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Theodizee bei Leibniz und Kushner .doc

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Social Science
Discipline
Religious Studies
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University, School
Münster Rats
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2009
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Theodizee nach Leibniz

Im 17/18. Jahrhundert prägte das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz den Begriff der Theodizee, dieser Begriff beschreibt eine Rechtfertigung Gottes. Auch stellte er eine Theorie zur Lösung der Theodizee-Frage, also die Frage danach, wie das Leid in der Welt mit einem allmächtigen und guten Gott zu vereinbaren ist, auf.

Seine zentrale Aussage ist, dass das Leid in der Welt der Güte Gottes nicht widerspricht, da unsere Welt die beste aller möglichen Welten ist.

Doch zunächst einmal werde ich die Argumentationsstruktur der Theorie Leibniz erläutern. Er gibt vier Prämissen seiner Theorie vor, nämlich:

1.      Welt und Mensch sind das Werk eines guten Gottes

2.      Gott ist nicht Schöpfer des Bösen

3.      Das Böse hat seinen Ursprung nicht in einem widergöttlichen Prinzip oder Wesen

4.      Das Böse hat seinen Ursprung in der Sünde des Menschen, da der Mensch frei ist sich gegen Gottes Willen für das Böse zu entscheiden

Daraus folgert Leibniz, dass Gott das Böse zwar nicht will, es aber dem Menschen, durch seine von Gott gegebene Freiheit, möglich ist das Böse durch Versündigung in die Welt zu tragen. Nun wirft Leibniz verschiedene Fragen auf, um seine Theorie weiter auszuführen:

1.      Warum lässt Gott das Böse zu? → Es ein Mittel der Erziehung und Strafe

2.      Wie ist Leid zu rechtfertigen, welches nicht in der Sünde des Menschen begründet ist? →

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Da diese Welt die beste aller möglichen Welten ist, diese Tatsache resultiert aus der Allmacht Gottes, ist das Leid in dieser notwendig und erklärbar, daher unterscheidet Leibniz drei Arten von Übeln, welche unterschiedliche Funktionen besitzen:

·        Das metaphysische Übel → Tod, dessen Notwendigkeit folgt aus der Tatsache, das eine Welt nur aus endlichen Wesen bestehen kann

·        Das physische Übel → Schmerzempfinden, welches aus der Leiblichkeit des Menschen resultiert

·        Das moralische Übel → Sündhaftes Verhalten, welches wie auch das Gute aus der Freiheit des Menschen folgt

Das Leid in der Welt ist also auch notwendig, da ansonsten kein Kontrast zu Guten bestehen würde und dies also auch nicht existent wäre. Eine Welt ohne Sünde würde den Menschen in seiner persönlichen Freiheit einschränken und er könnte sich weder für das Gute, noch für das Böse entscheiden.

Moderne Positionen zum Theodizeeproblem

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und dem damit verbundenen Ende des Holocaust stellten sich jüdische und christliche Theologen erneut die Theodizee-Frage und folgerten oftmals, ob man im Angesicht dieses unermesslichen Schreckens das Gottesbild nicht neu formulieren müsse.

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Der Mensch wurde „moralisch frei geschaffen“ und aus dieser Freiheit folgt auch die Möglichkeit anderen Leid zu zufügen, doch Gott kann nicht eingreifen, denn er hat sich durch die Schöpfung selbst begrenzt. Ein Eingreifen in die Welt wäre gleichzeitig eine Beschneidung der Freiheit des Menschen und diese Möglichkeit bleibt Gott durch seine eigene Begrenzung verwehrt, so kann er das Geschehen „nur mitfühlend und voller Mitleid“ betrachten.

So konnte Gott den Holocaust auch nicht verhindern, da dieser einzig und allein ein von freientscheidenden Menschen getragenes Geschehen war.


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