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Steckt die Schweizer Wirtschaft in der Liquiditätsfalle? .doc

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Faculty
Economics
Discipline
Macroeconomics
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University, School
Fernfachhochschule Schweiz Bern
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2009
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Schweizer Wirtschaft in der

Liquiditätsfalle

Research Paper

im Studiengang

Master of Science in Business Administration -

Major in Innovation Management

Bern, November 2009

Management Summary

Der geldpolitische Spielraum der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Stimulierung der Realwirtschaft in der Schweiz ist ausgereizt. Das Dreimonats-Libor Zielband wurde auf den Stand von 0.0 bis 0.75 Prozent belassen und der Reposatz liegt praktisch bei null. Der Nominalzins kann nicht unter null fallen, er hat die Talsohle erreicht.

Da die Wirtschaftssubjekte nicht mehr auf die tiefen kurzfristigen Zinsen reagieren und einen Zinsanstieg erwarten, ist das klassische Zinsinstrumentarium der Nationalbank nicht mehr wirksam. Die Wirtschaftssubjekte empfinden den kurzfristigen Nominalzins als aussergewöhnlich niedrig und befürchten Kursverluste auf festverzinslichen Wertpapieren und werden folglich die Geldhaltung vorziehen.

Die Wirtschaftssubjekte nehmen zusätzlich bereitgestelltes Geld in ihrer Spekulationskasse auf, um auf bessere Anlagemöglichkeiten zu warten. Verbunden mit dem konjunkturellen Abschwung befindet sich die Schweiz in der so genannten «Liquiditätsfalle».

 

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Diese wiederum würde zu noch mehr Arbeitslosigkeit führen. Die Folge wäre ein noch grösserer Konjunkturrückgang.

In dieser Situation muss die Fiskalpolitik einen Beitrag zur Konjunkturankurbelung leisten. Dies kann der Staat mittels Investitionsprogramme oder Steuerrabatten betreiben, insofern sie mit der in der Verfassung verankerte Schuldenbremse konform ist.

Durch den Multiplikatoreffekt wird jeder vom Staat eingesetzte Franken ein Vielfaches an weiteren Konsumausgaben oder Investitionen zur Folge haben.


Einleitung

Ausgangslage / Problemstellung

Zurzeit befindet sich die Weltwirtschaft in einer tiefen Rezession (siehe Abbildung 1).

Die Wirtschaftsleistung ist seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr so massiv zurückgegangen (Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Hochschule Zürich [KOF ETHZ], 2009). Bemerkenswert sind dabei das Ausmass der Rezession und die weltweit gleichzeitig ablaufenden Entwicklung des seit der zweiten Jahreshälfte 2008 äusserst heftigen Einbruchs.

Zudem erweist sich auch der Umstand erschwerend, dass die jetzige Rezession mit einer Liquiditätskrise einhergeht. Deshalb befinden sich heute die meisten Volkswirtschaften in der Situation der so genannten «Liquiditätsfalle». Die Konjunkturbelebung durch eine wirksame Geldpolitik gestaltet sich mit dieser Ausgangslage viel schwieriger.

 

Zielsetzung

 

Die vorliegende Arbeit soll Aufschluss geben auf folgende Fragen:

- Steckt die Schweizer Wirtschaft in der Liquiditätsfalle?

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- Wer hat die Umstände, die zur Liquiditätsfalle beitrugen, herbeigeführt?

- Was sind die Auswirkungen der Liquiditätsfalle?

- Wie können diese Auswirkungen abgeschwächt oder verhindert werden?

Aufbau der Arbeit

Obwohl die momentane Rezession die gesamte Weltwirtschaft betrifft, beschränkt sich die vorliegende Arbeit ausschliesslich auf die Schweizer Volkswirtschaft.

Im theoretischen Teil wird am Volkswirtschaftsmodell nach John Maynard Keynes (1936, S. 202) das Prinzip der Liquiditätsfalle erläutert. Danach wird anhand von aktuellen Beispielen der Praxisbezug zum theoretischen Modell hergestellt und die Entwicklung der wichtigsten Einflussfaktoren analysiert.

