ð Das
Hauptthema realisiert sich meist in mehreren Subthemen, die dem Hauptthema
untergeordnet sind.
ð Von den
Subthemen kann man Nebenthemen unterscheiden, die dem Hauptthema oder einem
Subthema beigeordnet sind. Solche Nebenthemen sind im Text oft durch rein
assoziative Bezüge angeschlossen.
ð Die Frage
„Wovon handelt der Text“ weist einen engen Bezug zwischen Textthema und Referenzebene
des Textes hin. Dies kann sich auch auf der Kohäsionsebene zeigen, insofern als
auf diejenigen Personen, Sachverhalte oder Ereignisse, von denen ein Text
handelt, wiederholt referiert werden muss.
ð Die
Analyse der Thema-Rhema-Struktur: Man geht davon aus, dass man den Satz(inhalt)
in zwei Teile zerlegen kann, nämlich in ein Thema und in ein Rhema. Als Thema
wäre jeweils das zu betrachten, über das etwas ausgesagt wird, wogegen
das Rhema dasjenige umfassen würde, was darüber ausgesagt wird. Der
textlinguistische Nutzwert der Thema-Rhema-Analyse ist in erster Linie der,
dass wir auf diese Wiese die Struktur des Referenzbezugs in einem Text erfassen
und darstellen können.
3.4 Vernetzungsmuster
Unter diesem
Stichwort wollen wir aufzeigen, wie die konzeptuellen Deutungsmuster von „Welt“
auch als kohärenzstiftende Faktoren in Texten zum Tragen kommen. Aus der
Textarbeit ergibt sich für uns ein von der Textoberfläche unter Umständen
abweichendes Netz von Verknüpfungen, das ebenfalls dazu beiträgt, dass wir
einen Text als kohärente sprachliche Einheit verstehen.
z.B.: (1) (a) Anna
hat den Fernseher aus dem Fenster geworfen.
(b)
Sie konnte den Anblick von Rudi Carell nicht mehr ertragen.
(2) (a)
Anna hat den Fernseher aus dem Fenster geworfen.
(b)
Die Kiste ist im Tulpenbeet gelandet.
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In (1) deuten
wir das Verhältnis von (a) und (b) automatisch als Begründungsverhältnis. In
(2) dagegen werden wir die beiden Aussagen ebenso selbstverständlich als
„chronologisch“ oder „temporal“ verknüpft betrachten und zwar (a)-(b). Warum
wir dies so machen hängt von den Wissensbeständen ab.
Weiters wenden wir bei
solchen Zuordnungen die erwähnten konzeptuellen Deutungsmuster an, die unser
„Weltwissen“ beeinflussen. Die sprachlichen Sedimente dieser Deutungsmuster
finden wir in den Konnektiven, z.B.: weil, als, dabei, wogegen, wofür.
Es gibt drei
Grundformen von Vernetzungsmustern:
a.)
Koordinierung
Das Muster der räumlichen, situativen oder sachlich-thematischen
Vernetzung dominiert vor allem bei beschreibenden Texten.
z.B.: Frühling
lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte
süße
wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.
Das für dieses Muster prototypische Kohäsionssignal wäre das simple und,
muss aber nicht immer realisiert werden.
b.)
Chronologisierung
Dieses Vernetzungsmuster dominiert in erzählenden Texten. Das
dazugehörende prototypische Kohäsionssignal wäre das und dann..und
dann..und dann. Weitere Kohäsionssignale: nachdem, plötzlich,
Plusquamperfekt.
c.)
Konklusivität
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Textfunktion
Der Terminus
„Textfunktion“ bezeichnet die im Text, mit bestimmten festgelegten sprachlichen
Mitteln ausgedrückte Kommunikationsabsicht des Emittenten. Es handelt sich also
um die Absicht, die der Rezipient erkennen soll und auffassen soll, z.B. als
informativen oder appellativen Text. Der Begriff der Illokution entspricht in
textlinguistischen Zusammenhängen dem Begriff der Textfunktion: beidesmal ist
der intentionale Aspekt einer sprachlichen Äußerung angesprochen.
Zum Beispiel ist
für eine Zeitungsnachricht dir informative Textfunktion kennzeichnend, auch
wenn der Emittent insgeheim noch eine persuasive Absicht verfolgt. Für die
Bestimmung der Textfunktion ist entscheidend, was der Emittent zu erkennen
geben will, indem er sich auf bestimmte Regeln sprachlicher Art bezieht. Das
bedeutet im Fall der Zeitungsnachricht, dass es um „deskriptiven
Informationstransfer“ geht. Ob der Rezipient auch die „geheime Intention“
herausfindet, hängt davon ab, ob im Text Indizien für eine solche Absicht
vorhanden sind. Dem Kontext kommt eine fundamentale Bedeutung für die
funktionale Interpretation von Texten zu, denn letztlich lässt sich nur
aufgrund von Kontextindikatoren bestimmen, welche Textfunktion wirklich
vorliegt.
Illokutionsklassen:
Dominant:
Jene Illokution, die gleichzeitig die Textfunktion darstellt.
Subsidiär:
Jene Illokution, welche die dominante stützt.
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ð repräsentativ:
einen Sachverhalt darstellen; Feststellung, Behauptung, Beschreibung,
Vorhersage, Diagnose,..
ð direktiv:
der Hörer soll dazu bewegt werden, etwas zu tun; Anordnung, Befehl, Bitte,
Antrag, Empfehlung, Vorschlag, Gesuch, Weisung, Gebet,..
ð kommisiv:
Der Sprecher verpflichtet sich zu einer zukünftigen Handlung, legt sich auf ein
bestimmtes Verhalten fest; Versprechen, Drohung, Vertrag, Garantie, Wette, ..
ð expressiv:
Ausdruck einer psychischen Einstellung des Sprechers zu dem Sachverhalt; Gruß,
Entschuldigung, Dank, Klage, Glückwunsch, Beileid,..
ð deklarativ:
Ernennung, Kriegserklärung, Trauung, Schenkung, Kündigung, Vermächtnis,..
Textuelle
Grundfunktionen:
- Informationsfunktion:
Verben: informieren, unterrichten, mitteilen, melden, eröffnen,
berichten,..
Textsorten: Nachricht, Bericht, Beschreibung, Untersuchungsbefund,
Sachbuch,..
- Appellfunktion:
Wörter: Infinitivformen, Interrogativkonstruktionen, Imperativsatz
Textsorten: Werbeanzeige, Propagandatext, Zeitungskommentar,
Gesuch, Gebrauchsanweisung, Rezept, Gesetzestext, Arbeitsanleitung,..
- Obligationsfunktion:
Verben: versprechen, sich verpflichten, schwören, übernehmen, sich
bereit erklären, garantieren, sich verbürgen, wetten, anbieten,..
Textsorten: Vertrag, schriftliche Vereinbarung, Garantieschein,
Gelübde, Angebot,..
- Kontaktfunktion:
Verben: bitten, gratulieren, um Entschuldigung bitten,
beglückwünschen, Beileid aussprechen, sich beschweren,..
- Deklarationsfunktion:
Textsorten: Ernennungsurkunde, Testament, Schuldspruch,
Bevollmächtigung, Bescheinigung,..
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