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Theorie der Familienerziehung .doc

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Universität Osnabrück

WS 2007/08

Seminar: Theorie der Familie

Dozent: Prof. Dr. Hans Rüdiger Müller

Schriftliche Ausarbeitung zum Referat:

Das Erziehungsmilieu der Familie als komplexes Interaktions- und Kommunikationsfeld

Theorie der Familienerziehung nach K. Mollenhauer, M. Brumlik & H. Wudtke

vorgelegt von Yingying Hong

1 Hauptfach: Sprachwissenschaft

2 Hauptfach: Erziehungswissenschaft

Abgabedatum: 07.04.2008

Email: yhong@uos.de

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung....................3

2. Die Familie als Einheit interagierender Personen.............4

3. Ein Begriffsrahmen zur Analyse des familialen Interaktionsnetzes.........7

3.1 Zu den Hauptbegriffen interaktionischer Handlungslehre.........7

3.2 Situationsdefinitionen................8

3.3  Bildung der „balancierenden Identität“.............9

3.4  Interaktionsnetz: ein schematisches Modell familialer Interaktion.....10

4. Familienerziehung als Kommunikation..............11

4.1 Die Merkmale der Familienerziehung.............12

4.2 Grundlagen gelungener Kommunikation...............13

5. Zusammenfassung.................15

6. Literaturverzeichnis....................16

 

1.     Einleitung

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„Kommunikation“ als eine Sichtsweise der Familienerziehung hervorzuheben, hat Gründe, die vor allem in den theoretischen Annahmen über die Realität der Familie liegen.

Mollenhauer et. al. gehen davon aus, dass die Familie ihren Mitgliedern unmittelbar und vorwiegend in den alltäglichen Interaktionen gegeben, in denen sie versuchen müssen, die für die Erhaltung der Haushaltsgruppe notwendige Verständigung zu vollbringen.

Im Hinblick auf die pädagogischen Probleme erscheint die Familie dann als ein Zusammenhang von Austauschprozessen zwischen Familienmitgliedern zu sein, die sich sowohl aus sprachlichen als auch aus nicht-sprachlichen Gesten und Handlungen bestehen. (vgl. Mollenhauer et. al. S.88)

Dieser Komplexe von Austauschprozessen wird von Mollenhauer et. al. unter dem Begriff „Kommunikation“ erfasst. Damit drücken sie aus, dass die Familienerziehung in Form von Kommunikation, die in einzelnen Akten der „Interaktion“ vollzogen wird, auf die gegenseitige Verständigung der Familienmitglieder abzielt.

Ein weiterer Grund dafür, Familienerziehung als Kommunikation zu analysieren, besteht darin, dass sich die Erziehung in der Familie von den anderen institutionalisierten Lernfeldern des Erziehungswesens in einer wichtigen Hinsicht unterscheidet.

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Zum Überblick wird zuerst in dieser Arbeit die familiale Realität, die Mollenhauer et. al. zum Ausgangspunkt für die Theorie der Familienerziehung nehmen ausführlicher vorgestellt.

Dann wird im zweiten Teil ein theoretischer Begriffsrahmen dargestellt, der zur Analyse von Familie-Kommunikation beiträgt. Abschließend wird der empirisch-praktische Gehalt des Begriffsrahmens an einigen Einzelfragen der Familienerziehung herausgestellt.

2.     Die Familie als Einheit interagierender Personen

Das Erziehungsmilieu der Familie als ein komplexes Kommunikationsfeld zu erkennen, setzt die Einsicht voraus, dass die Existenz der Familie nicht nur in einzelnen Rollen bzw.

Personen als Rollenträger wie Vater, Mutter und Kind, sondern auch vorwiegend in ihren alltäglichen Interaktionen besteht. Dieser Ausgangspunkt beruht auf die Definition der Familie von Burgess:

By a unity of interacting personalities is meant a living, changing, growing thing.

I was about to call it a superpersonality. At any rate the actual unity of family life has its existence [..] in the interactions of its members.

For the family does not depend for its survival on the harmonious relations of its members, nor does it necessarily disintegrate as a result of conflicts between its members.

The family lives as long as interaction is taking place and only dies when it ceases.(Mollenhauer et. al. 1978. S.91)

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Die Familienerziehung stellt sich dann als ein alltägliches Ereignis dar, das in dem familialen Interaktionsnetz geflochten ist.

Diese in der Form des Alltagshandeln ablaufenden Interaktionen sind nicht beliebig. Sie dienen in erster Linie zur Aufrechterhaltung dieser Haushaltsgruppe, und folgen bestimmten Regeln, die den Regeln der Darstellung und Mitteilung von Erfahrung entsprechen.

Sie sind vor allem die sprachlichen Regeln, in denen die Gegenstände und Ereignisse benannt werden, und sich Anrede-, Frage- und Antwortformen voneinander unterscheiden.

In nicht-sprachlichen Interaktionen spielt sich auch ähnliches ab, weil Körpergesten auch bestimmte Bedeutungen haben. (vgl. Ebd. S.89)

Die Grundbehauptungen, die sich auf den interaktivistischen Aspekt der familialen Realität beziehen, hat Stryker wie folgendes zusammengefasst: „

1.      [...] Durch Interaktion lernt man, wie Objekte zu klassifizieren sind und welche Erwartungen an das eigene Verhalten gegenüber diesen Objekten bestehen.

2.      Unter diesen Klassifikationsbegriffen sind Symbole, die die morphologischen Bestandteile der Sozialstruktur, genannt Positionen, bezeichnen; und diese Positionen enthalten die geteilten Verhaltenserwartungen, genannt Rollen.

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4.      Akteure innerhalb einer Sozialstruktur benennen gleichfalls sich selbst und schaffen so verinnerlichte Erwartungen in Bezug auf ihr eigenes Verhalten.

Durch solche Anwendung positionaler Bezeichnungen auf sich selbst entwickeln sie ein Selbst, das aus einem Satz von unterschiedlichen Identitäten besteht.

5.      Akteure suchen stabile und kohärente Identitäten zu schaffen und zu erhalten. [...]

6.      Identitäten sind motivationale Kräfte; sie umfassen Antriebe zu einem Verhalten, das die Identitäten darstellt oder symbolisiert.

7.      Identitäten sind fixiert oder stabilisiert durch „Verpflichtung“.

Die Beteiligung, die eine Person in ihrem Netzwerk von sozialen Beziehungen eingegangen ist, verstärkt die Bedeutsamkeit der Identität, auf der dieses Netzwerk gegründet ist, für den Akteur

8.      Verhalten ist das Ergebnis eines Prozesses, nämlich der Rollen-Erschaffung, der eine Wechselwirkung von Definitionen des Selbst und der Reaktion der anderen darstellt.

Alles soziale Verhalten beinhaltet eine Wechselwirkung der Forderungen der Identität und Anerkennung oder Ablehnung solcher Anforderungen. (Mollenhauer et. al. 1978. S.89f.)


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