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Sprachheilpädagogische Diagnostik und Therapie von Dysarthrophonien infolge von infantiler Zerebralparese (Page 3).doc

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Faculty
Human Science
Discipline
Applied Linguistics
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Diploma thesis
University, School
Justus-Liebig-Universität Gießen - JLU Giessen
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2008
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 Neben der körperlichen Lokalisation der Behinderung, sind die funktionellen Auswirkungen von Bedeutung. Diese werden in fünf Haupttypen unterteilt: Spastizität, Athetose, Ataxie, Hypothonie und die Mischformen (vgl.: THIELE 1999, S. 4 f,  CRICKMAY 1990, S. 3: zitiert nach: WYLLIE 1951).

Sie sollen zunächst definiert werden, um im Anschluss auf die Epilepsie und die verschiedenen Anfallstypen bei CP einzugehen.

2.2.1        Die Spastik

Die häufigste Erscheinungsform der CP ist die Spastik.

„Die Spastik ist charekterisiert durch die überschießende Kontraktion eines Muskels auf einen Reiz hin. Bei der reflektorischen Reizung (Eigenreflex) folgt eine über das Normalmaß hinausgehende Kontraktion des Muskels; bei passiver rascher Dehnung des spastischen Muskels macht sich ein starker Widerstand bemerkbar.“ (THOM 1982, S. 153).

Bei der Spastizität oder auch dem spastischen Syndrom hat der Patient eine erhöhte Muskelspannung infolge einer Schädigung der Pyramidenbahnen (vom Cortex abwärts führenden Bahnen, die die Willkürbewegungen steuern). Dieser erhöhte Muskeltonus kann von einem leichten Grad bis zur Enthirnungsstarre variieren, je nachdem wo die Schädigung lokalisiert und wie schwer sie ist (vgl.: CRICKMAY 1990, S. 4, zitiert nach: BOBATH & BOBATH 1950).

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In Rückenlage zeigen sie eine starke Streckspastizität, in Bauchlage eine starke Beugespastizität. Diesen Patienten ist es nicht möglich den Kopf zu heben, Rücken, Arme und Hände zu strecken und sich auf die Hände und Knie zu stützen (vgl.: CRICKMAY 1990, S. 5, zitiert nach: BOBATH 1953).

Da die Entwicklung der Knochen und Gelenke vom Druck und normalen Spiel der Muskeln abhängen, leidet die Entfaltung der spastisch gelähmten Extremitäten. Zusätzlich wirkt sich die Lähmung auf die geistige Entwicklung aus (vgl.: THOM 1982, S. 153).

Wie bereits oben erwähnt, wird die CP auch nach der Lokalisation der Spastizität eingeteilt. Es wird unterschieden zwischen spastischer Monoplegie, spastischer Dipelgie, spastischer Paraplegie, spastischer Quadriplegie, spastischer Hemiplegie und spastischer Tetraplegie (vgl.: THOM 1982, S. 153 f. & KOLETZKO 2004, S. 616).

2.2.2        Die Dyskinesien

Eine weitere Gruppe bilden die Dyskinesien (Störungen der Extrapyramidalmotorik). Darunter fallen die Athetosen, Choreor, Tremor, Thorsionsdystonie, Ballismen und Rigor, dies sind Störungen der Subkortikalfunktionen (vgl.: FELDKAMP & MATTHIAß 1988, S. 32).

 

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Der athetotische Patient hat, wie der Spastiker, in Rückenlage hauptsächlich Reflexsynergien vom Strecktyp und in Bauchlage hauptsächlich vom Beugetyp. Die abnormen Haltungsmuster sind denen des Spastikers gleich (vgl.: CRICHMAY 1990, S. 5). Zusätzlich sind diese Haltungsmuster von unwillkürlichen Bewegungen überlagert, es handelt sich um schlängelnde und drehende Bewegungen.

Sie setzen sich wellenförmig von proximal nach distal fort (vgl.: THOM 1982, S. 155 & CRICKMAY 1990, S. 5 f, zitiert nach: BOBATH & BOBATH 1952). Der Athetotiker weist einen schwankenden Muskeltonus auf, d.h. er schwankt zwischen extremer Muskelspannung (hyperton) und extremer Muskelschlaffheit (hypoton).

