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Human Science
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German
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2009/2010
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VO „Einführung in die Germanistische Mediävistik

WS 2008/2009 Dr. Karin Kranich-Hofbauer

Terminiliste (nach VO 12)

VO

Datum

Terminus

Definition

VO2

15.10.2008

Mediävistik

Lehre über Mittelalter, Sammelbezeichnung für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, die sich mit der mittelalterlichen Literatur, Kunst

VO2

15.10.2008

Scholastik

Es handelt sich um eine Art der Argumentation und Beweisführung, die auf allen Wissensgebieten gleichermaßen praktiziert wurde, also in der Medizin und Naturwissenschaft ebenso wie in der Theologie und Metaphysik.

VO2

15.10.2008

Hermeneutik

Wissenschaft und Kunst der Auslegung von grundlegenden Texten, besonders von Bibel und Gesetzestexten

VO2

15.10.2008

Codex

Antike Buchform im Mittelalter mit einem Faden zusammengeheftete Lagen aus Pergament oder Papierblättern, die von einem festen Einband geschützt werden.

VO3

22.10.2008

Benrather Linie / Hochdeutsch-Niederdeutsch

Hat den hochdeutschen und niederdeutschen Sprachbereich geteilt. In HD wurde die zweite LV benutzt und war von S nach N. War mehr kult. und wiss. Entwickelt und die Literatur mehr verbreitet. In ND hat die zweite LV gar nicht statt gefunden. Das führte zur Entstehung der Benrather Linie.

 

 

Analphabetismus

bezeichnet man kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen und/oder Schreiben bis hin zu völligem Unvermögen in diesen Disziplinen.

 

 

Sprachwandel

bezeichnet die Veränderung oder Entwicklung einer Sprache

 

 

Dialekt

hat eine ortsbezogene regionale Färbung und ist daher die Sprachform mit der geringsten kommunikativen Reichweite. Der Dialektsprecher wird manchenorts bereits im Nachbardorf als ortsfremd erkannt.

 

 

Armarium

War eine Bezeichnung für die Bibliothek und Scriptorium in einem Kloster.

VO4

29.10.2008

translatio imperii

Es handelt sich dabei um eine im Mittelalter verbreitete Geschichtsauffassung, derzufolge Geschichte linear verläuft und eine Herrschaft (eines Fürsten oder eines Landes) stets zu einer Folgeherrschaft (eines anderen Fürsten oder Landes) führt. Weiterhin trennten mittelalterliche Geschichtsschreiber nicht zwischen göttlicher und weltlicher Geschichte, da diese in ihren Augen zusammenhingen.

 

 

karoling. Minuskel

Die karolingische Minuskel zeichnet sich durch Klarheit und Einfachheit des Schriftbildes aus. Aus ihr entwickelten sich über die gotische Minuskel die Kleinbuchstaben der deutschen Schriften und über die humanistische Minuskel die heutigen Kleinbuchstaben der lateinischen Schrift.

 

 

Glosse / Glossar

Glosse ist die Erläuterung eines fremden oder ungebräuchlichen Wortes. Glossar war ein erklärendes Verzeichnis schwer verständlicher Wörter. Beide Wörter belegt bei Aristoteles.

 

 

Oralität / Literalität

Das christliche Mittelalter war eine mündlich geprägte Welt. Die Schrift wurde als eine Fortführung der Sprache verstanden, deshalb konnte Literalität nicht ohne Oralität existieren. Oralität bezeichnet die erzählende Weitergabe von geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Informationen – insbesondere in Form von Geschichten, Sagen, Legenden und Traditionen. Literalität bezeichnet meist das mediengenealogische Entwicklungsstadium der Schriftlichkeit, das gekennzeichnet ist durch eine literale Manuskript- und Inschriften-Kultur, also die handschriftliche Speicherung und Weitergabe von kulturellen Inhalten in textlich fixierter Form

 

 

Vulgata

wird der lateinische Bibeltext bezeichnet, der seit der Spätantike die bis dahin gebräuchlichen, in Umfang und Qualität verschiedenen, älteren lateinischen Übersetzungen der Bibel (Vetus Latina) abgelöst hat.

