Die Theorie des Marktversagens
Marktversagen liegt vor, wenn der Preismechanismus
systematisch das Ziel der
Pareto-Effizienz verfehlt.
Wie zuvor
gezeigt, kann dies nur passieren, wenn eine oder
mehrere Annahmen des Modells verletzt
sind.
!! Marktversagen
ist eine notwendige Bedingung für einen Staatseingriff, aber keine hinreichende
!!:
Es ist
zunächst unklar, ob und welche Verzerrungen aus dem Staatseingriff resultieren
und ob die Situation mit Staatseingriff besser ist als ohne.
a) Technologische externe Effekte
Ein externer
Effekt liegt vor, wenn die Aktivität eines Individuums oder Unternehmens den
Nutzen oder die Produktion eines anderen Individuums oder Unternehmens
beeinflusst.
Pekuniäre Externalität:
Beeinflussung
erfolgt über Markttransaktionen.
Technologische Externalität:
Beeinflussung
erfolgt direkt, ohne Markttransaktionen.
Beispiele
für pekuniäre Externalität:
1) Wegen
einer günstigen Arbeitsmarktentwicklung wächst die Einwohnerzahl in einer
Stadt. Das erhöht die Nachfrage nach Wohnraum, es kommt zu Mietsteigerungen,
von denen auch die ansässige Bevölkerung betroffen ist.
2) In Köln
wird eine zweite Uni eröffnet. Neue Studenten ziehen in die Stadt, folglich
steigen die Mieten. Für die alten Studenten der ersten Uni ist diese Erhöhung
der Preise am Wohnungsmarkt eine pekuniäre Externalität.
Beispiel
für technologische Externalität:
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2) Ein
Chemieunternehmen verschmutzt mit seiner Produktion einen Fluss und erhöht so
die Kosten eines Fischereiunternehmens.
• Gewinn des Chemieunternehmens: => Erlöse minus
Kosten c
c(x): sind privaten, also „normalen“ Kosten des
Chemieunternehmens
• Gewinn des
Fischereiunternehmens: 
=> Erlöse - Kosten – Kosten wegen Chemieunternehmen
g(y): sind die privaten Kosten des
Fischerunternehmens.
αx: Kosten, die dem Fischereiunternehmen durch
die Produktion des Chemieunternehmens entstehen. Diese fallen zusätzlich an.
Sie sind also abhängig von der Produktion des Chemieunternehmens,
beispielsweise, wenn das Fischerunternehmen auf Grund der Vergiftung des
Flusses jeden Fisch erst auf Dioxin testen muss.
• Annahme :
–
Konvexe Kostenfunktionen: 
=> Die Grenzkosten steigen bei einer gesteigerten Produktion. Jede Einheit X
des Chemieunternehmens führt also bei dem Fischereiunternehmen zu Kosten von a.
– α >
0, konstant
– Preise für
x und y sind konstant
Negativer externer Effekt: Ein Anstieg der
Produktion im Chemie-Unternehmen
reduziert den
Gewinn des Fischerei-Unternehmens.
Frage:
Gilt hier der 1. Hauptsatz der Wohlfahrtstheorie (Ein
Konkurrenzmarkt-Gleichgewicht ist Pareto-optimal) noch? Wird also Effizienz
erreicht, wenn beide Unternehmen ihre Gewinne maximieren?
Allokation bei dezentralen Produktionsentscheidungen
Bei
dezentralen Produktionsentscheidungen (Marktwirtschaft) maximiert jedes
Unternehmen
seinen Gewinn:
• Chemieunternehmen: 
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• Fischereiunternehmen: 
Ergebnis: Das Chemie-Unternehmen beachtet
den externen Effekt auf das
Fischerei-Unternehmen nicht.
Gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt (hier: gesamtwirtschaftlichen
Gewinne) - Planwirtschaft:

Gesamtwirtschaftlich optimale Menge von x und y:



=> Im
Fall des Fischerei-Unternehmens hätte der Planer genauso entschieden wie der
Markt.
Vergleich mit Allokation bei dezentralen Entscheidungen:
Hier wird ein
deutlicher Unterschied zwischen einer Plan- und einer Marktwirtschaft deutlich:
Eine Erhöhung der Produktion des Chemieunternehmens hat Auswirkungen auf den
Gewinn des Fischereiunternehmens, was in der
Planwirtschaft beachtet wird, in der Marktwirtschaft nicht.
Es stellt
sich die Frage, ob die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt maximiert wird, wenn die
Unternehmen einzeln ihre Gewinne maximieren. Dies ist hier durch den Einfluss
der Externalitäten eindeutig nicht der Fall! Marktallokation
ist also ineffizient! Es wird zuviel von Gut x in der Marktwirtschaft
produziert und weniger in der Planwirtschaft.
Ineffizienz durch Externalität in der Produktion (des
Chemieunternehmens):

