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Wissenschaftliche
Hausarbeit
zur
Ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen
Nach GHPO I 2003
Textilhochburg Reutlingen
Entwicklung eines Industriezweiges
im 19. und 20. Jahrhundert
Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Überlegungen
Fach: Wirtschaftslehre
Betreuender
Professor: Herr Prof. Dr. habil. Jürgen Lackmann
Zweitkorrektor: Herr
Timo Weber-Blaser, Realschullehrer,
Akademischer
Mitarbeiter
Tag der
Abgabe: Donnerstag, 13.11.2008
Vorgelegt
von: Mathias Heyer
Reuchlinstraße
21/2
72800
Eningen unter Achalm
Tel.:
07121-240259, 0177-3467646
Mail:
Heyermathias@web.de
Studiengang: LA
Hauptschule
Semester: Sommersemester
2008
Matrikelnummer: 70
90 890
Prüfungsordnung: GHPO
I 2003
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis....... 4
Abkürzungsverzeichnis............ 4
Einleitung............... 5
I. Teil................ 7
1.
Allgemeine Einführung in das Thema..... 7
2. Geschichtlicher Rückblick zur
Industrialisierung.... 10
2.1
Die Industrialisierung in Südwestdeutschland im 19. Jahrhundert... 10
2.2
Der Beginn der Textilindustrie............ 12
2.3 Der Übergang
zur Industriegesellschaft.......... 15
2.4 Das 20.
Jahrhundert................. 17
II. Teil............. 24
3.
Wirtschaftliche Zyklen am Beispiel der deutschen Textilindustrie 24
3.1
Strukturwandel durch Innovationen.......... 26
3.1.1
Basisinnovationen ................ 27
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zum Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitete ich unter anderem in der
Textilbranche. Außerdem verbindet mich mit Reutlingen, das es meine Heimatstadt
ist und ich hier immer noch lebe.
Reutlingen ist die Stadt am Fuße des
707 Meter hohen Hausberges Achalm und bildet das „Tor zur Schwäbischen
Alb“. Somit liegt sie im Herzen Baden-Württembergs, südlich der Landeshauptstadt
Stuttgart. Reutlingen wurde 1988 mit über 100.000 Einwohnern die neunte
Großstadt in Baden-Württemberg und entwickelte sich zum größten
Wirtschaftszentrum zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Diese Entwicklung
verdankt die Stadt unter anderem der Eisenbahn, die erstmals 1859 durch
Reutlingen fuhr und den entscheidenden Impuls für die Industrieentwicklung mit
sich brachte. In den 1860er Jahren wurde Reutlingen dann zur drittgrößten
Industriestadt und zur wichtigsten Produktionsstätte der Textilindustrie in
Württemberg. Bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts war die
Textilindustrie, verbunden mit Textilausrüstung und Textilmaschinenbau, der
bedeutendste Wirtschaftsfaktor. Heute dominieren zwar die Bereiche
elektronische Industrie und Maschinenbau, jedoch bildet die Textilbranche
gegenwärtig ein bedeutendes Wirtschaftssegment für diese Region.
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heute ist eine der modernsten Seidenwebereien Europas in Reutlingen ansässig.
Diese Arbeit besteht aus einem
fachwissenschaftlichen (Teil I-III) und einem fachdidaktischen Teil (Teil IV).
Der erste Teil dieser Arbeit bezieht
sich auf die Textilindustrie in Baden-Württemberg im 19. und 20. Jahrhundert.
Dazu werde ich die besonderen Rahmenbedingungen und Standortfaktoren in
Baden-Württemberg erläutern und den damit verbundenen Aufschwung der
Textilindustrie. Des Weiteren werden die Anfänge der Reutlinger Fabriken und
Unternehmensgründungen beschrieben und wie sie sich im Laufe der Zeit verändert
haben.
Im zweiten Teil der Arbeit geht es um
den Strukturwandel. Dieser spiegelt sich in gewissen Zyklen wider, erhält über
Innovationen Aufschwünge und verändert sich durch Entwicklung und Forschung,
bis er schließlich in einen neuen Zyklus übergeht. Diese Erkenntnisse werde ich
mit der Textilepoche in Reutlingen vergleichen und versuchen, Parallelen dazu
aufzudecken.
Der dritte Teil handelt von der
Entstehung der Textilindustrie in Reutlingen. Eine zentrale Bedeutung hat die
Gründung der Webschule in Reutlingen. Aus der Webschule entwickelte sich eine
Forschungseinrichtung und damit, die heutige technische Fachhochschule
Reutlingen/Reutlingen University und die European School of Business.
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I. Teil
1. Allgemeine Einführung in das
Thema
Die Textilindustrie ist heute viel
mehr als nur die Herstellung von Hemd und Hose. Diese Zweige übernehmen
größtenteils asiatische Länder und exportieren ihre Waren zu billigen Preisen
weltweit. Heute produzieren immer weniger Firmen in Deutschland ihre eigenen
Waren. Deutschland als Industrieland lässt in sogenannten Niedriglohnländern
produzieren und konzentriert sich auf Entwicklung und Forschung für
High-Tech-Produkte. Obwohl die Textilindustrie als produzierendes Gewerbe viele
Einbußen in der internationalen Wirtschaft erleiden musste, schafft sie immer
noch viele wichtige Arbeitsplätze in Deutschland. Um ein besseres Verständnis
für den Begriff „Textilindustrie“ zu erhalten, werden im Folgenden vier
Definitionen vorgestellt.
„Die Textil- und Bekleidungsbranche
zählt zu den ältesten Industriesektoren Deutschlands. Vor der Erfindung von
mechanischen Spinnrädern und Webstühlen war die Herstellung von Textilien ein
sehr arbeitsintensiver Prozess. Webereien und Spinnereien zählten zu den ersten
Wirtschaftsbereichen, die industrielle Fertigungstechnologien einsetzten, um
der wachsenden Nachfrage zu begegnen“[1].
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