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Sehr geehrte Damen
und Herren,
mein Name ist Peter
Szabo und ich promoviere derzeit bei Prof. Schöller.
Das Thema meiner
Arbeit ist die Stadtpfarrkirche St. Jakob in Straubing.
Als erstes möchte ich
Ihnen die Kirche St. Jakob kurz vorstellen, um Ihnen die Bedeutung dieses
Bauwerks zu erklären. Es wird dabei auch ersichtlich, wie wichtig eine
Erforschung dieses Bauwerks ist.
Die
zwischen 1408 und 1592 erbaute Kirche St. Jakob in Straubing ist bis heute
nicht monographisch erfasst.
Die
Jakobskirche in Straubing ist eine der größten gotischen Kirchen Altbayerns und
hat eine excellente topographisch, geographische Lage. Die Stadt liegt in der
Nähe von wichtigen Kunstzentren und Handelsrouten. Die Verbindungen zu
Regensburg, der Donau, zu Österreich, Landshut, München, zum Bayerischen Wald
und zu Böhmen, sind ein Beleg für die guten Handelsbeziehungen und die damit
verbundenen Einnahmen, sowie für das steigende Ansehen der Stadt.
Trotz
der über hundertjährigen Bauzeit ist die Architektur von St. Jakob vollkommen
und einheitlich. Die dreischiffige Halle und der Umgangschor sind zu einem
Einheitsraum verbunden. Die gleichförmige Durchführung des Kapellenkranzes und
der Kapellenanordnung in den Seitenschiffen waren folgenreich für die weitere
Entwicklung der altbayerischen Sakralarchitektur. St.
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Der
Entstehungszeitpunkt des Neubaues wird in der Literatur nicht erwähnt. 1418
wurde der Altar in der Prächsenkapelle, südlich neben dem Chorscheitel geweiht.
Die Stiftung einer Umgangsprozession, datiert mit dem Jahr 1423, beweist die
Fertigstellung des Chores.
Bis in die dreißiger Jahre des 15. Jahrhunderts war
das Langhaus bis zu den östlichen Portalen errichtet worden.
Bauunterbrechungen, durch regelmäßige Einfälle der Hussiten zwischen 1419 und
1439, führten zu Stockungen, was die eher spät erfolgte Einwölbung von 1492
belegt. An den beiden letzten südlichen Strebepfeilern befinden sich datierte
Hausteine, welche die Vollendung der westlichen Joche im Jahre 1512 beweisen.
Im Turmgeschoss befinden sich mehrere Signaturen, die von weiteren
Bauunterbrechungen zeugen. So befinden sich im 1. Turmgeschoss die Jahreszahlen
1517 und 1519, kurz unterhalb des Turmhelms jedoch die Jahreszahl 1579. Mit der
im Jahre 1581 erfolgten Versetzung der Chorherren von Pfaffmünster nach
Straubing hatte St. Jakob fortan doppelte Funktion als Pfarr- und Stiftskirche.
1780
machte ein Stadtbrand, der Turm und Teile des Daches und das spätgotische
Gewölbe der Jakobskirche zerstörte, eine drei Jahre dauernde Renovierung nötig,
in der Dach und Gewölbe durch den Stadtbaumeister Hirschstetter erneuert
wurden.
Nahezu
alle Akten zu diesem Restaurierungsprozess sind erhalten und fanden in der
bisherigen Literatur über St. Jakob noch keine Verwendung. Weitere
Restaurationen fanden zwischen 1893 bis 1907, sowie 1964 bis 1967 und 1998 bis
2002 statt.
Aus Sicht der gegenwärtigen
Literatur war eine neue Untersuchung über St. Jakob dringend wünschenswert.
Quellen, die einer
eingehenden Analyse bedurften und deren Inhalte in meiner Arbeit berücksichtigt
werden, waren:
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Unterbrechungen kann man dann wiederum auf die wichtigen Akten der
Restaurationen von 1893 und 1964 vollständig zurückgreifen.
b)
die nahezu kompletten Restaurationsakten von 1780-1787, durch deren Analyse
neue Erkenntnisse zu Architektur und Bestand der Kirche erarbeitet wurden.
