Textanalyse und
-interpretation am Bspl. Heiratsannouncen
1. Vorwort
Thema meiner
Arbeit sind Heiratsannoncen. Anhand verschiedener Anzeigen, sollen eventuelle
Gesetzmäßigkeiten aufgezeigt werden. Gibt es eine einheitliche Form, oder
wesentliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Schreibern? Wie sind sie inhaltlich
aufgebaut und durch welche Kohäsions- und Kohärenzmittel werden sie zusammen
gehalten?
2.
Definition:
Anzeige/Annonce
Eine Anzeige ist
eine öffentliche Ankündigung oder Bekanntmachung. Sie dient der Information, der
Werbung oder der Vermittlung. Sinngleich verwendet man auch die Begriffe
Annonce oder Inserat.
Grundlegend
unterscheidet man zwischen zwei Anzeigenformen. Die Eigenanzeige und die
Familienanzeige.
Zum
Letzten zählen eben Geburt, Heirat oder Todesanzeigen.
Unter
einer Heiratsannonce, versteht man eine Anzeige in einer Zeitung oder einer Zeitschrift, sowie auch im Internet, um andere Menschen für eine Beziehung oder eine Freundschaft kennen zu lernen.
Aus
diesem Grund, werden in einer Kontaktanzeige die Eigenschaften des Emittenten besonders
positiv dargestellt. Des Weiteren enthält sie oft konkrete Aussagen, welche Art
von Reaktion von welcher Art von Person der Verfasser erwartet.
3.
Geschichte
der Heiratsannonce
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vier Wochen in eine Irrenanstalt eingewiesen.
Im Laufe der
Geschichte, fanden verschiedene Modelle der Liebes- oder Eheanbahnung ihren
Einsatz. Allerdings hat sich der Grund nie geändert: Der Zufall sollte umgangen
werden.
Dabei gab es
verschiedene Varianten:
-
Eltern, die einfach eine Braut oder einen
Bräutigam bestimmten
-
Väter, die verschiedene Wettbewerbe ausriefen
(insbesondere Könige)
-
Raub-Ehen, bei der Frauen aus gutem Hause
entführt und gegen ihren Willen geheiratet wurden
Da diese
Vorgehensweisen im Laufe der Geschichte aber verboten wurde, war Hilfe in
Sachen Eheanbahnung notwendig.
4.
Textfunktion
„Der Terminus ‚Textfunktion’ kann
zunächst ganz vorläufig definiert werden als der Sinn, den ein Text in einem
Kommunikationsprozeß erhält, bzw. als der Zweck, den ein Text im Rahmen einer
Kommunikationssituation erfüllt.“
[Brinker, Klaus (1992): Linguistische
Textanalyse. Eine Einführung in die Grundbegriffe und Methoden. 3., durchges.
und erw. Aufl. Berlin: Erich Schmidt (= Grundlagen der Germanistik. Hrsg. von
Besch, Werner und Steinecke, Hartmut. 29).]
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Nun kann aber ein
Text durchaus mehr als eine kommunikative Funktion signalisieren. So hat die
Heiratsannonce meiner Meinung nach, auch eine informative Funktion. Da der
Emittent den Rezipienten über einen bestimmten Sachverhalt informiert. Der
Schreiber informiert den Leser über seine Persönlichkeit und seine Wünsche.
5.
Kohäsions-
und Kohärenzmittel anhand der ausgewählten Beispiele
Darunter versteht
man das Modell von Oberflächen- und Tiefenstruktur.
-
Oberflächenstruktur: das, was uns ein Text
bietet
-
Tiefenstruktur: das, was „unter“ der
Textoberfläche liegt
Ob eine Reihe von
Sätzen ein zusammenhängender Text ist, hängt davon ab, ob wir eine Tiefenstruktur
erkennen können.
Die
Kohäsionsmittel halten den Text an der Oberfläche zusammen.
a.)
Rekurrenz:
Ein einmal genanntes Wort wird auf dieselbe Weise im nächsten Satz
noch einmal wiederholt. Es ist somit rückverweisend. Aufpassen muss man nur
dann, wenn sich das Wort nicht auf dasselbe Referenzobjekt bezieht.
Bei fachwissenschaftlichen Texten ist die Rekurrenz durchaus
notwendig.
b.)
Substiution:
Ein Textelement wird von einem anderen inhaltlich verbundenen
Textelement wieder aufgenommen.
c.)
Pro-Formen:
Hier wird ein sprachliches Element mit Hilfe eines inhaltsleeren Elements
wieder aufgegriffen.
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d.)
Ellipse:
„Der elliptische
Anschluss ist eine Form der Textverknüpfung, deren Funktionsweise am ehesten
mit derjenigen von Pro-Formen verglichen werden kann, wobei hier – was zunächst
paradox wirken mag – der Textverweis durch Leerstellen erzeugt wird.“
[Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Protmann, Paul
(2004): Studienbuch Linguistik. 5., erweiterte Aufl. Tübingen: Niemeyer (=
Germanistische Linguistik. Hrsg. von Burkhardt, Armin; Linke, Angelika;
Wichter, Sigurd. 121).]
Dies ist also ein sprachliches Stilmittel, bei dem durch die
Auslassung von Wörtern oder Satzteilen grammatikalisch unvollständige Sätze
gebildet werden.
Gut sind Ellipsen
an Beispiel 2 zu erkennen. „Mit liebenswertem Partner gemeinsam ausgehen,
tanzen, Urlaub fahren...Witwe 59.“ Witwe 59, wäre eben ein Beispiel einer
Ellipse. Grammatikalisch richtig würde der Satz lauten: Ich bin Witwe und 59
Jahre alt.
Unter Kohärenz versteht
man die Tiefenstruktur. Sie ist die erschlossene bzw. zu erschließende
konzeptuelle Basis.
Um einen Text verstehen
zu können, muss man die Tiefenstruktur erschließen. Dabei orientierten wir uns
an der Textoberfläche. Daneben allerdings, braucht man auch noch andere
Informationen. Man unterscheidet zwischen drei großen Wissensbereichen, die für
das Verstehen von Texten wichtig sind.
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[Adamzik, Kirsten
(2001): Sprache: Wege zum Verstehen. Tübingen, Basel: Francke (= UTB für
Wissenschaft 2172).]
„Die
Wissensbestände eines Individuums sollten nicht als fixe Grösse modelliert
werden, die mindestens für eine bestimmte Kommunikationssituation Gültigkeit
hätte. Es besteht vielmehr eine Wechselbeziehung zwischen dem
Kommunikationsprozess und den relevanten Wissenselementen.“
[ebda.]
Jeder Mensch weiß,
wie eine Kontaktanzeige aussieht bzw. was sie beinhaltet. Dies ist eben auf die
drei, die in Wechselbeziehung zueinander stehen, unterschiedlichen
Wissensbereiche zurückzuführen. Obwohl, wie schon oben erwähnt, keinerlei
Kohäsionsmittel vorliegen, verstehen wir jede Anzeige. Die angegebenen
Adjektive beschreiben den Emittent. Sie sollen ihn in ein gutes Licht rücken
und neugierig machen. Auch Ellipsen wie eben „Witwe 59“ sind leicht zu
verstehen. Dies verdanken wir alles unserem außersprachlichen Wissen.
6.
Textaufbau
Im Grunde sind
alle Anzeigen eine Art Werbemittel. Egal ob Stellenanzeigen, die offene Stellen
vorstellen, oder eben Heiratsannoncen, in denen sich die Emittenten selbst
vorstellen. Dabei geht es darum, den passenden Partner für sich zu finden.
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