Theodizee
nach Leibniz
Im
17/18. Jahrhundert prägte das Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz den
Begriff der Theodizee, dieser Begriff beschreibt eine Rechtfertigung Gottes.
Auch stellte er eine Theorie zur Lösung der Theodizee-Frage, also die Frage danach,
wie das Leid in der Welt mit einem allmächtigen und guten Gott zu vereinbaren
ist, auf. Seine zentrale Aussage ist, dass das Leid in der Welt der Güte Gottes
nicht widerspricht, da unsere Welt die beste aller möglichen Welten ist.
Doch
zunächst einmal werde ich die Argumentationsstruktur der Theorie Leibniz
erläutern. Er gibt vier Prämissen seiner Theorie vor, nämlich:
1.
Welt
und Mensch sind das Werk eines guten Gottes
2.
Gott
ist nicht Schöpfer des Bösen
3.
Das
Böse hat seinen Ursprung nicht in einem widergöttlichen Prinzip oder Wesen
4.
Das
Böse hat seinen Ursprung in der Sünde des Menschen, da der Mensch frei ist sich
gegen Gottes Willen für das Böse zu entscheiden
Daraus
folgert Leibniz, dass Gott das Böse zwar nicht will, es aber dem Menschen,
durch seine von Gott gegebene Freiheit, möglich ist das Böse durch Versündigung
in die Welt zu tragen. Nun wirft Leibniz verschiedene Fragen auf, um seine
Theorie weiter auszuführen:
1.
Warum
lässt Gott das Böse zu? → Es ein Mittel der Erziehung und Strafe
2.
Wie
ist Leid zu rechtfertigen, welches nicht in der Sünde des Menschen begründet
ist? →
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Da
diese Welt die beste aller möglichen Welten ist, diese Tatsache resultiert aus
der Allmacht Gottes, ist das Leid in dieser notwendig und erklärbar, daher unterscheidet
Leibniz drei Arten von Übeln, welche unterschiedliche Funktionen besitzen:
·
Das
metaphysische Übel → Tod, dessen Notwendigkeit folgt aus der Tatsache,
das eine Welt nur aus endlichen Wesen bestehen kann
·
Das
physische Übel → Schmerzempfinden, welches aus der Leiblichkeit des
Menschen resultiert
·
Das
moralische Übel → Sündhaftes Verhalten, welches wie auch das Gute aus der
Freiheit des Menschen folgt
Das
Leid in der Welt ist also auch notwendig, da ansonsten kein Kontrast zu Guten
bestehen würde und dies also auch nicht existent wäre. Eine Welt ohne Sünde
würde den Menschen in seiner persönlichen Freiheit einschränken und er könnte
sich weder für das Gute, noch für das Böse entscheiden.
Moderne
Positionen zum Theodizeeproblem
Nach
dem Ende des 2. Weltkriegs und dem damit verbundenen Ende des Holocaust
stellten sich jüdische und christliche Theologen erneut die Theodizee-Frage und
folgerten oftmals, ob man im Angesicht dieses unermesslichen Schreckens das
Gottesbild nicht neu formulieren müsse.
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„moralisch frei geschaffen“ und aus dieser Freiheit folgt auch die Möglichkeit
anderen Leid zu zufügen, doch Gott kann nicht eingreifen, denn er hat sich
durch die Schöpfung selbst begrenzt. Ein Eingreifen in die Welt wäre
gleichzeitig eine Beschneidung der Freiheit des Menschen und diese Möglichkeit
bleibt Gott durch seine eigene Begrenzung verwehrt, so kann er das Geschehen
„nur mitfühlend und voller Mitleid“ betrachten. So konnte Gott den Holocaust
auch nicht verhindern, da dieser einzig und allein ein von freientscheidenden
Menschen getragenes Geschehen war.
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