Im Schlussteil werden Fragestellungen im Zusammenhang mit der Liquiditätsfalle behandelt und ein mögliches Szenario, das zu einer positiven Konjunkturentwicklung führt, aufgezeigt.


Theoretisches Grundgerüst – Wie entsteht die Liquiditätsfalle

Geldpolitik

Auf mittlere und lange Frist ist Geldpolitik neutral, jedoch in der kurzen Frist kann mit Geldpolitik die Höhe der Produktion beeinflusst werden (Blanchard & Illing, 2009, S. 768). Durch die Geldpolitik sollen die Preisstabilität gesichert und Konjunkturschwankungen stabilisiert werden (Illing, 1997, S. 10).

Nach May (2008, S. 382) stehen den staatlichen zentralen Banken vier Instrumente zur Steuerung des Geldangebotes zur Verfügung:

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Als Gegenleistung erhalten die Geschäftsbanken auf ihren Zentralbankkonto Gutschriften. Für diese Refinanzierungsmöglichkeit verlangt die Zentralbank einen Zinssatz, den Diskontsatz. Dieser beeinflusst nicht nur den Umfang der Wechselgeschäfte der Geschäftsbanken, sondern er übt auch eine Signalwirkung auf das gesamte Zinsgefüge im Bankensystem aus.

Die Zentralbank begrenzt die Menge der Wechselankäufe von den Geschäftsbanken mittels Rediskontingenten. Analog den geldpolitischen Absichten werden diese erhöht oder gesenkt.

Lombardpolitik: Die Geschäftsbanken haben die Möglichkeit Wertpapiere an die Nationalbank zu verpfänden und erhalten dafür einen entsprechenden Kredit (May, 2008, S. 383). Die Kreditzinsen orientieren sich anhand der geldpolitischen Absicht über einen - durch die staatlichen zentralen Banken fixierten - Lombardsatz.

Mittels des Lombardsatzes können die Zentralbanken die Zinsen der Geschäftsbanken stark beeinflussen.

Gleichzeitig kann sie mit dem Gesamtvolumen der Lombardkredite die Geldmengen steuern. Mindestreservepolitik: Bei der Mindestreserve handelt es sich um ein Zwangsguthaben der Geschäftbanken bei der Zentralbank (Wildmann, 2007, S. 145).

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Umgekehrt verfolgt sie eine restriktive Offenmarktpolitik, wenn sie ihre Wertpapier Forderungen verringert, was zu einer Senkung der monetären Basis führt und den Zinssatz für Kredite und Wertpapiere erhöht.

Geldmarkt

Für die Abwicklung von wirtschaftlichen Transaktionen wird Geld benutzt (Cezanne, 2005, S. 329). Von den Wirtschaftssubjekten wird Geld als Zahlungsmittel, als Recheneinheit und als Wertaufbewahrungsmittel verwendet (Hardes & Uhly, 2007, S. 433).

Auf dem Geldmarkt wird das Gut Geld angeboten und nachgefragt, wobei es sich um einen fiktiven gesamtwirtschaftlichen Markt handelt, da für den Tausch mit dem Gut Geld kein ökonomischer Ort existiert (Woltmann, 2005, S. 157). Die Nachfrage nach Geld ist positiv abhängig vom Einkommen und negativ abhängig vom Zins.

Geldmarktgleichgewicht: Die LM-Kurve

Keynes geht in seiner Theorie der Geldnachfrage (Liquiditätspräferenztheorie) von drei Motiven für die Geldhaltung aus (Keynes, 1936, S. 167):

1. Transaktionsnachfrage: Die Individuen benötigen Geld für Transaktionen (Berlemann, 2004, S. 98-99). Je höher das nominale Volkseinkommen und je höher das Transaktionsvolumen ist, desto höher wird auch die nominale Geldnachfrage sein.


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