Suizidalität
Einleitung
Suizidalität ist
immer noch ein Thema der Gesellschaft das eher totgeschwiegen, als öffentlich
diskutiert wird. Es stellt immer noch ein großes Tabuthema dar, besonders wenn
Jugendliche Suizid begangen haben. Und dabei muss man sich vorstellen, dass
Suizidalität die zweithöchste Todesursache unter Jugendlichen ist.
Deshalb befasst
sich meine Hausarbeit mit der Suizidalität von Jugendlichen.
Zu Beginn werde
ich entwicklungspsychologische Aspekte der Adoleszenz aufzeigen, danach über
Definitionen und statistisches Material zu einem Schwerpunkt der Arbeit kommen,
der sich mit Jugendlichen und den neuen Medien beschäftigt, um danach den
Aufbau von Suizidhandlungen und erste Gefahranzeichen zu beschreiben.
1. Die Jugendphase als Übergang
vom Kind zum Erwachsenen
Als Jugend wird
eine Übergansphase bezeichnet, die zwischen Kind und Erwachsenem liegt.
Verhaltensweisen der Kindheit werden abgelegt und es werden neue Kompetenzen
erworben. Durch neue Lebensabschnitte und die körperliche Veränderungen kommen
neue Aufgaben und Rollen hinzu.
Für manche ist
diese Phase eine positive Zeit, für andere ist sie mit Problemen und Krisen in
persönlichen, familiären und außerfamiliären Bereichen verbunden.
1.1 Die Phase der Pubertät
Bei Jungen beginnen
die Geschlechtsmerkmale zwischen 12-13 Jahren zu reifen, bei Mädchen zwischen
10-11 Jahren.
Bei Jungen ist
die Phase der körperlichen Veränderung zwischen 16-18 Jahren, bei Mädchen
zwischen 14-16 Jahren abgeschlossen.
(aus:
Oerter/Montada, Teil II-6, Jugendalter, Seite 333)
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Gleichzeitig
entwickelt sich auch das Sexualverhalten der Jugendlichen. Dies bedeutet nicht
nur die hormonelle Entwicklung, sondern auch die psychosozialen Bedingungen,
die die Umgebung für die Jugendlichen bereit hält. Soziale Kontakte mit Eltern,
Gleichaltrigen, Freunden die eine vertrauensvolle Beziehung zum Jugendlichen
haben und über das Thema Sexualität reden oder aber Beziehungen, die das Thema
„totschweigen“.
Durch die Pubertät
bedingt hat der Jugendliche einige Herausforderungen zu bewältigen.
1.2 Die Phase der Adoleszenz
In dieser Phase,
die mit der Pubertät einhergeht, möchte der Jugendliche als Erwachsener
anerkannt werden. Gleichzeitig distanziert er sich von dem Lebensstil, den die
Eltern übermitteln. Der Jugendliche glaubt an die Freiheit des Erwachsenseins.
Nicht selten entscheidet er sich konsequent gegen die Lebenseinstellung der
Eltern.
Trotzdem sind
die Eltern in dieser Phase für die Jugendlichen wichtig. Die Eltern müssen eine
Beziehung auf einer anderen Ebene zu ihren Jugendlichen finden, sie einerseites
Loslassen und andererseits Haltgeben.
Obwohl die Gleichaltrigen (peer group) für den
Jugendlichen oft am wichtigsten erscheinen, sucht er trotzdem die Auseinandersetzung
mit den Eltern.
1.3
Entwicklungsaufgaben für Jugendliche (12-18 Jahre)
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Er spricht von
„sensitive periods for learning“ und „teachable moments“.