§
Fläche A: Dies sind die gesamten (variablen) privaten Kosten.
Fixe Kosten werden hier nicht beachtet.
§
Fläche B+C: Privatwirtschaftlicher Gewinn des Chemieunternehmens
§
Fläche A+B+C: Umsatz
(Umsatz
minus Kosten = Gewinn)
§
Fläche B+D: Kosten, die das Fischerunternehmen tragen müssen
durch die Verschmutzung des Flusses durch das Chemieunternehmen
§
Fläche C-D: Was das Chemieunternehmen zur gesamtwirtschaftlichen
Wohlfahrt beiträgt (sozialer Beitrag)
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wenn das Chemieunternehmen bei einem Preis von nur noch Güter
x anbieten würde. Würden also die Zusatzkosten ax in dem
Gewinnmaximierungskalkül berücksichtigt, verlagerte sich die Grenzkostenkurve
des Gutes x um a nach oben.
Die optimale Ausbringungsmenge fällt dementsprechend kleiner aus.
ð Ergebnis: Das D>C
verschlechtert das Chemieunternehmen den gesamtwirtschaftlichen Nutzen. So
gesehen, wäre es also für die Gesellschaft besser, wenn das Chemieunternehmen
gar nicht erst produzieren würde.
Möglichkeiten zur Internalisierung externer Effekte
Internalisierung (Vermeidung
des Wohlfahrtsverlusts) von Externalitäten beinhaltet die Schaffung von
Anreizen, damit Menschen die externen Effekte bei ihren Handlungen
berücksichtigen.
5 verschiedne Möglichkeiten :
1. Fusion der
beiden Unternehmen
2. Steuern
3.
Subventionen
4.
Eigentumsrechte
5. Zertifikate
1. Fusion(Verhandlungen) der beiden Unternehmen
Führt direkt
zur Internalisierung des externen Effekts.
=> Hier
haben die beiden Unternehmen eine gemeinsame Gewinnfunktion, d.h. durch eine
Maximierung dieser Gewinnfunktion herrscht Effizienz.
2. Steuern in Höhe von α pro Einheit x
Idee: Die
Steuer reduziert die Produktion des Chemie-Unternehmens bis zum
Punkt, an dem
die Erträge gleich den gesamtwirtschaftlichen Kosten sind.
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• Gewinnmaximierung: => Preis – Grenzkosten -
Steuer
ð
Gesamtwirtschaftlich optimale Menge von x wird erreicht, wenn
gilt: t = α
Die Steuer t
ist eine so genannte Stücksteuer, das heißt sie wird abhängig von der
produzierten Menge pro Stück erhoben. Das Gegenteil dazu wäre die Proportionalsteuer,
die ein Unternehmen unabhängig von der produzierten Menge zahlen muss.
Wenn t genau
a entspricht würde dies bedeuten: 
Mit Hilfe der
Steuer kann man also das gleiche erreichen wie der allwissende Planer, ohne
eine Planwirtschaft einführen zu müssen.

Die Fläche A
stellt die privatwirtschaftlichen Kosten des Unternehmens bei einer Produktion
von dar.
Die Fläche B
entspricht der Steuer t und damit dem Umweltschaden a.
Die Fläche C
ist der Umsatz abzüglich der Kosten und der Steuer, also der Gewinn.
Ohne die
Steuer t würde das Chemieunternehmen eine Menge von x* anbieten, da hier die
Grenzkosten genau dem Preis entsprechen. Für die gesamtwirtschaftliche
Wohlfahrt wäre allerdings eine Menge von ideal. Also hebt der
Staat die Grenzkosten des Unternehmens durch die Einführung einer Steuer soweit,
bis genau an der Stelle die neuen Grenzkosten
inklusive Steuer dem Preis entsprechen.
Diese Steuer
muss genau mit dem Umweltschaden übereinstimmen.
Durch die
Steuerpolitik wird der Umweltschaden in die Kostenfunktion des
Chemieunternehmens initialisiert.
Beispiel:
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