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Stark gefährdete Ökosysteme - Amazonien .doc

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Natural Science
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Geology
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Universität Potsdam
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2004
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Stark gefährdete Ökosysteme

Amazonien


Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung

 

  1. Ursachen für die Gefährdung des tropischen Natur-raumes

        Brennholz als Hauptenergieträger

        Agro-„Kultivierung“ des Bodens

        Rinderzucht

        Soja

  1. Schrumpfung des Tropischen Regenwaldes

        Zahlen, Daten, Fakten

        Wie effektiv sind Boykotte?

  1. Funktion der Wälder

        Lebensraum

        Motor des Weltklimas

        Vegetation als Heizung

        Wälder sind Kohlenstoffspeicher/-senken

  1. Klimaprojekte – Ein Weg aus der Misere?

        Senkenprojekte in Brasilien

        Müll zu Strom in Rio de Janeiro

  1. Abschlussbemerkung

 

  1. Literaturliste

 

  1. Einleitung

 

Die größten Waldökosysteme sind:

  1. der boreale Nadelwald
  2. der sommergrüne Laubwald und
  3. der tropische Regenwald.

Der tropische Regenwald nimmt in vielerlei Hinsicht eine besondere Stellung unter den drei den Globus zu großen Teilen bedeckenden Ökosystemen ein.

Er ist das älteste, artenreichste und produktivste Landökosystem überhaupt: auf 2.000m² gedeihen in der Urwaldmetropole Manaus/Amazonien 50 verschiedene Pflanzenfamilien, pro Hektar sogar 150 Baumarten, im gesamten Amazonasgebiet mehr als 400.000 1990 von Wissenschaftlern erfasste Pflanzenarten – und täglich kommen neue hinzu – wobei gerade mal 6.000 in ganz Mitteleuropa wachsen. Bambusgräser wachsen tageweise bis zu einen Meter bis sie in einer Größe von mehr als zehn Metern ihren Wachstum stoppen, Bäume sprießen zwei Meter in 12 Monaten, Blätter von einem Meter Länge an Aronstabgewächsen und Bananen-stauden.

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Insgesamt sollen nach T.L. Erwin ca. 30 Millionen Tierarten in den Regenwäldern leben.[1] [2]

Darüber hinaus hat er nicht nur maßgeblichen Einfluss auf Mikroklimate sondern auch auf das Weltklima.

Welche Folgen der achtlose, unumsichtige und eigennützige Gebrauch diese Öko-systems haben, wird in diesen Jahren immer offensichtlicher. Wie weit die Schäden vorangetrieben sind und welche Bestrebungen es auf internationaler und nationaler Ebene gibt, der sich verselbstständigten Zerstörung entgegenzuwirken, soll im Folgenden dieses Essay beleuchten.

  1. Ursachen für die Gefährdung des tropischen Naturraumes

 

Die Gefährdung des tropischen Naturraumes geht etwas sehr simplifizierend und nahezu wertneutral ausgedrückt auf einen Konflikt zwischen Mensch und Raum zurück. Analysiert man jedoch, wie dieser Konflikt entsteht, bekommt diese Aus-sage einen sehr harschen Beigeschmack.

Prinzipiell ist klarzustellen, dass die Veränderung und Zerstörung dieses Ökosys-tems aufgrund anthropogener Einflussfaktoren geschieht. Der Einfluss der Natur selbst, wie durch natürlich entstandene Brände, Überschwemmungen, heftige Stürme, … ist als vernachlässigbar einzustufen, da diese Art Ereignisse eher einen selbstregulierenden natürlichen Charakter haben, als dass man diesen für die Gefährdung der Tropen Schuld zu sprechen könnte.

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Die Wälder sind in vielen Fällen einzige Existenzgrundlage einer Familie, eines Stammes oder auch eines ganzen Volkes. Demnach stellt sich bei der Betrachtung dieses Problems immer irgendwann die Frage: Ausbeutung oder Lebenserhaltung?

Betrachtet man die Suche nach den Ursachen nüchtern, kristallisieren sich zwei Stränge heraus.