Havighurst teilt
1982 die Entwicklungsabschnitte ein in mittlere Kindheit (6-12 Jahren),
Adoleszenz (12-18 Jahren) und frühes Erwachsenenalter (18-30 Jahren). Danach
sind die Entwicklungsaufgaben Jugendlicher von 12-18 Jahren folgende:
Ø Aufbau von neuen und
reiferen Beziehungen zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts
Ø Die Übernahme der
jeweiligen Geschlechterrolle
Ø Die eigene
körperliche Erscheinung akzeptieren
Ø Die emotionale
Unabhängigkeit von den Eltern und anderen Erwachsenen erreichen
Ø Die Vorbereitung auf
Ehe- und Familienleben, sowie auf die berufliche Karriere
Ø Eigene Werte
erlangen, mit denen ein eigenes ethisches System aufgebaut werden kann
Ø Sozial
verantwortliches Verhalten
Nach dem
Wissenschaftler sind diese Aufgaben nicht isoliert zu betrachten. Sie bauen aus
Erfahrungen aus der Kindheit auf und werden auch im frühen Erwachsenenalter
weiter differenziert. (Robert J. Havighurst, aus Oerter/Montada, 4. Auflage,
1998, Seite 326)
1.4 Zusammenfassung
Heute reift der
Mensch auf der einen Seite physisch früher zum Erwachsenen heran. Auf der
anderen Seite übernimmt er immer später die volle Verantwortung für die
Aufgaben in der Arbeitswelt und die Bildung einer eigenen Familie. Die Phase
zwischen physischem und sozialem Erwachsensein wird größer.
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2. Definitionen
2.1 Suizidalität
Umgangssprachlich wird Suizid auch Selbstmord,
Selbsttötung oder Freitod genannt.
Diese unterschiedlichen Begriffe bezeichnen eine Handlung,
die mit Absicht durchgeführt wird und den Tod als Folge hat. Eine Handlung, die
Ausdruck von persönlicher Freiheit ist und die mit Hoffnungslosigkeit
verbunden ist. Sie soll ganz konkret die Lösung eines Konflikts oder einer
Krise sein.
Die Abgrenzung zu einem Unfall kann schwierig sein,
insbesondere dann, wenn die Person unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen
stand. Nach Schätzungen der DGKJP (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und
Jugendpsychiatrie) handelt es sich bei 10% bis 20% der Drogen- und Verkehrstote
um versteckte Suizide.
2.2 Parasuizid
Die WHO
definiert den Parasuizid als eine Handlung mit nicht-tödlichem Ausgang. Die
Person ändert ihr gewohnheitsmäßiges Verhalten und möchte durch die
Konsequenzen des Verhaltens Veränderungen bewirken (DGKJP, 2003). Nach dieser
Definition besteht nicht die Absicht, den Suizid zu vollenden, sondern
berücksichtigt die Intentionen, die mit prasuizidalem Verhalten verbunden sein
können mit ein. Zum Beispiel der Wunsch Aufmerksamkeit zu erregen oder andere
Menschen durch die Handlung an sich selbst zu bestrafen, z.B. Eltern.
2.3 Statistisches Material
Bei Kindern
unter zehn Jahren kommt Suizid so gut wie nicht vor.
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2.3.1 Geschlecht
und Suizidalität
Mädchen und
junge Frauen unternehmen bis zu dreimal öfter einen Suizidversuch als Jungen
und junge Männer. Bei zweiteren ist allerdings eine höhere Suizidrate zu
verbuchen als bei den erst genannten.
Das führt zu
Erklärungsversuchen, warum die Suizidversuche beim weiblichen Geschlecht so
viel höher sind.
Ein
Erklärungsversuch kann in der unterschiedlichen Sozialisation der beiden
Geschlechter liegen. Das geschlechtsrollenspezifische Bild von Mädchen und
jungen Frauen wird als schwach, hilfs- und schutzbedürftig vermittelt, sie
dürfen ihre Aggressionen nicht nach außen zeigen und sie versuchen durch
suizidales Verhalten ihre körperliche und soziale Unterlegenheit auszugleichen
oder sogar damit Aufmerksamkeit zu erreichen.
Es gibt auch
Unterschiede im Bezug auf die Methode. Mädchen bzw. junge Frauen benutzen eher
weiche Methoden, z.B. Tabletten. Jungen oder junge Männer bedienen sich eher
der härteren Methoden, z.B. von einem hohen Gebäude springen oder eine
Schusswaffe.
3. Suizid unter besonderer Berücksichtigung der neuen Medien
Es gibt nicht nur in der breiten Bevölkerung, sondern auch
unter Wissenschaftlern die Meinung, dass die neuen Medien, allen voran das
Internet, Jugendliche auf suizidale Gedanken erst bringen. Es ist von
Suizidverabredungen über das Internet berichtet worden. Eine Jugendliche aus
Österreich und ein Jugendlicher aus Norwegen haben sich über das Internet
kennengelernt und haben den Suizid zusammen verabredet.
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