Мы в
Калининграде:
Im September 2010 nahmen wir an einem Sprachkurs an der
Immanuel-Kant-Universität Kaliningrad teil, welcher uns durch die Partnerschaft
mit der Uni Kiel ermöglicht wurde. Insgesamt waren wir eine Gruppe von 6 Leuten
mit teils sehr unterschiedlichen Sprachniveaus (2 Muttersprachlerinnen und 4
Anfänger), welche sich größtenteils aus Slavistik-Studenten zusammensetzte.
Mit diesem Bericht wollen wir unsere Erfahrungen der 3
Wochen mit allen Interessierten teilen.
Anreise
Es gibt diverse Anreisemöglichkeiten nach Kaliningrad. Die
günstigste Möglichkeit ist die Anreise mit dem Bus. Diese hatte ca. 146€ für
Hin- und Rückfahrt gekostet (für Personen bis 26 Jahren). Allerdings hatten wir
uns dagegen entschieden, da es uns zu gefährlich und anstrengend erschien.
Einen Direktflug, der sicherlich die bequemste Anreisemöglichkeit wäre, gibt es
nicht immer. Zu unserer Zeit gab es einen, allerdings lagen die Kosten bei etwa
400€. Es gibt auch die Möglichkeit mit der Fähre anzureisen, allerdings haben wir
uns da nicht weiter erkundigt. Wir haben uns für die Anreise mit dem Zug
entschieden, da es ungefähr so lange dauert wie mit dem Bus, nur nicht so
gefährlich und man hat mehr Platz.
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Der Zug fährt ab Berlin, dann aber ohne umsteigen durch
Polen direkt nach Kaliningrad, wo wir abgeholt wurden. Die Fahrtdauer beträgt
ca. 16 Stunden. Die Kabinen sind ausgelegt für 3 Personen. Der Platz reicht,
aber knapp, weil man nicht weiß, wo man die Koffer verstauen kann. 2 passen in
den Bettkasten, aber einen muss man so irgendwie unterbringen.
Man fährt über
Nacht, sodass die Fahrt einem nicht so lang vorkommt. Die Betten sind ok,
allerdings wackelt es beim Bremsen und Anfahren ziemlich, sodass man Angst hat
rauszufallen. Man bekommt auch ein kleines Frühstück und Tee bzw. Kaffee. Das
Frühstück ist in Ordnung, wir hatten Pistazien zum Knabbern, ein Brötchen, eine
Dose Sprotten, und einen Schokoriegel. Wer aber größeren Hunger hat, sollte auf
jeden Fall auch Proviant mitbringen.
Was die Grenzen angeht, gab es eigentlich keine Probleme,
wenn natürlich alles mit den Pässen stimmt (was aber eigentlich der Fall sein
sollte). Im Zug stand, dass die Einfuhr von Fleisch, Milchprodukten,
Obst/Gemüse, Ungeziefer etc. verboten ist, allerdings wurden wir nicht
kontrolliert.
Auf dem Rückweg wird man nach Einfuhr von Zigaretten und
Alkohol gefragt, auch sollte man wissen, dass man nur bis zu 50g selbst
gefundenen Bernstein mitnehmen darf, weil mehr Schmuggel bedeutet.
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Was man auf jeden Fall rechtzeitig klären sollte, ist die
Visa-Geschichte. Diesmal wurde uns das Problem vom International Center
abgenommen, welches das Visum per Agentur einholte, allerdings hätte man dies
auch durch etwas bessere Organisation unsererseits verhindern können.
Unser Unterricht
Wir hatten jeden Tag drei Stunden Unterricht. Sie begannen
zu unterschiedlichen Zeiten, doch nie vor zehn Uhr. In der Mitte gab es eine
kleine Pause, oftmals wurden uns Kekse und Tee angeboten, meist wenn unsere
Konzentration etwas nachließ. Unsere Lehrerin Olga Michajlovna war mit ganzem
Herz dabei, und hat den Unterricht sehr abwechslungsreich gestaltet.
