Ausbildung zum Therapiebegleithunde-Team ihren
offiziellen Abschluss. In diesen 9 Monaten haben meine Golden-Retriever-Hündin
„Funtana“ und ich uns in der Tat zu einem Team weiterentwickelt, wie es in der pädagogischen
und therapeutischen Arbeit wünschenswert und notwendig ist.
Als Funtana mit knapp zwei Jahren in
unserer Familie ihren dritten Lebensort fand, war der Gedanke, mit ihr eine
solche Ausbildung zu beginnen, noch nicht gereift. Mit wachsender Vertrautheit
und dem Erkennen ihrer Eigenschaften, nämlich ihrer absoluten Friedfertigkeit,
ihres eigenen Bedürfnisses nach Nähe und Zuwendung, ihres Gehorsams und ihrer
hohen Lernbereitschaft, entstand der Wunsch, sie in unsere Arbeit
einzubeziehen.
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dortigen KollegInnen führte zu einer intensiveren, theoretischen
Auseinandersetzung mit dem Thema der Therapiebegleithunde. Diese Beschäftigung,
zunächst von Skepsis begleitet, veranlasste mich dann, diese pädagogische und
therapeutische Arbeit mit der Unterstützung durch Tiere, in meinem Fall eben
eines Hundes, grundlegend kennen zu lernen.
Ich bedanke mich bei dem
Montessori-Kinderhaus, insbesondere der Leiterin, Frau Petra Kirschbaum und den
Mitarbeiterinnen der Sternschnuppengruppe für die tatkräftige und fachkundige
Unterstützung, bei den Eltern und dem Vorstand, die mir gestattet haben, in
ihrer Einrichtung und mit ihren Kindern diese wertvollen Erfahrungen zu machen
und bei den Kindern, die voller Eifer und Neugier bei der Sache waren.
Ich bedanke mich auch bei Familie Z.
und den Kindern, insbesondere M. und S. die sich auf dieses Experiment
eingelassen haben und mir erlauben, die Fotografien zur Dokumentation zu
verwenden.
Vor allem bedanke ich mich bei meiner
Frau Michaela und unserer Tochter Theresa, denn letztlich ist diese Ausbildung
auch ein Familienprojekt. So hat Theresa mit Funtana sehr erfolgreich die
Lernspiele und „Leckerli-fangen“ erarbeitet, meine Frau hat Funtana das
„Socken-ausziehen“ beigebracht und zu ihrer Leidenschaft entwickelt und diese vorliegende
Arbeit korrigiert und mit Anregungen bereichert.
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2.1 Biografische Erfahrungen
Die positiven Auswirkungen des Umgangs
und des Kontaktes mit Tieren auf die emotionale Lage von Kindern konnte ich
selber als Kind erfahren. Mit verschiedenen Tieren aufgewachsen – Schafe, Hund,
Katze, Kaninchen und Hamster -, machte ich früh die Erfahrung, dass Tiere
geduldige Zuhörer sind. Sehr früh schon verkroch ich mich gerne zu unseren
Schafen oder „meiner“ Schäferhündin, um mir meinen Kummer von der Seele zu reden.
Durch den engen, auch körperlichen, beruhigenden Kontakt zu den Tieren fühlte
ich mich in der Tat getröstet. Die Wärme der Tiere wirkte beruhigend und entspannend
und auch der Erinnerung wohnt noch die ursprüngliche Kraft dieser
unterstützenden Beziehung inne. Diese Erfahrung im Umgang mit Tieren von
Kindheit an, hat sicher auch meinen heutigen Umgang geprägt. Die Tiere besaßen
neben dem emotionalen Wert für mich persönlich auch als familiale Nahrungsquelle
(Schafe) einen Nutzwert, was für mich als Kind durchaus keinen Widerspruch
bedeutete. In dem selbstverständlichen Umgang mit unseren Tieren lag ein großer
Respekt und damit verbunden auch die Anerkennung ihres existentiellen Rechts
auf schonende und artgerechte Behandlung.
2.2 Berufliche Aspekte
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die ganzheitliche Wirkung auf ein schwer traumatisiertes und stark intelligenzgemindertes
Mädchen ist mir in lebhafter Erinnerung. M. tastete Laika’s Fell ab, roch
daran, schmiegte sich in die Halskrause, tastete die Feuchtigkeit der Zunge und
die Konsistenz des Speichels ab. Sie war mit all ihren Sinnen bei der
Wahrnehmung des Hundes. Diese Hinwendung zu dem Hund bedeutete aber nicht, dass
sie eine empathische Beziehung aufnahm; mit plötzlichem Impuls konnte sie Laika
auf den Rücken schlagen oder versuchen, sie zu treten. Laika nahm es recht
unaufgeregt hin und entfernte sich rasch, ohne jemals aggressiv gegenüber M. zu
werden. Ihr Schutzinstinkt, sie sah es als ihre Aufgabe an, die Gruppe zu
beschützen, bedeutete nach einiger Zeit leider, dass ihre Zeit in der
Einrichtung abgelaufen war.
In den frühen 80er Jahren war die tiergestützte
Arbeit, von der Reittherapie einmal abgesehen, noch nicht so weit verbreitet
wie heute. So knüpfte ich an diese Erfahrung erst mehr als 20 Jahre später
wieder an. Inzwischen bin ich in einer Kinderschutzambulanz im Bereich der
Diagnostik bei gewaltgeschädigten Kindern und Jugendlichen tätig, freiberuflich
berate ich u.a.
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