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Textlinguistik und Textsorten (Page 3).doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
Document category
Summary
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
Additional information
2008
Responsible User
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German

Oliver Twist, Inhaltsangabe
Inhaltsangabe Oliver Twist Charles Dickens Oliver Twist ist ein Waisenjunge ohne jegliches Wissen auf seine Herkunft. Seine Mutter war kurz nach seiner Geburt gestorben. Er wächst in einem Arme

ð    Das Hauptthema realisiert sich meist in mehreren Subthemen, die dem Hauptthema

untergeordnet sind.

ð    Von den Subthemen kann man Nebenthemen unterscheiden, die dem Hauptthema oder einem Subthema beigeordnet sind. Solche Nebenthemen sind im Text oft durch rein assoziative Bezüge angeschlossen.

ð    Die Frage „Wovon handelt der Text“ weist einen engen Bezug zwischen Textthema und Referenzebene des Textes hin.

Dies kann sich auch auf der Kohäsionsebene zeigen, insofern als auf diejenigen Personen, Sachverhalte oder Ereignisse, von denen ein Text handelt, wiederholt referiert werden muss.

ð    Die Analyse der Thema-Rhema-Struktur: Man geht davon aus, dass man den Satz(inhalt) in zwei Teile zerlegen kann, nämlich in ein Thema und in ein Rhema.

Als Thema wäre jeweils das zu betrachten, über das etwas ausgesagt wird, wogegen das Rhema dasjenige umfassen würde, was darüber ausgesagt wird. Der textlinguistische Nutzwert der Thema-Rhema-Analyse ist in erster Linie der, dass wir auf diese Wiese die Struktur des Referenzbezugs in einem Text erfassen und darstellen können.

3.4 Vernetzungsmuster

Unter diesem Stichwort wollen wir aufzeigen, wie die konzeptuellen Deutungsmuster von „Welt“ auch als kohärenzstiftende Faktoren in Texten zum Tragen kommen. Aus der Textarbeit ergibt sich für uns ein von der Textoberfläche unter Umständen abweichendes Netz von Verknüpfungen, das ebenfalls dazu beiträgt, dass wir einen Text als kohärente sprachliche Einheit verstehen.

z.B.: (1) (a) Anna hat den Fernseher aus dem Fenster geworfen.

(b) Sie konnte den Anblick von Rudi Carell nicht mehr ertragen.

 

(2) (a) Anna hat den Fernseher aus dem Fenster geworfen.

(b) Die Kiste ist im Tulpenbeet gelandet.

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In (1) deuten wir das Verhältnis von (a) und (b) automatisch als Begründungsverhältnis. In (2) dagegen werden wir die beiden Aussagen ebenso selbstverständlich als „chronologisch“ oder „temporal“ verknüpft betrachten und zwar (a)-(b). Warum wir dies so machen hängt von den Wissensbeständen ab.

Weiters wenden wir bei solchen Zuordnungen die erwähnten konzeptuellen Deutungsmuster an, die unser „Weltwissen“ beeinflussen. Die sprachlichen Sedimente dieser Deutungsmuster finden wir in den Konnektiven, z.B.: weil, als, dabei, wogegen, wofür.

Es gibt drei Grundformen von Vernetzungsmustern:

a.)    Koordinierung

Das Muster der räumlichen, situativen oder sachlich-thematischen Vernetzung dominiert vor allem bei beschreibenden Texten.

z.B.: Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte

süße wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.

Das für dieses Muster prototypische Kohäsionssignal wäre das simple und, muss aber nicht immer realisiert werden.

b.)    Chronologisierung

Dieses Vernetzungsmuster dominiert in erzählenden Texten. Das dazugehörende prototypische Kohäsionssignal wäre das und dann..und dann..und dann. Weitere Kohäsionssignale: nachdem, plötzlich, Plusquamperfekt.

 

c.)    Konklusivität

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Textfunktion

Der Terminus „Textfunktion“ bezeichnet die im Text, mit bestimmten festgelegten sprachlichen Mitteln ausgedrückte Kommunikationsabsicht des Emittenten. Es handelt sich also um die Absicht, die der Rezipient erkennen soll und auffassen soll, z.B. als informativen oder appellativen Text.

Der Begriff der Illokution entspricht in textlinguistischen Zusammenhängen dem Begriff der Textfunktion: beidesmal ist der intentionale Aspekt einer sprachlichen Äußerung angesprochen.

Zum Beispiel ist für eine Zeitungsnachricht dir informative Textfunktion kennzeichnend, auch wenn der Emittent insgeheim noch eine persuasive Absicht verfolgt. Für die Bestimmung der Textfunktion ist entscheidend, was der Emittent zu erkennen geben will, indem er sich auf bestimmte Regeln sprachlicher Art bezieht.

Das bedeutet im Fall der Zeitungsnachricht, dass es um „deskriptiven Informationstransfer“ geht. Ob der Rezipient auch die „geheime Intention“ herausfindet, hängt davon ab, ob im Text Indizien für eine solche Absicht vorhanden sind. Dem Kontext kommt eine fundamentale Bedeutung für die funktionale Interpretation von Texten zu, denn letztlich lässt sich nur aufgrund von Kontextindikatoren bestimmen, welche Textfunktion wirklich vorliegt.

 

Illokutionsklassen:

 

Dominant: Jene Illokution, die gleichzeitig die Textfunktion darstellt.

Subsidiär: Jene Illokution, welche die dominante stützt.

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ð    repräsentativ: einen Sachverhalt darstellen; Feststellung, Behauptung, Beschreibung, Vorhersage, Diagnose,..

ð    direktiv: der Hörer soll dazu bewegt werden, etwas zu tun; Anordnung, Befehl, Bitte, Antrag, Empfehlung, Vorschlag, Gesuch, Weisung, Gebet,..

ð    kommisiv: Der Sprecher verpflichtet sich zu einer zukünftigen Handlung, legt sich auf ein bestimmtes Verhalten fest; Versprechen, Drohung, Vertrag, Garantie, Wette, ..

ð    expressiv: Ausdruck einer psychischen Einstellung des Sprechers zu dem Sachverhalt; Gruß, Entschuldigung, Dank, Klage, Glückwunsch, Beileid,..

ð    deklarativ: Ernennung, Kriegserklärung, Trauung, Schenkung, Kündigung, Vermächtnis,..

Textuelle Grundfunktionen:

  1. Informationsfunktion:

Verben: informieren, unterrichten, mitteilen, melden, eröffnen, berichten,..

Textsorten: Nachricht, Bericht, Beschreibung, Untersuchungsbefund, Sachbuch,..

  1. Appellfunktion:

Wörter: Infinitivformen, Interrogativkonstruktionen, Imperativsatz

Textsorten: Werbeanzeige, Propagandatext, Zeitungskommentar, Gesuch, Gebrauchsanweisung, Rezept, Gesetzestext, Arbeitsanleitung,..

  1. Obligationsfunktion:

Verben: versprechen, sich verpflichten, schwören, übernehmen, sich bereit erklären, garantieren, sich verbürgen, wetten, anbieten,..

Textsorten: Vertrag, schriftliche Vereinbarung, Garantieschein, Gelübde, Angebot,..

  1. Kontaktfunktion:

Verben: bitten, gratulieren, um Entschuldigung bitten, beglückwünschen, Beileid aussprechen, sich beschweren,..

  1. Deklarationsfunktion:

Textsorten: Ernennungsurkunde, Testament, Schuldspruch, Bevollmächtigung, Bescheinigung,..

 

 

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