Im Bereich der Spontansprache lassen sich
verschiedene Störungsmerkmale beobachten. Es gibt z.B. den Pathologischen
Atmungstyp. Er fällt durch eine klavikulare Atmung auf, die durch extremes
Hochziehen der Schultern, beim Sprechen, sichtbar wird. Auch das paradoxe
Atmen, das durch gegenläufige Bewegungen des Thorax und Abdomens ausgelöst
wird, lässt sich hier beobachten.
Eine respiratorische Insuffiziens fällt auf durch die
verkürzte Expiration, die erhöhte Einatmungsfrequenz, das Überziehen der
Atemruhelage, inspiratorisches Sprechen sowie durch verringerten Anblasedruck.
Dadurch wird das Sprechen sehr leise und die Artikulationsschärfe, besonders
bei Plosiven und Frikativen ist verringert.
Ein weiteres Störungsmerkmal der Respiration ist die
gestörte Lautstärkekontrolle. Die Lautstärke kann entweder erhöht oder
reduziert sein, oder sie schwankt.
Besteht ein Verdacht auf eine Sprechatmungsstörung
sollte die Vitalkapazität bestimmt und die sprachfreie Atemfunktion
untersucht werden. Zur Bestimmung der Ruheatmungsfrequenz braucht man eine Uhr
und misst die Einatmungen pro Minute. Liegen diese deutlich über 20 bei flacher
Atmung kann das auf eine Hirnschädigung hinweisen. Um die Vitalkapazität zu
messen, benutzt man ein Spirometer, welches die Menge der abgegebenen Luft nach
maximaler Einatmung misst.
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wie möglich, ohne Zwischenatmung phonieren. Der Laut [a] sollte mindestens 10 Sekunden, der Laut
[sch] mindestens 8 Sekunden gehalten werden.
Im zweiten Funktionskreis geht es um die Stimmgebung.
Es kann sein, dass gar keine Phonation möglich ist. In den weniger schlimmen
Fällen handelt es sich um eine Veränderung der Stimmqualität (behauchte, raue,
gepresste Stimme), der Verschiebung oder Einengung der Sprechstimmlage (zu
hoch, zu tief, zu laut, zu leise), einer Einschränkung des Tonhöhenumfanges
oder einer verminderten Stimmstabilität. Diese Merkmale lassen sich alle
währende der Spontansprache beobachten.
Mit Hilfe von Nachsprechaufgaben lassen sich die
Einstellbewegungen der Stimmlippen beim Stimmeinsatz nachvollziehen. Die
Kontrastierung von stimmhafter und hauchender Phonation im Anlaut wird durch
Minimalpaare überprüft (z.B. Eis – stimmhaft und heiß – hauchend). Liegen
Störungen vor, ist der Kontrast zwischen den beiden Wörtern reduziert oder
aufgehoben. Es gibt drei mögliche Ursachen. Bei einer Hyperadduktion kommt es
zu gepressten Stimmeinsatz. Bei einer Hypoadduktion kann man die vokalischen
Anlaute kaum vom anlautendem /h/ unterscheiden. Wenn die Koordination von
Expiration und laryngealer Einstellbewegung gestört ist, kommt es zu einem
hauchenden Stimmeinsatz beim vokalischen Anlaut oder das anlautende /h/ wird
nicht genug vorbehaucht.
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eine erhöhte Ermüdbarkeit der laryngealen Muskulatur hin.
Lautstärkenschwankungen, Stimmzittern, Tonhöhenschwankungen und
Stimmstabilitätsmerkmale sind leicht zu erkennen, z.B. wenn die Vokale nur 2-3
Sekunden phoniert werden können. Eine weitere Maximalaufgabe ist das Überprüfen
des Schwelltonvermögens, wodurch man das Steuerungsvermögen bewerten kann. Um
den Schwellton zu erreichen, müssen Stimmlippenspannung, die
Schwingungsamplitude und der subglottische Druck aufeinander abgestimmt in
kleinsten Schritten zu- bzw. abnehmen. Ist das Kind dazu nicht in der Lage,
spricht man von einer Koordinationsstörung, denn die innere und äußere
Kehlkopfmuskulatur kann nicht reguliert bzw. koordiniert werden. Eine
unzureichende Koordinationsfähigkeit zwischen den Muskeln oder eine Unter- bzw.
