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Theologischen Hintergrund der Eheauffassung im Drama Susanna .doc

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German
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Universität Potsdam
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Grundmodul Literatur der Frühen Neuzeit, SS 2008
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Legen Sie den theologischen Hintergrund der Eheauffassung der Protestanten am Beispiel des Dramas "Susanna" dar.

In dieser Arbeit wird anhand von Beispielen aus Lutherschen Texten und „Ein geistlich spiel/von der Gotfurchtigen vnd keuschen frawen Susannen“[1] von Paul Rebhun der theologische Hintergrund der Eheauffassung der Protestanten dargelegt.

Es gilt Parallelen zu finden und durch diese ein deutliches Bild der Idealvorstellungen einer protestantischen Ehe aufzuzeichnen. Die Verbindung von Rebhuns Werk und Luthers Texten zum ehelichen Leben erscheint insofern sinnvoll, als, dass der später protestantische Pfarrer Rebhun zahlreiche Kontakte zu Martin Luther und Philipp Melanchthon hatte, die ihn als einen eifrigen Anhänger des Wittenberger Kreises bezeichnen.

In seinen Texten, die als „Vom ehelichen Leben“[2] zusammengefasst sind, beschreibt Luther welchen Regeln eine von Gott gewollte Ehe folgen muss.

Er beruft sich dabei wiederholt auf das Bibelwort, besonders aber auf das Alte Testament und „– den nicht immer frauenfreundlichen – Paulus“[3]. Somit schafft er klare Aussagen, die, wenn sie zusammengetragen werden, eine Anleitung zum führen einer Ehe geben.

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Luther beginnt damit die drei Arten der Liebe aufzuzählen; die falsche, die natürliche und die eheliche. Jede davon findet auch in Rebhuns Susanna ihren Platz. So lieben die Richter falsch, indem sie Susanna, also „Weiber außer der Eh lieben wider Gottes Gebot“[6], begehren.

Sie planen, wie sie dennoch ihre Gunst erlangen können: „Drumb mussen wir vns unterstehen/ Einr andern hinterlist/ vnd sehen/

Ob wir durch vnser gwalt sie biegen/ Vnd vnsern willen möchten kriegen[...] [7]. Darauf folgt die natürliche Liebe, die Liebe zwischen Vater und Kind, Bruder und Schwester und anderen engen Familienmitgliedern. „Aber über die alle geht die eheliche Liebe, das ist eine Brautliebe, die brennet wie das Feuer und sucht nicht mehr denn das eheliche Gemahl, die spricht: >Ich will nicht das deine, ich will weder Gold noch Silber, weder dies noch das, ich will dich selber haben, ich will’s ganz oder nichts haben.<“[8].

In Rebhuns Drama wird diese Verbindung zwischen Susanna und Joachim durch ihren Abschiedsschmerz deutlich. Als Joachim eine Reise antreten muss sagt Susanna: „Das yhr wolt ziehen aus dem haus/ Vnd mich in trauern sitzen lahn?“[9] und versichert ihm „Jo herr/ mein freud fast alle gar/ Nemt yhr mit euch/ sag ich fur wahr/ Dann ja nach got dem herrn ist mir/ Kein lieber ding auff erd denn yhr“[10].

 

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Auch nennt er einige Varianten zur Bestrafung eines Ehebrechers. Wenn beispielsweise die Obrigkeit es versäumt die Todesstrafe zu vollstrecken, so soll der Ehebrecher in ein fernes Land geschickt werden.[12] Soweit kommt es aber bei Susanna nicht, da die Richter sie des Ehebruchs anklagen und sie, wie auch Luther vorschlägt, zum Tod durch Steinigung verurteilt wird.

Susanna erhält eine, dem Protestantismus nach, legitime Bestrafung: „Darum hat Gott im Gesetzt geboten, die Ehebrecher zu steinigen [...], denn wer seine Ehe bricht, der hat sich schon selbst geschieden und ist für einen tot Menschen geachtet. Tot, tot mit ihm, um bösen Exempels willen zu meiden.“[13]

Das Urteil über Susanna wird bei Rebhun auf Betreiben der Richter hin fast übersturzartig gefällt und kann nicht etwa durch ihren Einwand, oder den ihres Mannes, sondern nur durch den des prophetischen Jungen Daniel verhindert werden.