Natürlich haben wir uns auch mit Aufgaben beschäftigt, die
ausschließlich die Grammatik betreffen , meistens jedoch ging es darum etwas
über uns zu erzählen, oder etwas über Land und Leute zu erfahren. So haben wir
z.B. einen Film gesehen und in dem Zusammenhang all-
gemein über russische Schauspieler, Theater und Kino
gesprochen.
Auch Fenjas Geburtstag wurde Thema unseres Unterrichts. Wir
haben Lieder gesungen, ihr Geburtstagskarten geschrieben und die anderen
Feiertage gleich mitbesprochen.
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In der Mitte unseres Aufenthalts waren fast alle von uns krank.
So saßen wir manchmal nur zu zweit oder dritt im Unterricht. Doch auch dieser
äußere Umstand wurde sogleich integriert indem wir die Körperteile und
Krankheiten durchgenommen haben.
Hausaufgaben gab es natürlich auch jeden Tag.
Unser Unterricht war eine gute Mischung zwischen Erzählen,
Zuhören bzw. Verstehen, Aufgaben lösen und Lesen. Die Stimmung war immer
angenehm. Der einzige Nachteil waren unsere doch sehr verschiedenen Niveaus, bereits
am Anfang der ersten Stunde machten sich schon die unterschiedlichen Lernebenen
der Teilnehmer bemerkbar.
Im Allgemeinen konnte man unsere Gruppe in drei separate
Lerngruppen spalten. Die Leiterin des dreiwöchigen Kurses mußte dementsprechend
einen Weg finden um den unterschiedlichen Wissensstand auszugleichen.
Da die Nichtmuttersprachler leichte
Verständnisschwierigkeiten zeigten, blieb Irina als Übersetzerin im Kurs,
während Inna die Erlaubnis bekam andere Lehrveranstaltungen der Universität zu
besuchen. Dies führte jedoch dazu, dass das Betreuungsniveau sichbei den
Muttersprachlern reduzierte und wir kaum die Möglichkeit hatten auf unsere
Sprachprobleme intensiv einzugehen. Für die Muttersprachler ist der Kurs
deshalb wenig empfehlenswert.
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Unsere Unterkunft
Wir haben in der „Generala Sommera“ im Studentenwohnheim auf
der Ausländeretage gewohnt. Von einem großen Eingangszimmer gingen vier Türen
ab, die jeweils zu Aufenthaltsräumen führten um die auch die Schlafräume
angesiedelt waren. Wir Mädchen haben uns entschieden zu fünft in ein gleich an
den Eingangsbereich grenzendes Zimmer zu ziehen, während Fritz in ein
Zweibettzimmer zog. In unserem Zimmer standen fünf Betten, ein Schrank und ein
Tisch mit ein paar Stühlen. Nachtschränke oder Abstellmöglichkeiten neben denn
Betten gab es allerdings keine, genauso wie auch keine Leselampen vorhanden
waren. Dies war allerdings nicht in allen Zimmern der Fall. Außerdem gehörten
zu jedem Zimmer ein Kochtopf, sowie Geschirr, Besteck, Geschirrhandtücher und
Bettlaken. Diese Utensilien mussten wir vor der
Abreise auch genauso wieder zusammengesammelt haben, was sich als echte
Herausforderung erwies, da in der Küche alles von allen Bewohnern wild durcheinandergewirbelt
wurde..
Es gab auf der Etage vier Duschen mit jeweils einer Jungen-
und einer Mädchentoilette, wobei unbedingt zu beachten ist, dass man kein
Toilettenpapier in die Toilette werfen darf, sondern es in den neben der
Toilette stehenden Mülleimer entsorgen muss. Die Rohre sind nicht für
Toilettenpapier ausgelegt, wie wir gleich am zweiten Tag anhand einer
verstopften Toilette feststellen durften.
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