Überdies basieren meine Forschungsergebnisse auch auf den Restaurationsplänen
des Stadtbaumeisters Hirschstetter von 1780.
c)
Briefwechsel zwischen der Stadt Straubing, der bayerischen Regierung und dem
Augsburger Domkapitel, betreffend Restaurierungen und Umbauten in St. Jakob.
d)
Berichte von Bruderschaften. Im Hinblick auf die Jakobskirche wurden diese
Quellen nicht untersucht. Bruderschaften, wie die Priesterbruderschaft oder die
Bäckerknechtsbruderschaft, waren Auftraggeber von Kapellen- und Messstiftungen
in der Kirche. Durch die Durchsicht dieser Berichte, konnten ebenfalls neue
Erkenntnisse zu Architektur, Bauzeit und Kircheninventar erarbeitet werden.
e)
die Windberger Klosterannalen. Sie fanden in der Forschung in Bezug auf St.
Jakob noch keine Berücksichtigung und sind maßgeblich für eine genaue
Baudatierung.
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Das Problem, welches
von Anfang an im Raum stand, war:
Wie packt man eine
Monographie eines Bauwerks überhaupt an?
Was muss man alles
untersuchen, um eine derartige Arbeit anfertigen zu können?
Was ist wichtig für
diese Arbeit und was kann weggelassen werden?
Ich habe meine Arbeit
in einen Teil A und einen Teil B getrennt.
Teil A beschäftigt
sich allgemein mit der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Straubing.
Hier wird versucht
aufzuzeigen, warum ein derartiges Bauwerk in einer beschaulichen Kleinstadt wie
Straubing überhaupt ausgeführt werden konnte?
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Es ist nachweisbar, dass
zwischen 1380 und 1420 in Straubing eine künstlerische und kulturelle Blüte vorherrschte.
Von 1356 bis 1425 existierte
das Herzogtum Straubing-Holland mit einer Residenz in Straubing und in Den
Haag.
Das
Bürgertum erhielt vom Herzog mehr Freiheiten, was sich auf deren
Stiftungsbereitschaft
positiv
auswirkte.
Überdies liegt die Stadt an einer Nord-Süd-Transit-Route und einer
Ost-West-Route.
Dies ermöglichte gute Handelsbeziehungen
zu Regensburg, Böhmen, Österreich und Holland.
Für das
Jahr 1409 sind laut Quellen 52 Wochen- und 13 Jahrmärkte nachweisbar.
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3
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Was waren die Gründe
dafür, dass dieses Baumaterial verwendet wurde?
Es gibt in der
Literatur verschiedene Theorien, von denen ich eine vorstellen möchte, die für
Straubing wohl am plausibelsten erscheint.
Straubing hatte
keinerlei Werksteinvorkommen.
Nur durch teure Transporte
über Land und auf der Donau konnte man das Material zu den Bauplätzen
bringen. Nur wichtige architektonische Bauteile wurden deswegen im Donauraum
in Werkstein gefertigt.
Als Alternative dazu galt
der Backstein. Vor allem im Gäuboden, der sehr lehmreich ist, sind schon sehr
früh Ziegeleien nachweisbar.
Bereits die Überreste des
Römerkastells Sorviodurum und eines römischen Gutshofs, in Straubing, weisen
Ziegelbrenngruben auf.
Die nächsten Quellen, die
die Bedeutung von Ziegelbauten nachweisen, sind Strafen und Steuernachlässe die
in Straubing ab dem 14. Jahrhundert in Ziegelsteinen ausgesprochen wurden.
Überliefert ist eine Zollrechnung von 1521 in denen acht Bierbrauer wegen
Stadtrechtsbruchs zu einer Zahlung von jeweils 4000 Ziegelsteinen verurteilt
wurden.
Es gibt auch Quellen, die
Ziegeleien im 14. und 15. Jahrhundert in Straubing belegen.
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