VO 5

5.11.2008

Alliteration

Gleicher Anlaut aufeinander folgender Wörter von Humanisten G..Pontano eingesetzt.

 

 

Stabreim / Endreim

Endreim ist ein Reim am Versende. Stabreim hebt bedeutungstragende Wörter gleichen Anlauts aus dem Versfluß heraus(nur Nomen und Verben)

 

 

Initiale / Majuskel

Initiale ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der im Werksatz als erster Buchstabe von Kapiteln oder Abschnitten verwendet wird. Majuskel ist ein Fachbegriff für die Großbuchstaben des Alphabets und gleichzeitig eine Auszeichnungsart für Buchstaben. Ein Schriftsatz aus Majuskeln ist eine Majuskelschrift.

VO 5

5.11.2008

Fragment

Unvollendete vorliegende Werke. Zu unterscheiden:1.unvollständige überlieferte Werke aus Antike oder Mittelalter,2. unvollendet gebliebene oder aufgegebene Werke(Autor gestorben,etc.)

 

 

lectio / disputatio

Disputatio ist ein öffentl. Streitgespräch zwischen Gelehrten zur Klärung theolog. oder anderer wissen. Streitfragen. Lectio war die Texterklärung. Beide Unterrichtsformen.

VO 6

12.11.2008

pars pro toto

Der Teil für das Ganze. Ausdruck ,bei dem ein Teil einer Sache das Ganze bezeichnet z.B Dach für Haus.

 

 

Kleriker / Laie

Kleriker ist allgemein der Geistliche; in der katholischen Kirche der geistliche Amtsträger. Laie ist im kirchlichen und religiösen Sprachgebrauch jemand, der keinen Beruf als Geistlicher ausübt.

 

 

ordo: oratores, pugnatores, laboratores

 

 

 

Ministeriale

Im Frühmittelalter waren zunächst unfreie Verwalter für Königsgüter, aber auch für den überregionalen Adel und für die Klöster auf lokaler Ebene tätig. Im Hochmittelalter bildete sich aus dieser Schicht der Stand des Dienst- bzw. Ministerialadels heraus.

 

 

Lehen / feudum à feudal

Lehen ist zumeist ein Grundstück oder ein Komplex von Grundstücken, aber auch bestimmte Nutzungs- und Abgabenrechte. Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste er ihm persönliche Dienste leisten.

VO 7

19.11.2008

Ritter

ist die Bezeichnung für die wehrhaften, schwer gerüsteten und in der Regel adligen berittenen Krieger des europäischen Mittelalters.

 

 

Mäzen / Mäzenatentum

Waren meist geistl. und weltl. Herren die aus Neigung und repräsentativen Bedürfnissen als Auftraggeber und Mäzene auftraten. Sie unterstützten die Dichter bei der Entstehung der Literatur. In spätem MA übernimmt auch das städt. Patriziat diese Funktion.

 

 

Minne

(mhd. Liebe) ist eine spezifisch mittelalterliche Vorstellung von gegenseitiger gesellschaftlicher Verpflichtung, ehrendem Angedenken und Liebe, die die adlige Feudalkultur des Hochmittelalters prägte.

 

 

Hof

 

VO 8

26.11.2008

Trobador/trouvère

Provenzalischer Dichter, Komponist und Sänger des 12. und 13. Jh.s. Trouvere waren französische prov. Dichter.

 

 

Didaxe

„Lehre und Lehrhaftigkeit“ ist griec. Wort und heißt auch Unterricht. Literatur hat meist didaktischen Hintergrund, kommt in allen Gattungen vor.

 

 

laudatio temporis acti

= ein Motiv das verwendet wird um die alte Zeit zu loben bzw. zu klagen, dass früher alles besser war. Im MA auf Liebeslyrik bezogen: alte Zeit mit der Geliebten.

 

 

aventiure

Ritterliche Bewährungsproben in Kämpfen mit Rittern, Riesen und anderen gefahrvollen Begegnungen mit Fabelwesen, deren Bestehen Werterhöhung und Ruhm bedeuten.

