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Städtenetze in Deutschland .doc

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Faculty
Environmental Science
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Geo Sciences
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Technische Universität Dresden - TUD
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2010
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Städtenetze

Gliederung:

1.      Einleitung

2.      Städtenetze in Deutschland

3.      Charakterisierung von Städtenetzen

3.1  Merkmale

3.2  Arten

3.3  Ziele und Motive

4.      Städtenetze als Steuerungsinstrument in der Raumplanung

5.      Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Städtenetze sind Kooperationsformen von Kommunen einer Region, bei der die Partner freiwillig und gleichberechtigt ihre Fähigkeiten und Potentiale bündeln und ergänzen, um gemeinsam ihre Aufgaben besser erfüllen zu können.(www.bbr.de)

Aus dem Dokument „Europa 2000“ (1991) geht hervor, dass die Städtevernetzung als ein zukunftsweisendes Planungsmittel in der Raumordnung angedacht ist. Die Städte reagieren somit auf die Zunehmende Internationalisierung Europas und der Welt, indem sie versuchen durch gemeinsame Interaktion ein Konkurrenzpotential beispielsweise gegenüber Metropolen herzustellen.

Es wird also durch die Vernetzung mehrerer Städte angestrebt, die Stärken und Vorteile einer gesamten Region zu bündeln, um attraktiver auf mögliche Investoren zu wirken und somit Arbeitsplätze an die Region zu binden. Neben den wirtschaftlichen Aspekten zählen auch Zielvorstellungen im Bereich Infrastrukturplanung, Flächenplanung, Kultur-, Sozial-, Bildungs- und Fremdenverkehrspolitik.

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Die Notwendigkeit einer solchen Zusammenarbeit lässt sich an Hand der vorherrschenden Siedlungsstruktur in Mitteleuropa darstellen. Der Raum um Deutschland ist stark historisch geprägt, dass heißt viele kleine und mittelgroße Städte bestimmen das Bild der Siedlungsverteilung. Um nun dennoch gewisse Wirtschafts-, Technologie- oder Tourismuszentren aufbauen zu können, bedarf es die Zusammenarbeit verschiedener Städte einer Region, zumindest ist dies die Zielvorstellung oder der Hauptgedanke dieses raumplanerischen Instruments.

Städtenetze in Deutschland

Den Anfang in Deutschland gründeten 12 Modellvorhaben (siehe Abb.1), die von 1995-1998 angelaufen sind. Bei allen Modellen handelt es sich um freiwillige Zusammenschlüsse, bei denen alle Partner unabhängig von Hierarchiestufen (vgl. Zentrale-Orte-System) auf einer gemeinsamen Ebene Entscheidungen treffen.

Ob diese theoretischen Vorgaben nun in der Praxis funktionieren ist fraglich, ein genauer Blick in das Städtenetz „MAI“ lässt erahnen, dass München auf Grund der Einwohnerzahl und der wirtschaftlichen Mittel/Voraussetzungen wohl eine gewisse Vorrangstellung einnimmt, wichtig jedoch für das Netz ist, dass alle beteiligten Städte, im Idealfall auch die Regionen herum, Vorteile aus dieser Symbiose ziehen.

 


Grafiken wurden automatisiert entfernt

(Abb.1: 12 Modellvorhaben von Städtenetzen zwischen 1995-1998, www.bbsr.bund.de)

 

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3. Charakterisierung von Städtenetzen

3.1 Merkmale

Um eine allgemeine Charakterisierung von Städtenetzen zu geben, sollte man sich an folgende Anhaltspunkte halten. Unter Städtenetzwerken versteht man Verbindungen von mehr als zwei Städten, da es sich sonst nur um eine Partnerschaft handelt. Die Beziehungen, die durch ein solches Netzwerk geknüpft werden, sollen mehrdimensional sein, also mehrere Aufgabengebiete beinhalten.

Zweckverbände sind eine klare Verfehlung des raumplanerischen Instrumentes, da dadurch nicht gewährleistet ist, dass auch das Umland und somit die Region Vorteile erzielt.

Desweiteren sollen die Netzpartner gleichberechtigte Handlungsmöglichkeiten besitzen und freiwillig zusammenarbeiten. Im Vordergrund steht der funktionale Charakter dieser Verbindungen, was eine klare räumliche Trennung auch in ferner Zukunft beinhaltet.

