Theater
in der Schule
Überlegungen zu Theorie(n) und Leistung(en)
Semesterarbeit
für
die UE
Theorien der
Theaterpädagogik
Grundbegriffe einer praxisorientierten Wissenschaft
LV-Nr.:
170263
LV-Leiter:
Mag. Harald Volker Sommer
im
SS 2008
eingereicht
von
Schümann Nina
Matr.-Nr.:
xxxxxxxx
Stud.-Kz.:
A 317
Einleitung
Im
Bereich der Theaterpädagogik stellt die Schule als Institution eines der
Berufsfelder eines Theaterpädagogen dar. Die Schule ist neben dem Kindergarten,
der Hochschule, der Akademie und der Kulturellen Bildung dem pädagogischen /
lehrenden Berufsfeld zuzuordnen und steht somit gleichberechtigt neben fünf
weiteren Berufsfeldern.
Ziel dieser
Arbeit bzw. dieses Aufsatzes ist es, sich dem Schultheater dem Theater in der
Schule anzunähern. Eine solche Bearbeitung setzt die Klärung zweier
grundlegender Begriffe voraus: Theater und Schule.
Der Brockhaus,
ein gängiges Lexikon definiert sie folgendermaßen:
Grundlegend wird
unter Theater die szenische Darstellung von (äußeren und inneren) Geschehen
sowie die künstlerische Kommunikation zwischen Darstellenden und Zuschauenden
und das Gebäude, in dem Theatervorstellungen stattfinden verstanden.
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Diese
Definitionen stellen an dieser Stelle eine Einführung in die Begrifflichkeiten dar
und sollen am Ende der Arbeit gemeinsam mit der Frage nach einer Theorie des
Schultheaters in Frage gestellt werden.
Inhalt
dieses Aufsatzes soll sein, ausgehend von der Frage, wie Theater und Schule
miteinander vereinbar seien, Standpunkte zusammenzutragen, Theorien und
Begründungsansätze des Schultheaters theaterpädagogisch kritisch zu
reflektieren sowie Plädoyers zu hinterfragen. Im Mittelpunkt sollen dabei 2
Fragen stehen:
(1)
Wie begründen Lehrer, Wissenschaftler und Theaterpädagogen den hohen
Stellenwert des Theaters im Schulbetrieb? Und
(2)
was vermag das Theaterspielen dort zu leisten?
Aufgrund des geringen Ausmaßes dieser Arbeit sollen
in einem ersten Schritt verschiedene Ansätze zusammengetragen und ihre
Grundtendenzen vorgestellt werden, um diese in einem abschließenden Abschnitt
reflektieren und eigene Gedanken einbauen zu können. Hierbei soll der
Schwerpunkt neben den genannten Forderungen auf die Frage nach einer Theorie
gelegt werden. Auf die Praxis Überlegungen zur und Erfahrungen aus der praktischen
Tätigkeit der Anwendung und Durchführung theatraler Darstellungsformen im
Unterricht bzw. der Schule muss ebenso wie auf die Nennung praktischer
Beispiele dabei verzichtet werden.
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Fragt man nach der Legitimation
des Theaters in der Schule, so lassen sich nach U. Hentschel 3 grundlegende
Ansätze beschreiben:
§
die anthropologische Begründung
§
die kulturpädagogische Begründung
§
die sozialisationstheoretische Begründung
Wogegen der anthropologische
Ansatz die Bereiche Spiel und Theater als unverzichtbare Merkmale und
Bestandteile des Menschen ansieht und ihnen somit einen großen Stellenwert im
Bereich der Bildung einräumt, geht es dem kulturpädagogischen Ansatz um eine
Erziehung zur Kunst, worunter das Verständnis von dramatischer und theatraler
Kunst verstanden wird. Der dritte Ansatz schreibt dem Theater bzw.
theaterpädagogischen Mitteln die Fähigkeit zu, Menschen mit Qualifikationen für
gesellschaftliches Handeln auszustatten. Diese Auffassung läßt sich auf die
Formel der Erziehung bzw. Bildung mittels Theater bringen.
Nach einer Erläuterung und
kritischen Reflexion der drei benannten Begründungszusammenhänge weist U.
Hentschel auf die mangelnde Beachtung der ästhetischen Funktion des Theaters in
der Debatte den Schultheaters hin:
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2. Lars Göhmann:
Theaterspielen mit Kindern und Jugendlichen
Ausgehend von einer Definition
des Bildungsbegriffs in der heutigen Zeit, welcher eine Verschiebung von der
Vermittlung reiner Inhalte zu einer kompetenzvermittelnden Funktion der Schule
erfahren hat, beschreibt L. Göhmann die Bedeutung des Theaterspielens innerhalb
dieser neuen Anforderungen an die Gesellschaft.
Man wird zukünftig erkennen müssen, dass die
hohen Anforderungen, die Gesellschaft an heutige Kinder und Jugendliche stellt,
zu einem wesentlichen Teil nur dadurch angepackt werden können, indem Kinder
und Jugendliche ihr Leben selber in die Hand nehmen und es in Hinblick auf die
sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aspekte gesellschaftlicher und
globaler Veränderungen immer wieder neu gestalten. Dieser Vorgang [...] ist
dabei als Bildung zu verstehen.
Als Lösung für das Problem der
die Ambivalenz, welches zwischen dem System Schule und der notwendigen
Mehrperspektivität besteht, sieht L. Göhmann die Kulturelle Bildung als aktiven
und ganzheitlichen Bildungsprozess an. Es dabei geht um die Vermittlung von
(Schlüssel-) Kompetenzen, welcher die nach PISA nicht mehr in der Lage ist über
die reine Vermittlung von Inhalten und Wissen gerecht zu werden:
Selbstkompetenz, Sozialkompetenz, Kulturelle Kompetenz, Methodenkompetenz und
Künstlerische Kompetenz.
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Im Bereich der künstlerischen
Bildung unterscheidet L. Göhmann in der Folge 2 Ebenen bzw. Säulen der
Theaterarbeit:
§
Auf einer vertikalen Ebene können interessierte und engagierte
Kinder wie Jugendliche ihre Begabung ausbauen und eine spezielle Förderung
erfahren, wogegen
§
auf der horizontalen Ebene eine künstlerische Bildung angestrebt
wird, die zum Verständnis einer kulturellen Partizipation aller beiträgt und
diese ermöglicht.
Die Kunst lenkt den Blick
auf Andere und Anderes. Und in diesem Sinne definiert sich Bildung als
verantwortungsvoller Umgang mit sich selbst, aber auch mit dem Gegenüber, sowie
einer außersubjektiven Wirklichkeit. Eine Gesellschaft braucht das Engagement
von Menschen, die den alternativen Blick wagen.
3. Paul Amtmann: Theorie und
Didaktik des Schulspiels
In diesem Aufsatz versucht P.
Amtmann neben einer grundlegenden Begründung, warum dem Theater in der Schule
ein größerer Stellenwert eingeräumt werden sollte, anhand von einer Dreiteilung
des Schulspiels verschiedene Herausforderungen nachzuzeichnen, welche an den
Bereich Theater in der Schule gestellt werden.
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