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Grundlage
meiner Arbeit wird ausschließlich die hermeneutische Textanalyse sein.
Das
Ziel dieser Proseminararbeit ist es in erster Linie die Wichtigkeit der Sprache
im pädagogischen Prozess der Entwicklung herauszuarbeiten.
1.1.
Begriffsdefinitionen
Schichten und soziale Schichtung:
„Soziale Schicht, soziologischer
Grundbegriff, der eine große Gruppe von Angehörigen einer Gesellschaft bezeichnet,
die über bestimmte gemeinsame Merkmale verfügen.“ (Microsoft 2008, Stichwort:
Soziale Schicht).
Sozialisation:
Dieter Geulen: „Sozialisation ist die
Entwicklung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit einer spezifisch
materiellen Umwelt“ (Geulen 2005, S. 1409).
Für die Sozialisation sind Umweltbedingungen entscheidend, welche
gesellschaftlich getragen sind. Man darf diesen Zusammenhang nicht
deterministisch sehen, sondern als eine komplexe Wechselwirkung zwischen dem
Subjekt und der Umwelt, in welcher das Subjekt aktiv mitbeteiligt ist (vgl.
Geulen 2005, S 1409-1416).
„Prozess der
Einordnung des [heranwachsenden] Individuums in die Gesellschaft u. die damit
verbundene Übernahme gesellschaftlich bedingter Verhaltensweisen“ (Duden 2007, Stichwort:
Sozialisation)
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Die Sprache ist
nur ein Teil des großen Gesamtkomplexes Entwicklung. Sie ist abhängig von
mehreren Faktoren. Zuerst ist es notwendig, dass die Anatomie des Stimmtrakts
soweit entwickelt ist, dass das Baby saubere Töne hervorbringen kann. Weiters
spielt natürlich die geistige Entwicklung des Babys eine große Rolle. Bevor
Dinge vom Kind benannt werden können, muss das Kind diese Dinge zuerst mit Augen
oder Händen erfassen.
Die Entwicklung
zum sozialen Wesen ist ein dritter sehr wesentlicher Punkt in der Entwicklung
des Kindes. Denn ansonsten fällt es einem Kind beispielsweise schwer Personalpronomen
zu begreifen und richtig zu verwenden.
Einen ganz
speziellen Punkt in der Sprachentwicklung nehmen Gefühle ein, denn sie sind in
alle Wahrnehmungs- und Entscheidungsvorgänge eingebunden. Um mit den eigenen
Gefühlen bewusst umgehen zu können, müssen Kinder und auch Erwachsene lernen
sie auszudrücken.
Ein gutes
Beispiel hierfür liefern die sogenannten Wolfskinder. Auch nach dem Versuch die
Wolfskinder in die Gesellschaft einzugliedern und ihnen Sprache beizubringen,
bleiben sie emotional verstörte Wesen, die vielfach nicht weinen oder ihre
Gefühle mit anderen teilen konnten. Dies ist sowohl die Folge der fehlenden
Sprache als auch der fehlenden Sozialisation.
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aus dem Gesamtkomplex der Entwicklung herauszuschälen.
Mittlerweile steht fest, dass die
individuellen Erfahrungen, die Persönlichkeit und die Sprache einen Menschen noch
stärker prägen als die globalen Milieufaktoren. Ein gutes Beispiel hierfür sind
in der Schule geknüpfte Freundschaften und Erfahrungen, die unabhängig von der
eigenen Familie gemacht werden und welche sehr prägend für den Spracherwerb
sind
(vgl. Butzkamm 2008, S. 12-14).
Obwohl bis heute
noch angenommen wird, dass Sprache und Sprechen zwei gleichwertige Begriffe
sind, ist dies nicht ganz richtig. Denn es ist bewiesen, dass Sprechenkönnen
keine notwendige Voraussetzung für den Spracherwerb ist. (Dies konnte vor allem
durch Fälle von Anarthrie (Unfähigkeit zur Artikulation) bewiesen werden)
Heute spricht
nur mehr ein sehr kleiner Teil der Forschung für die sogenannte Imitationstheorie,
viel häufiger wird bereits davon ausgegangen, dass der Mensch über genetische
Voraussetzungen für den Spracherwerb verfügt. Diese Theorie beruht vor allem
darauf, dass der Spracherwerb in allen Sprache und Kulturen sehr ähnlich
abläuft.
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Einen
Zusammenhang zwischen Sprache und Sozialisation stellt die heutige Soziolinguisik
her. Die Soziolinguistik hat sich in den 1970er Jahren etabliert und darum ist
auch die meiste Literatur in diesen Jahren zu finden. Soziolinguistik ist ein
„Teilgebiet der Linguistik, das das Sprachverhalten von gesellschaftlichen
Gruppen untersucht.“ (Duden 2007, Stichwort: Soziolinguistik).
3.1.
Sprache und soziale Schicht nach Basil Bernstein - Defizithypothese
Der britische
Soziolinguist Basil Bernstein unterschied in seiner Defizithypothese zwischen
dem „elaborierten“ Code (personenorientiert) und dem „restringierten“ Code (statusorientiert).
Der „elaborierte Code“ entspricht dem Sprachgebrauch der Oberschicht und
demnach entspricht der „restringierte Code“ dem Sprachgebrauch der
Unterschicht.
Diese beiden
Codes unterscheiden sich in den Bereichen:
- Explizitheit
- Grammatische
Korrektheit
- Logische bzw.
argumentative Strukturiertheit
Bernsteins Theorie
wird auch als Defizit-Hypothese bezeichnet, da der elaborierte Code als dem
restringierten Code überlegen betrachtet wird.
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