Die
Symbolik des Wassers in Hermann Hesses „Unterm Rad“
Da die
allgemeine Symbolik des Wassers ein Paradoxon ist, ist sie nicht genau
definiert. Wasser kann sowohl Leben und Wiedergeburt, als auch Tod bedeuten. Es
kann sowohl als „[..]schöpferisch, lebensspendend[..]“ (Manfred Lurker: Buch der
Symbolik. 1991, S. 817 Z. 13 f.) als auch „[..]bedrohlich, zerstörend[..]“ (Manfred
Lurker: Buch der Symbolik. 1991, S.817 Z. 16 f.) wahrgenommen werden. Das Wasser
spielt auch im Buch „Unterm Rad“ von Hermann Hesse, dass 1906 erschien, eine
große Rolle. Hans fühlt sich zur Natur und besonders zum Wasser hingezogen. Hans
„[..]sah zu, wie da und dort ein braunes Blatt und wieder eines durch die stille
kühle Luft sich herabdrehte und ungehört auf den bräunlichen Wasserspiegel
sank.“ (S. 67, Z. 24ff.) Von seiner Kindheit bis zu seinem Tod begleitet ihn
dass Wasser, nimmt dabei unterschiedliche Bedeutungen an und spiegelt sein
Inneres wieder.
Schon in
seiner Kindheit begleitet das Wasser Hans. Er geht gerne Angeln und verbringt
stundenlang die Zeit am und im Wasser, welches für ihn zu einer Art Ruhepol
wird. Gemeinsam mit einem Freund baut er einmal sogar ein Wasserrad. Als Hans
älter wird, verbieten ihm sein Vater und der Rektor weiterhin angeln zu gehen,
da er stattdessen für die Schule lernen soll. „[..]und das leidige Angeln hatte
er sich abgewöhnen lassen.“ (S.47 Z.14 f.) Am Anfang der Geschichte
symbolisiert das Wasser für Hans alles Gute, dass in seiner Kindheit passiert
ist.
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Hans
empfindet Wasser und Wasseraktivitäten „Ach das Angeln!“ (S. 12 Z.26) als
Entspannung. „[..]vom Fahren auf den zwischen den Stämmen klatschenden Wasser
zugleich erregt und eingeschläfert.“ (S.16 Z.16 f.) Er verbringt in den Zeiten,
in denen er nicht mehr weiter weiß, viel Zeit am Wasser und findet dort die
Ruhe und die Zerstreuung die er braucht. Er bekommt dadurch Lebensfreude und
neuen Mut. „Langsam gegen die Schwache Strömung schwimmend, fühlte er Schweiß
und Angst dieser letzten Tage von sich gleiten, und während seinen schmächtigen
Leib der Fluß kühlend umarmte, nahm seine Seele mit neuer Lust von der schönen
Heimat Besitz“ (S.26 Z. 8ff.) Ohne diese wenigen Minuten der Rhe und Erholung
wäre er wahrscheinlich schon viel Früher unter all dem Druck zusammen
gebrochen.
Außerdem
findet Hans, bei der Beschäftigung mit dem Wasser, Erlösung von seinen
Alltagslasten. „Griechisch und Latein, Grammatik und Stilistik, Rechnen und
Memorieren und der ganze folternde Trubel eines langen, ruhelosen gehetzten
Jahres sanken still in den schläfernd warmen Stunden unter.“ (S. 35 Z. 31 ff.)
Er hat dadurch weniger Kopfweh, „Hans hatte ein wenig Kopfweh, aber nicht so
stark wie sonst“ (S. 35 Z. 34 f.), der Druck fällt von ihm ab und er kann sein
Leben wieder mehr genießen.
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das Wasser eine Möglichkeit gefunden die Gefühle, des eher verschlossenen Hans
auszudrücken. Es gibt die Emotionen und Gefühle wieder, die Hans in sich
hineinfrisst, weil er keine Person hat, mit der er darüber reden kann.
Leiden und
Schmerz werden in „Unterm Rad“ ebenfalls durch Wasserbezüge ausgedrückt. Als
Hans wegen der Vorbereitung auf die Klosterschule viel lernen muss, bekommt er
wieder Kopfweh und verliert die Lust am Angeln. „Ein paarmal kam Hans noch zum
Angeln.[..] saß ohne rechte Aufmerksamkeit am Ufer des Flusses, der nun einen lichtblauen
Frühherbsthimmel spiegelte“ (S.50 Z. 34 ff.) Als er einen seiner Kameraden an
der Klosterschule durch einen Unfall, der mit Wasser zu tun hat, verliert, Hindlinger„[..]scheint
in einem Weiher ertrunken zu sein“ (S.84 Z. 22 f.), erlebt Hans Schmerz der
durch Wasser herbeigeführt wird. „[..]wurden plötzlich ihre beklommenen Seelen
von einem Schauder berührt [..]“ (S.85 Z. 2 f.)
Am Schluss
des Buches steht das Wasser für den Tod. Als Hans gefunden wird „[..] auf seinen
dunkel dahintreibenden, schmächtigen Körper schaute die kalte, bläuliche
Herbstnacht herab, mit seinen Händen und Haaren und seinen erblassten Lippen
spielte das schwarze Wasser“ (S164 Z. 23 ff.) ist nicht sicher ob er sich
umgebracht hat, oder sein Tod ein Unfall war. „Vielleicht hatte der Anblick des
schönen Wassers[..]“ (S. 164 Z. 33 ff.) und die Erlösung, die er damit
assoziiert, ihn gelockt.
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