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Täuschung - Fake - Fälschung .doc

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Faculty
Arts & Design
Discipline
Art / Design / History of Art
Document category
Final thesis
University, School
Additional information
2008
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Täuschungs-Dimension

Täuschung - Fake - Fälschung

In den westlichen Gesellschaften umfasst das Feld der Fälschung einen unüberschaubaren Bereich der Unterscheidungen zwischen dem Echten oder Wahren und dem Gefälschten oder Unwahren.

Von den angeblichen „Hitler -Tagebüchern“ bis zum „trojanischen Pferd“, - welches eines der ältesten Beispiele strategischer Täuschung darstellt, muss man mit einbeziehen das die Unterscheidung zwischen Wahr und Falsch politische Fragen zur Folge haben.

Nicht nur historische Beispiele sondern auch Alltagssituationen lassen sich beschreiben. Täuschung und Fälschung sind stark von moralischen Bewertungsstrategien abhängig, welche den gesellschaftlichen Rahmen für die Kunstfälschung bestimmen.

Seit dem 15. Jh. ist nicht die „Fälschung“ strafbar, sondern der Betrug der den Handel mit falschen Kunstwerken betrifft. (Kunstfälschungen beziehen sich immer auf ein Original)

Der Aufschwung des neuen Fälschungsbegriffs meint das ein Falsches, welches innerhalb einer bestimmten sozialen Gruppe als Falsch verstanden wird, ohne dass ihm ein Original gegenübergestellt wurde, weil man sich der Scheinhaftigkeit bewusst ist. Paradoxerweise wird es trotzdem als „Fake“ bezeichnet.

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In der 2.Hälfte des 20.Jh. kam es zu grundsätzlichen und folgenschweren Änderungen des Grundmodells, welche auch den Fälschungsbegriff mit einbezieht.

In den 50ern hängte man bewusst Fälschungen in Museen auf. Zu Beginn der 1970er Jahre bediente man sich an verschiedensten künstlerischen Techniken, um bewusste Fälschungen an zufertigen.

Wesentlich war auch die Vollendung der theoretischen Untersuchung der Fälschung, aus der sich ergeben hat, dass die Weiterentwicklung des Begriffs, nicht mehr mit traditionellen kunstgeschichtlichen Beschreibungsmethoden erfasst werden kann.

Solange die Fälschung als Original anerkannt wird, hat es der Fälscher geschafft, den Kriterien der Experten zu Entsprechen. Dass heißt, dass es keine Fälschung mehr ist sondern noch Original.

Wird die Fälschung wiederum als solche erkennt, spiegelt die Form der Täuschung sehr präzise die Kunstnorm der Zeit wieder.

Die Veränderung des Strukturmusters ist von der Moderne (= Ethik des Originals) bis zum postmodernen Fake (= kein eindeutiger Ursprung, kein best. Vorbild) extrem geprägt.

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Seit Anfang der 90er Jahre werden die Begriffe „Fake und Fälschung“ synonym verwendet à „Fake ist trendy und kürzer“

Der Begriff des »Fake« meint eine mimetische Nachahmung eines anderen Kunstwerks, die im Gegensatz zur Fälschung selbst auf ihren gefälschten Charakter hinweist. Das Fake zielt demnach mittels einer genauen Untersuchung auf einen Erkenntnisprozess: Die Reproduktion wird nicht mehr moralisch als Fälschung verurteilt, sondern das Fake wird als Kritik der Institution der Kunst und ihrer Ideologie des Originals betrachtet.

Das einbezogene Zweck dienende Wissen um einen geschickten, witzigen Akt der Täuschung wird als „Fake“ bezeichnet, während nach der Entschleierung einer Fälschung, vorurteilend von „Fälschung“ die Rede ist.

Die 3 Gebrauchstechniken für „Fake“:

à Als Ausruf bei einer Entschleierung einer Fälschung

à Bei einer Fotomontage mit illusionistischen Effekten

à Kulturelle Taktik, wodurch der falsche Charakter von scheinbar wahren Phänomenen in der falschen Kultur vorgeführt werden soll

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à keine Fixierung auf rein ästhetisches Verstehen, Vorraussetzung ist eine künstlerische Autonomie

Durch die Verwendung von „Fake“ in medientheoretischen Bereichen, bekommt er positive und kreative Anerkennung.

Die Doppelbedeutung lenkt Aufmerksamkeit auf sich, einerseits durch das Bestehen als „ originales Kunstwerk“ und andererseits als „Fälschung“ .Das Problem dabei ist, dass es keine Stilzuweisung und Fixierung auf Themen, Motive oder Medien gibt.

Carol Duncan, „The Fake as More, by Cheryl Bernstein“ (1973)

Als Carol Duncan und ihr damaliger Mann Andrew an einem Abend 1970 aus einer Laune heraus den kurzen, aber für die weitere Entwicklung der Appropriation Art nicht unwichtigen Text „The Fake as More“, über die theoretische Kunstauffassung Artforum schrieben, hatten sie nach der späteren Erzählung der Autorin nichts weiter im Sinn gehabt, als eine Parodie auf die damaligen Diskurse der Kunsttheorie zu verfassen.

Tatsächlich wurde daraus im Zusammenhang der frühen Manifestation der Appropriation Art - ohne jede Intention der Verfasser - einer der einflussreichsten und meist beachteten Texte, welcher den theoretischen Diskurs der 80er Jahre bestimmen sollte.

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Das neue Konzept von Herron war, dass er das gesamte Werk Frank Stellas in nur einem Jahr Produktionszeit nahezu perfekt kopierte. Dieses für die damalige Zeit und dem damaligen theoretischen Diskurs geradezu absurde Konzept Herrons, wurde von Bernstein mittels zahlreicher Referenzen auf die aktuellen ‚postmodernen’ französischen Philosophen durch eine nicht minder ungewöhnliche Rechtfertigungsrhetorik als „new manifestation“ gefeiert und damit (insgeheim) ironisiert.

Weil die sprachlich überaus gründlich ausgeformten, aber in teilweise nur sehr lockerem Sinngefüge benutzten Zitate

der Philosophiegeschichte zwar als rhetorische Finessen gelesen, aber nicht als zynische Kritik an dem Kunstbetrieb verstanden wurden.

Erst 13 Jahre später, als Hank Herron als geheimnisvoller Vorläufer der damals vieldiskutierten Appropriation Art seine höchste Popularität genoss, klärte Thomas Crow in seinem Essay „The Return of Hank Herron“ darüber auf, dass es sich bei dem Künstler um ein Hoax (=Täuschung) handeln würde und das Carol Duncan die Autorin sei.

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