Die
Tatsache, daß Ingold Airlines in ihrem fiktiven Status verharrte,
beeinträchtigte ihre Funktion nicht, sondern wertete ihren symbolischen Status
auf.
Wo immer man Ingold Airlines begegnet,
ob in der Galerie oder im Flughafen, ob als Sponsor diverser Kunstaktionen oder
auf der Website, die Firma erscheint rein an der Oberfläche, nirgends bietet
sie Halt, nirgends kommt man weiter oder tiefer:
Die Kommunikation und Interaktivität
ist vorerst nur vorgegaukelt. Auch der Reise-Optimat im Internet nimmt brav die
Wünsche an.
Was schade ist, denn Ingold Airlines
verspricht stets Außergewöhnliches:
Vom Zubringerdienst per Kamel über
Reisen für Verliebte bis zum VIP-Service oder individueller Hundebetreuung.
Dienstleistung wird groß geschrieben,
kein Fluggefährt ist zu ungewöhnlich, kein Wunsch zu exaltiert.
Ingold Airlines sind nur Verpackung.
Nur Behauptung. Nur Werbung. Nur Konzept. Oder aber: Lustweckung.
Grafiken wurden automatisiert entfernt Res Ingold,
Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, betreibt die
virtuelle Firma seit rund 20 Jahren. Hat von Souvenirs bis zu Werbekampagnen
alles entworfen, was ein Unternehmen so braucht. Sogar einen Börsengang gab es.
Künstlerische und wirtschaftliche Aspekte gehen ineinander über, Partnerschaften
werden geschlossen, Projekte geplant und
organisiert.
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Wirkungsvoll sind Ingold Airlines vor
allem da, wo sie erst auf den zweiten oder dritten Blick auffallen. Wo die
Angebote erst interessiert zur Kenntnis genommen werden, dann Irritation
einsetzt:
Ein Hundeservice mit telefonischer
Kontaktmöglichkeit zum Vierbeiner?
"Essen auf Wellen" von
Ingold-Vorfahren als Dienstleistung für Fischer bereits vor rund hundert
Jahren?
Und auch der G-Punkt fällt als
Stichwort im Glossar des Katalogs kaum auf: "Idealer Abhebepunkt, durch
ständiges Training leichter zu lokalisieren".
Kein Zufall, dass Res Ingold gerade
eine Fluggesellschaft simuliert: Der Traum vom Fliegen, dieses "Nichts ist
unmöglich" schwingt hinter der Werbefassade ernst und humorvoll immer mit.
Insofern entspricht der künstlerischen
Taktik von Ingold Airlines die der Täuschung, wie eine echte Fluggesellschaft
zu erscheinen, sich jedoch einer konventionellen Produktion und Dienstleistung
zu verweigern: eine Fälschung ohne Original, denn es gibt kein exaktes
Vor-Bild, das in betrügerischer Absicht gefälscht würde.
Die Kunstpraxis von Ingold Airlines
agiert dagegen reduktionistisch im System der Repräsentation, in dem
Darstellung, Darstellungsrahmen, Funktion, Erwartungshaltung und Interpretation
mit ausdifferenziertem Medieneinsatz aufeinander abgestimmt werden: Das künstlerische
Produkt ist die auf das Logo reduzierte reine Erscheinung, ein Markenimage.
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Das Konzept der Fluggesellschaft kann
sowohl als Phantasma des Künstlers - zu fliegen oder Flugzeuge zu besitzen -
erscheinen, als auch die konzeptkünstlerische Untersuchung der medialen,
ökonomischen, erkenntnistheoretischen und ideologischen Bedingungen von Kunst
repräsentieren.
Ansatz
für die eigene Arbeit:
Add.
Carol Duncan:
Durch Faken
des Titelblatt eines Magazines (Fame,Riches,Teen Girl, etc.) mit meiner
Wenigkeit am Layout, (Programm im Internet gefunden) eine neue fiktive Ausgabe
erstellen und diese dann z.B: im Sonntagszeitungsständer veröffentlichen.
Add.
Duan Hanson:
Produzieren
eines fiktiven Mittagessen, durch verschiedene künstliche Materialien. Und
anschließenden Begutachten mit realen Essen.
z.B: original
Sachertorte im vergleich zum Fake
(Faketorte
aus Styroporkern und Schokoladenglasur, etc.)
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