Eine weitere Bedingung einer Ehe ist laut Luther „dass es Frucht bringt. [...] Das ist aber nicht gnug, dass die Frucht geboren wird, [...] sondern dass man die Frucht ziehe zu Gottes Dienst, Lob und Ehre und nichts anderes darinnen suche, das leider selten geschieht.“[14] Die gottesfürchtige Erziehung der Kinder und der Gehorsam derer ihren Eltern gegenüber scheint für Luther fast das wichtigste Leitbild der Kindererziehung zu sein.

Wie es auch im vierten Gebot Gottes heißt:

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Bei Rebhun erfüllt Susanna diese Aufgabe gewissenhaft, wie sich unter anderem an im folgendem Gespräch zwischen Susanna und ihrem Sohn zeigt: „BENIAMIN. [...] Das wir Got fürchten solln/ vnd allzeit ehren/ Vnd hütten vns vor schweren [...] SVSANNA. [...] Dann Gott gedrohet hat alln bösen kinden/

Das er sie straffen wöll/ als offt sie sünden/ So aber sie nach seinem willen leben/ So will er endlich ihn den hymel geben.“[17] Doch Susanna kann ihre Kinder nur gottesfürchtig erziehen, indem sie sich selbst an die gepredigten Gebote hält.

So wird ihre Ehrbarkeit an mehreren Stellen bewundert und ausgesprochen, auch von einem der Richter: „Sie ist ein frum gotfurchtig weibe/ Kein vnzucht ist in yhrem leibe/ Yhrn man sie helt in allen ehren/ Thut sich von seiner lieb nicht keren/ Auff ehr/ vnd tugnt sie zeucht yhr kinde/ Dazu yhr gantzes haus gesynde/ Vol erbarkeit seind all yhr sitten.“[18]

Auch ihre Mutter spricht ihr vor dem Gericht gut zu und bezeichnet sie als „Die du hast von jugnt dein leben gefürt/ Keüsch/ wie einer frummen fraw gebürt“[19]. Aber nicht nur ihren Kindern hat sie Gottesfürchtigkeit gelehrt, sondern auch ihren Bediensten, die sie aufgrund dessen sehr schätzen.

Erschrocken von dem Vorwurf gegen sie, sagt einer:

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Zeitgleich kann auch ihrem Mann Joachim eine große Ehrbarkeit zugesprochen werden, weil er zu seiner Frau steht, auch wenn die Obrigkeit etwas anderes behauptet. So sagt auch Luther „Der Mann das Weibsbild oder –glied nicht verachte noch spotte, wiederum das Weib den Mann nicht, sondern ein jeglicher ehre des anderen Bild und Leib als ein göttlich gut Werk, das Gott selbst wohl gefället.“[22] Joachim fragt, „Weysen herrn/ was hat verschult mein weibe/ Die kein vntugnt hat in yhrem leibe“[23] und äußert schließlich, er möchte seinem „erretten yhre ehre.“[24] Schlussendlich hält sich Joachim in Rebhuns Drama an die ewige und durch Gott verbundene Ehe und Treue indem er seine Frau nicht verstößt, sondern zu ihr hält. „CHORUS PRIM. [...] #

Denn was kann edlers sein auff erd/ Denn so sich ehleut halten/ Gegn ander alzeit lieb vnd werdt/ Vnd lassen sich nicht spalten/ Durch vnfal/ oder frembde lieb/ Noch klafferey/vnd böss getrib“[25].

Er weiß, dass sie von Gott gegeben ist: „dass es Gottes Werk ist und Gott wohlgefalle, was sie mit einem Weib leben und tun. [...] weil sie sehen, dass es ihres lieben Gottes Wohlgefallen ist, könnten sie Frieden in Leid und Lust mitten in der Unlust, Freud mitten in der Trübsal, wie die Märtyrer im Leiden, haben.“[26]

 


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