So kommt es, dass er zwischen abrupten, ungezielten Bewegungen und der starren Haltung eines Spastikers variiert (vgl.: CRICKMAY 1990, S. 6). Diese Bewegungsunruhe mit den unwillkürlichen Bewegungen bei Beeinträchtigung des extrapyramidalen Systems nennt man Hyperkinese (vgl.: FRANKE 2001, S. 104). Besonders auffallend ist der Wechsel des Muskeltonus bei emotionaler Erregung.

Versucht das Kind unter Stress eine Handlung korrekt auszuführen, kann dies die Hyperkinese verstärken. Die Hyperkinese wirkt sich auch auf die Gesichtsmuskulatur aus (vgl.: THIELE 1999, S. 22).

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Ein typisches Merkmal bei der Chorea ist die Mitbeteiligung der Zungenmuskulatur bei der Bewegungsunruhe. In Ruhe ist der Muskeltonus herabgesetzt, während die Hyperkinesen durch Erregung, Konzentration und das Ausführen von Willkürbewegungen gesteigert werden. Reine Chorea kommt bei der CP sehr selten vor.

Sie tritt oft in Verbindung mit Athetose auf (vgl.: THOM 1982, S. 155).

Beim Tremor (Muskelzucken/Zittern) handelt es sich klinisch um einen Ruhetremor. Der  sich durch eine unwillkürlich aufeinander folgende Bewegung der Agonisten und Antagonisten auszeichnet. Beim Tremor sind vor allem die Hände betroffen und er wird durch feine Willkürbewegungen und bei Erregung verstärkt (vgl.: THOM 1982, S. 155).

Die Torsionsdystonie beschreibt das, für eine gerade intendierte Willkürbewegung, benötigte Einschießen von lang anhaltenden Spannungen in Muskeln. Zusätzlich leiden die Kinder unter langsam ablaufenden, drehenden Bewegungen des Rumpfes. Es handelt sich um schraubenförmige Drehungen des Rumpfes und des Halses.

Auch bei diesem Erscheinungsbild werden die Hyperkinesen durch Erregung, Anspannung und Willkürinnervation ausgelöst. Kinder mit Torsionsdystonie leiden oft an Skoliose oder/und Lendenlordose. Ihr Gang ist dementsprechend stelzend und steif. Oft löst der Gang die Muskelverkrampfungen aus. Außerdem ist die  Sprachartikulation häufig gestört, während der Intellekt für gewöhnlich im normalen Bereich liegt (vgl.: THOM 1982, S. 155 f).

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Ausgelöst werden sie durch plötzliche Sinnesreize und Anspannungen, im Schlaf hören sie auf (vgl.: THOM 1982, S. 156).

Von den anderen Dyskinesen unterscheidet sich der Rigor, denn hier besteht eine Bewegungsverarmung, d.h., der Ruhetonus der Muskeln ist erhöht. Charakteristisch sind die Widerstandsänderungen. Wird der Muskel langsam und passiv gedehnt, ist wachsender Widerstand zu spüren. Davon sind Beuger und Strecker gleichermaßen betroffen.

Im Schlaf gibt es keinen Rigor. Oftmals gehen Rigor und Tremor miteinander einher (vgl.: THOM 1982, S. 156).

2.2.3        Die Ataxie

Die kleinste Gruppe der Kinder mit CP stellen die Ataktiker dar. Die Ataxie geht mit einer Koordinationsstörung einher, die sowohl die Bewegungen der Extremitäten (z.B. gezieltes Greifen) als auch die Rumpfsicherheit beim Sitzen, Stehen und Gehen betreffen kann (vgl.: KOLETZKO 2004, S. 617).

Bei der Ataxie fallen vor allem die wenig gezielten Willkürbewegungen und der schwankende Gang auf. Die Motorik ist durch einen Mangel an Gleichgewicht sowie einen Mangel an Koordination zielgerichteter Abläufe gestört. Den Bewegungen fehlt es an Feinabstufung, Dosierung und der Möglichkeit sie wieder zu stoppen, dadurch wirken sie häufig fahrig, eckig, ungenau, unharmonisch und unflüssig (vgl.: THIELE 1999 S. 18 f.).


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