 

 

Sigle

Feststehendes Abkürzungszeichen für ein Wort(§ für Paragraph)

VO 9

3.12.2008

Chanson de geste

Heldenlied, Heldeneppen des MA, denen umgestaltete Stoffe aus der nationalen Geschichte, vor allem aus Karolingerzeit zugrunde liegen.

 

 

Nibelungenstrophe

Vier paarweise reimende Langzeilen

 

 

lied (mhd.)

Sangbare lyrische Gattung meist aus mehreren gleichgebauten und gereimten Strophen.

 

 

Patriziat

versteht man die führende Oberschicht einer Stadt: vom Land zugezogene Adlige und Ministeriale, besonders aber reiche, ritterlich lebende (Fern-)Kaufleute, die aufgrund ihres Ansehens und ihrer bevorrechtigten Stellung allein die ratsfähigen Geschlechter stellten und sich genossenschaftlich zur Wahrung ihrer politischen Vorherrschaft gegen die Ansprüche der Handwerker, aber auch des Stadtherrn oder Königs zusammenschlossen.

VO 10

10.12.2008

Beginen

wurden ab dem 13. Jahrhundert die Angehörigen einer Gemeinschaft christlicher Laien bezeichnet. Es sind Frauen, die unter einer frei gewählten Vorsteherin in "Beginenhöfen" ein andächtiges Leben führen, ohne einem Orden im eigentlichen Sinne anzugehören.

 

 

Mystik / unio

mystica

Mystik ist Sonderform relig. Anschauung und Verhaltens , die einen bestimmten Frömmigkeitstypus hervorbrachte. Das Ziel des Mystikers richtet sich auf die Verbindung mit dem Gott bis zu einer Identität mit ihm ( unio mystica) erlebten Nähe.

 

 

Inkunabel

Druckwerke stammende aus den Anfängen der Buchdruckerkunst bis zum Jahr 1500.

 

 

Fastnachtspiele

Theaterspiele in der Faschingszeit. Handwerker schrieben Literatur. Sehr derber Humor. (15 Jh.). volkstümliche Form des Dramas, komische Burlesken.

 

 

Chronik

Gattung der Geschichtsschreibung, die größere Zeitabschnitte beinhaltet, und versucht sachl. und ursächl. Zusammenhänge zwischen den Ereignissen und chronolog. Phasen herzustellen.

VO 11

9.1.2009

Antipoden

Bewohner der Südseite. Man wusste nicht wie sie aussehen, stellte man sich wie Außerirdische vor, wie Monster. Man dachte sie stehen auf dem Kopf.

 

 

Eklektizismus

Verfahren das aus verschiedenartigen Vorlagen, Gedanken oder Stilelementen auswählt und sie meist ohne Rücksicht auf den orig. Kontext oder die tieferen Zusammenhänge kompiliert, ohne eigene geist. Durchdringung und schöpfer. Leistung.

 

 

Ökumene

bezeichnete ursprünglich die gesamte bewohnte Welt. In dieser Bedeutung wird er meist auch im Neuen Testament verwendet oder steht für das Römische Reich

 

 

Autorität(en)

Bezugspersonen in der Literatur und Wissenschaft (meist aus Antike). Man nimmt immer Bezug auf Autoritäten um das Gesagte zu festigen – werden namentlich genannt. Es wird nur das Alte weiter entwickelt.

VO 12

 

Allegorie/Allegorese

Allegorese ist ein hermeneutisches Verfahren, dass hinter dem Wortsinn eines Textes eine nicht unmittelbar evidente tiefere Bedeutung aufzeigt. Allegorie

 

 

Miniatur

Illustration in HS → z.B. Bestiarium aus Peterborough, auf leuchtendem Goldgrund mit farbigen gotischen Zierrahmen

 

 

Illumination

„mit Licht ausgestaltet“, mit Bilder → es kommt „Licht“ in den Text hinein

 

 

Computus

war die mittelalterliche Kalender- und Osterrechnung, die zur Berechnung des Osterfestes, also des Ostersonntags diente. Sie erstellte Übersichten, die als Ostertafel oder Osterzyklus bezeichnet werden.
Unterschiedliche Berechnungen führten zum "Osterstreit".


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