Überfunktion von Teilmuskeln im Kehlkopfbereich können die Ursache dafür sein.
Übungen, die das Schwelltonvermögen überprüfen sind z.B. Anschwellübungen.
Hierbei wird ein indifferenter Summ- oder Brummton bei geringer Lautstärke
phoniert. Dann gibt es Anschwellübungen bei Silben und Wörtern mit Nasalen am
Anfang und am Ende (mming, nning usw.) und bei Silben und Wörtern mit
stimmhaften Schwinglauten am Anfang (lang, Wonne usw.). Weitere
Anschwellübungen sind die, mit Vokalen am Wort- bzw. Silbenende. Der Vokal
sollte in der Intensität gesteigert und lange ausgehalten werden (mo, su, la
usw.).
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Der dritte Funktionsbereich ist der der Artikulation,
also der Lautbildung. Störungen in diesem Bereich lassen sich oft schon in der
Spontansprache erkennen. Man sieht z.B. sofort ob der Kiefer zu gering oder
übermäßig weit geöffnet wird. Ob Konsonanten reduziert oder überschießend
artikuliert werden, hört man daran, dass bei Reduzierung Plosive lenisiert ,
Frikative mit reduziertem Friktionsgeräusch produziert und Konsonanten zu
Halbvokalen reduziert werden. Bei überschießender Konsonantenartikulation
werden Plosive fortisiert und Frikative affriziert. Auch die gestörte Vokalartikulation
lässt sich leicht raushören, sowie das Abweichen von der richtigen
Artikulationsstelle (Vorverlagerung oder Rückverlagerung). Außerdem erkennt man
das offene bzw. das geschlossene Näseln bei Vokalen. Beim offenen Näseln werden
orale durch nasale Konsonanten ersetzt, beim geschlossenen nasale durch orale.
Ist die Artikulation durch Kraft oder Bewegungsumfang reduziert , da die
Verschluss und Engebildung bei Konsonanten unvollständig ist, lässt dies auf
dyskinetische oder spastische Dysarthrie schließen.
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genaueres Ergebnis erhält man, wenn man den Kindern komplexere Anforderungen
stellt. Z.B. in dem Wort ‚Menschen’ muss das Gaumensegel rasch angehoben und
gleich danach abgesenkt werden, nur dadurch ist es möglich den Reibelaut [sch]
zwischen den Nasalen [n] zu realisieren. Oder andersrum bei dem Wort
‚Wissenschaft’ muss erst abgesenkt und dann rasch angehoben werden, um das
silbische [n] zwischen den oralen Frikativen [s] und [sch] zu realisieren. Zur
Überprüfung der Artikulation können auch Minimalpaarlisten verwendet werden.
Durch sie lassen sich die Stimmhaftigkeit (stimmhafte und stimmlose Plosive),
die Kontrollfunktion über die Vokallänge von gespannten und ungespannten
Vokalen und der Artikulationsmodus zwischen Plosiven, Frikativen und
Affrikativen überprüfen (s. Anhang). Bei den Maximalleistungsaufgaben geht es
darum möglichst schnell Silben zu wiederholen (artikulatorische
Diadochokinese). Besonders haben Kinder mit ataktischer Dysarthrie
Schwierigkeiten die Anhebung und Absenkung der Zunge, z.B. bei der Silbe /da/,
zu koordinieren. Um die labialen, apikalen und dorsalen Wechselbewegungen zu
überprüfen werden die Silben /ba/, /da/ und /ga/ verwendet.
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