3.2 Arten von Netzwerken

Man unterscheidet zwischen regionalen, nationalen und grenzüberschreitenden Städtenetzen. Unter regionalen, auch intraregionale Netze genannt, versteht man ein Städteverbund innerhalb eines Bundeslandes, wie zum Beispiel das „SEHN“ oder das Städtenetz Exporegion(siehe Karte)

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Nach der Wende haben sich nun die beiden Städte Bayreuth und Hof mit den ehemaligen DDR-Städten Plauen, Zwickau und Chemnitz zusammengeschlossen und der Region eine völlig neue Identifikation gegeben. So wirbt man beispielsweise mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender oder der Einrichtung einer Sachsen-Franken-Magistrale, also dem Ausbau der Eisenbahnverbindung Nürnberg - Bayreuth - Hof - Plauen - Zwickau - Chemnitz - Dresden / Zwickau - Leipzig. (http://www.saechsisch-bayerisches-staedtenetz.de/)

Den dritten Typ stellen die grenzüberschreitenden Netzwerke dar, zum Beispiel das Netz „ANKE“ zwischen den deutschen Städten Emmerich und Kleve und den niederländischen Städten Arnheim und Nimwegen.

3.3 Ziele und Motive

Im Mittelpunkt der Vernetzung stehen Synergieeffekte, also eine positive Wirkung durch den Zusammenschluss und der Zusammenarbeit mehrerer Städte. Durch Kooperation, Arbeitsteilung, Spezialisierung, Erfahrungsaustausch, Kostenreduktion und Effizienzsteigerung sollen Vorteile für alle beteiligten Seiten entstehen, welche sich vor allem in finanzieller Hinsicht bemerkbar machen sollen.

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Weitere wünschenswerte Ziele sind die „Wiederbelebung“ des Umlands und eine daraus folgende Verringerung des Siedlungsdruckes in den Städten, eine gemeinsame Regionalvermarktung in Hinsicht auf mögliche Investoren und das Schaffen eines einheitlichen, attraktiven Tourismus-Bildes. Auch politische Interessen können in Ministerien besser durchgesetzt werden, indem sich die Region auf gemeinsame Ziele einigt.

Im besten Fall entsteht ein neues „Wir-Gefühl“, dass der Abwanderung entgegenwirken und die gesamte Region stärken kann.

Die Motive, warum sich nun einzelne Städte miteinander verbinden, haben ganz unterschiedliche Ursprünge. Da es sich um ein freiwilliges System handelt, in dem die Städte selbst über Richtung und Intensität der Zusammenarbeit entscheiden, sind die Anfangsziele meist nur schwach ausformuliert.

Im Laufe der Zeit werden neue Möglichkeiten erkannt und es entsteht ein immer komplexer werdendes Netz aus den Ideen der beteiligten Städte.

4. Städtenetze als Steuerungsinstrument in der Raumplanung

Die Aufgabe der Raumordnung besteht in der Standortsicherung und –vorsorge in Bezug auf Wohnen, Arbeit und Umwelt, also der Ordnung, Entwicklung und Sicherung von den jeweiligen Gebietseinheiten. Diese Hauptgedanken können durch regionale Zusammenarbeit erreicht werden, frei nach dem Motto „Kooperation statt Konkurrenz“.

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Auch das Auflösen der starren, nach Einwohnerzahl abhängigen Hierarchiestruktur wird als ein entscheidender Bonus für das Planungsinstrument der Städtenetze angesehen.

Auf der anderen Seite erwägen Kritiker, dass sich vorwiegend starke Netzpartner zusammenschließen, was schwache Regionen immer schwächer werden lässt. Auch die Idee, dass es zu einem Aufschwung der gesamten Region kommt, also inbegriffen der Netzmaschen, ist in der Realität oft schwer zu verwirklichen und die Gemeinden und Kleinstädte, die nicht aktiv beteiligt sind, verlieren ihren Status zunehmend.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Städtenetze innerhalb der Raumplanung eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden und im Zuge steigender Konkurrenz können einige vernetzte Städte einen Bedeutungsgewinn erlangen.

5. Literaturverzeichnis

-        ADAM, B. (1994): Städtenetze : Ein neues Forschungsfeld des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus. In: Informationen zu Raumentwicklung 1994 (7/8). S. 513-520.

-        Melzer, M. (1998): Planung und Städtenetze. In: Zukunft der Stadtregion. S. 120-122

-        Würges, J. (2000): Städtenetze als Perspektive der interkommunalen Zusammenarbeit. In: Materialien/Uni Frankfurt, Band 29, S. 107-143

-        www.bbr.bund.de (12.07.2010)

-        http://www.landesentwicklung.sachsen.de (12.07.2010)

 


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