  1. Die direkten Ursachen, welche das direkte Eingreifen beschreiben.
    1. Wanderfeldbau mit langen und/oder auch kurzen Zyklen
    2. permanente Landwirtschaft mit Hauptprodukten, Fischzucht, Rin-derfarmen, Plantagen
    3. Bergbau
    4. Wasserkraftwerke
    5. Anbau von Drogenpflanzen
    6. … und
  2. Die indirekten Ursachen, welche Folgeerscheinungen bestimmter Umstän-de beschreiben.
    1. sozioökonomische Mechanismen wie Bevölkerungswachstum, wirt-schaftliche Entwicklung, …
    2. physische Faktoren, wie Verteilung der Waldflächen, räumliche Nähe zu Flüssen, Straßen und städtischen Zentren, Topographie, Bodenfruchtbarkeit
    3. Regierungspolitik wie Landschafts- und Forstpolitik
    4. Defizite im Umweltbewusstsein

Beschreibt man die Lebensarten der in den Tropen Lebender näher, wird deut-licher, wie die Zusammenhänge sind.

 

 

2.1         Brennholz als Hauptenergieträger

 

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Gerade einmal die klassischen Einwanderungsländer der „ersten“ Welt, wie die USA, Neuseeland und Kanada erreichen eine Bevölkerungszunahme von 1%/A. Die übrigen zumeist europäischen entwickelten Länder liegen weit unter dem (Portugal, Italien: 0,1%/A, Groß Britannien, Deutschland, Dänemark: 0,2%/A, Schweden: 0,3%/A, Griechenland, Frankreich, Polen: 0,4%/A).[3] Schätzungen zufolge werden von den 7 Mio.m³ Brennholz, welche jährlich benötigt werden, 5,5 Mio.m³ für Privathaushalte zum Kochen und Heizen und nur 1,4 Mio. m³ für das Gewerbe also zum Teilhaben an wirtschaftlichen Prozessen verwendet.

Holz, welches nicht gesammelt werden kann, weil es schlichtweg nicht mehr vorhanden ist, muss gekauft werden. Ungefähr 40% eines Durchschnitts-einkommens muss daher für Brennholz ausgegeben werden.

Aufgrund von steigenden Ölpreisen und Bevölkerungszahlen stieg der Verbrauch von Brennholz in den letzten 35 Jahren um 60%. Beispielsweise sieht die Energieversorgung Haitis wie folgt in offiziellen Zahlen aus: 7% aus Wasserkraft, 19% aus Mineralölimporte und 71% aus Brennholz. Die Menschen, die auf das Brennholz angewiesen sind, können nur bedingt reagieren.

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2.2         Agro-„Kultivierung“ des Bodens

Um diese zumeist dennoch agrarische Arbeit aufnehmen zu können, müssen natürlich entsprechende Flächen geschaffen werden. Dazu wird ein beliebig großes Stück Wald brandgerodet, was CO2 freisetzt und den Treibhauseffekt begünstigt.

Allzu oft sind es aber nicht nur einzelne Familien, die ein paar mehr Quadratmeter brauchen, um beispielsweise eine Kuh weiden zu lassen, sondern Großbauern, die unter anderem auch für den europäischen Markt produzieren.

2.2.1    Rinderzucht

Aus ¾ aller illegal gerodeten Flächen wird Weideland für Rinder gewonnen.[5] Ein Rind benötigt bis zur Schlachtreife ein Areal von ca. 1 ha um zu gedeihen. Da die schlechten Bodenverhältnisse der Tropen eine Bewirtschaftung jeglicher Art nach nur drei Jahren unmöglich machen, müssen ständig weitere Flächen umfunk-tioniert und alte, nutzlose, ausgedörrte zurückgelassen werden.

Auf diesen Flächen wächst nur sehr bedingt wieder von selbst eine Vegetationsdecke heran, da die Bodenerosion – insbesondere durch Wasser nach massiven Niederschlägen – Jungpflanzen keine Chance lässt, insofern sie denn überhaupt auf dem humusarmen Boden Wurzeln fassen konnten.

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