Theater und Schule
Die Definition
von Theater als szenische Darstellung und künstlerische Kommunikation ist
meiner Meinung sehr oberflächlich und für eine Theorie des Schultheaters nicht
eins zu eins zu übertragen. Finden theatrale Formen in der Schule Einsatz, so
muss der Begriff des Theaters modifiziert werden.
Geht man davon
aus, dass Theater nur dann stattfindet, wenn sich Menschen zu einem bestimmten
und vereinbarten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort treffen und es ganz klar
ist, wer die Rolle des Zuschauers und wer die Rolle des Darstellers übernimmt,
so trifft dies in der Schule nur eingeschränkt zu.
Findet Theater in der Schule
statt, so sind die Zuschauer nicht immer ein notwendiger Bestandteil. Diese
Feststellung berührt die Frage der Zielsetzung des Schultheaters: je nach
Zielvorstellung unterscheidet sich die Form in ihren Bestandteilen und Regeln.
Definiert man
die Schule streng als eine bildende Institution, in welcher Vermittlung von
Wissen, Erkenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einsichten einzige Aufgabe
ist, so greift auch diese Definition zu kurz. Zwar können unter den genannten
Qualifikationen auch künstlerische und ästhetische verstanden werden, diese
werden jedoch nicht ausschließlich im planmäßigen (Regel-) Unterricht erworben.
In einem solchen Verständnis würde die Schule jegliche Arten von kreativer
Betätigung ausschließen, da der konservative Regelunterricht dafür ‚eigentlich’
keinen Platz einräumt.
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intensivsten Erinnerungen immer in Zusammenhang mit den Menschen in der Schule:
den Kollegen und den Lehrern.
Betrachtet man
also lediglich die Begriffe Schule und Theater, so wird sichtbar, dass diese
nicht endgültig auf eine Definition festgelegt werden können. Es gibt nicht das
Theater und nicht die Schule – diese kann es aufgrund der Formenvielfalt
gar nicht geben (und meiner Meinung nach ist das auch sehr gut so!).
Es ist also
schwer, eine Theorie des Schultheaters zu entwerfen, wenn allein die beiden
Begriffe einzeln betrachtet keiner Theorie zuzuordnen sind bzw. keine Theorie
davon zu beschreiben ist.
Charakterisierungen: Begründungen und Leistungen
Ausgehend von
dieser Tatsache charakterisieren die von mir ausgewählten Ansätze ein
Schultheater, sie beschreiben Merkmale und Grundzüge, die es bestimmen (können),
schreiben es jedoch nicht fest. Daraus entsteht wiederum eine Vielfalt: eine
Vielfalt der Perspektiven und eine Vielfalt der Zielrichtungen.
U. Hentschel, L.
Göhmann, P. Amtmann und E. Liebau plädieren für den Einsatz von Theater in der
Schule. Gemeinsam mit der Beschreibung der Leistungsfähigkeit begründen sie
ganz unterschiedlich, wie das Theater und die Schule vereinbar seien und warum
dies einen so großen Stellenwert einnehmen würde.
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Den ersten Teil
des Lehrplan beschreibt die allgemeinen Bildungsziele. Der gesetzliche Auftrag
sieht dabei folgendes vor:
Die allgemein bildende
höhere Schule hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern eine umfassende
und vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln und sie zugleich zur
Hochschulreife zuführen (§ 34 des Schulorganisationsgesetzes).
Die allgemein bildende höhere Schule hat im Sinne des § 2 des
Schulorganisationsgesetzes an der Heranbildung der jungen Menschen mitzuwirken,
nämlich beim Erwerb von Wissen, bei der Entwicklung von Kompetenzen und bei der
Vermittlung von Werten. Dabei ist die Bereitschaft zum selbstständigen Denken
und zur kritischen Reflexion besonders zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler
sind in ihrem Entwicklungsprozess zu einer sozial orientierten und positiven
Lebensgestaltung zu unterstützen.
Dem bzw. der
Wissensvermittlung hat die Schule die Aufgabe Selbst- und Sozialkompetenz zu vermitteln.
Dabei spricht der Lehrplan von ‚dynamischen’ Fähigkeiten.
In der Folge
gliedert er sich in fünf Bildungsbereiche:
- Sprache und
Kommunikation
- Mensch und
Gesellschaft
- Natur und
Technik
- Kreativität
und Gestaltung
- Gesundheit und
Bewegung
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Gedanken und Gefühle verbal und nonverbal zum Ausdruck zu bringen, ist
eine wesentliche Lebensform der Menschen. Den Schülerinnen und Schülern ist
Gelegenheit zu geben, selbst Gestaltungserfahrungen zu machen und über
Sinne führende Zugänge mit kognitiven Erkenntnissen zu verbinden. Dabei
eröffnet sich für sie die Chance, individuelle Fähigkeiten zu entdecken und zu nutzen
und sich mit den Ausdrucksformen ihrer Mitmenschen auseinander zu setzen.
Daraus sollen sich Impulse für das Denken in Alternativen, für die
Relativierung eigener Standpunkte, für die Entwicklung eines kritischen
Kunstverständnisses und für die Anerkennung von Vielfalt als kultureller
Qualität ergeben. Die kreativ-gestaltende Arbeit soll im Spannungsfeld von
Selbstverwirklichung und sozialer Verantwortung als individuell bereichernd und
gemeinschaftsstiftend erlebt werden.
Es stellt sich also nicht mehr
die Frage nach der Forderung der Schule nach Kreativität, diese ist gesetzlich
festgesetzt. Darauf aufbauen stellen sie von mir ausgewählten andere Fragen:
die Frage nach der Verbindungsmöglichkeit von Theater und Schule sowie die
Frage nach der Leistungsfähigkeit von Schultheater.
Literaturverzeichnis
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Schule. In: Brockhaus Multimedia.
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG 2006.
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