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Soziologie in der Raum- und Landschaftsplanung (Page 4).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Sociology
Document category
Final thesis
University, School
Universität für Bodenkultur Wien - BOKU
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WS 2005
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Sociology

Die Jugendkultur des Punk
Die Jugendkultur des Punk Inhaltsverzeichnis­ Einleitung.. 1 1. Begriffserläuterun­gen von Jugendkulturen.. 2 2. Geschichte des Punk. 3 2.1 Ursprünge in den USA.. 3 2.2 Großbritannien – das

Ein neues Moment ist die Sozialverträglichkeitsprüfung.

Alle diese Maßnahmen sind in Wirklichkeit aber nur Beiwerk. Das „Soziale“ erscheint als Hindernis der technisch-ökonomischen Dynamik. „Planung“ als politische Steuerung ist eigentlich etwas anderes. Sohin sollte die „Arbeitsteilung“ zwischen Technik/Ökonomie und sozialer Planung aufgehoben werden, die soziale Planung solle lediglich Kosten, Nebenfolgen und Widerstände bearbeiten.

4.4. Die Dethematisierung und die Rethematisierung des Lokalen

Im Laufe der Entwicklung schien die „Stadtsoziologie“ kein selbstständiger Gegenstand mehr zu sein, da im Zuge der Industrialisierung „ländliche“ und „städtische“ Produktions- und Lebensformen sich einander angenähert hatten.

Aber trotz zunehmender Integration von Stadt und Land sind in immer größerem Umfang unterschiedliche lokale Sozial- und Wirtschaftssysteme zu beobachten, die zu unterschiedlichen Sozialstrukturen und Milieus führen. Lokal gebundenen Milieus kommt immer größere Bedeutung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu.

Während mit der Industrialisierung seit Mitte des 19. Jhdt. eine dramatische „Homogenisierung“ von sozialen Strukturen und Lebensstilen verbunden war, hat mit der Vollendung „moderner“ Gesellschaftsstrukturen neuerlich ein Prozeß der regionalen Differenzierung eingesetzt („reflexive Modernisierung“).

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Eigene Überlegungen zum Thema

Wie wir im Vorwort schon angedeutet haben, sind wir durch unsere spezifische persönliche Situation bewogen worden, das Thema „Stadtsoziologie“ näher zu bearbeiten: wir sind auf dem “Land“ aufgewachsen und erst durch das Studium näher mit „städtischen“ Lebensformen konfrontiert worden – speziell natürlich mit der Großstadt Wien.

Wir meinen daher, dass wir einige Themen aufwerfen können,die uns für das Zusammenleben in der Großstadt entscheidend erscheinen und für die – wie wir jetzt sehen – die soziologische Wissenschaft den für die Stadtplanung verantwortlichen politischen Organen wichtige Entscheidungsgrundlagen erarbeiten kann.

Natürlich können wir nur unsere Beobachtungen und „Erfahrungen“ skizzieren, ohne dass wird uns die Kompetenz für Problemlösungen anmaßen dürfen.

Unsere Beiträge beziehen sich zum einen auf das Thema „Nachbarschaft“, zum anderen auf das Migrationsthema, das – wahrscheinlich nicht nur uns – ein immer wichtiger werdendes erscheint.

Wie im Pkt. 2.2. ausgeführt, waren ein Ausgangspunkt der Stadtsoziologie die Untersuchungen des Überganges von ländlichen zu städtischen Strukturen. Ausgehend von TÖNNIES hat man die ländliche „Gemeinschaft“ auf dem Land, in der persönliche Beziehungen herrschen, der städtischen - unpersönlichen und anonymen - „Gesellschaft“gegenübergestellt. Das hat man in der neuen Literatur als „ideologisch“ kritisiert: neuere gesellschaftliche Phänomene wie Säkularisierung und Individualisierung seien in „Dorf“ und „Stadt“ zu beobachten; Unterschiede zwischen Siedlungstypen besäßen überhaupt keine soziologischen Relevanz mehr.

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Unserer persönlichen Erfahrung nach gibt es aber nach wie vor einen Unterschied zwischen Land und Stadt, was die Kommunikation anlangt. In kleineren Orten ist ganz einfach die persönliche Beziehung und das Gemeinschaftsgefühl ein anderes.

Es gibt z.B. viele Formen von Nachbarschaftshilfe; zumindest Phänomene wie das unbeachtete Sterben eines alten Menschen inmitten eines dichtbesiedelten Gebietes sind in einem kleinen Ort fast nicht denkbar. Der ländliche Raum weist in der Regel noch ein Vereinsleben auf, man denke nur an die große Rolle, die die „Freiwillige Feuerwehr“ in vielen Orten spielt; auch Musikkapellen, Gesangsvereine, Laientheater und Brauchtumspflege gibt es.

Zweifellos spielt noch immer das kirchliche Leben, das Menschen in vielfacher Weise zusammenbringt, eine größere Rolle als in der Stadt.Im besonderen erscheint es uns, dass Kinder und Jugendliche in engerer Verbindung als in der Stadt stehen; die Kontakte werden auch nach Beendigung des gemeinsamen Schulzeit fortgesetzt. Sicherlich ist hiefür eine wesentliche Ursache, dass sie einfach mehr Platz in Häusern, im Garten, in ländlicher Umgebung haben, wo sie ungestört sind und ihre eigene Welt gestalten können.

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Ein Phänomen, das wir gerade im letzten Wahlkampf in Wien beobachten konnten, ist das gezielte Schüren der Ausländerfeindlichkeit. Wie wir aus Medienberichten der letzten Jahre wissen, hat es in Paris schwere Ausschreitungen gegeben, bei denen sich ganze Stadtviertel, die von Immigranten bewohnt sind, Schlachten mit der Exekutive geliefert haben.

Ansätze dazu werden aus englischen und deutschen Großstädten berichtet. Es gibt dort offensichtlich Bevölkerungskreise, die räumlich isoliert und sozial und wirtschaftlich in hoffnungsloser Lage, mit der übrigen Bevölkerung in keiner Weise im Kontakt sind.

Wien ist von solchen extremen Situationen verschont geblieben. Es gibt aber Stadtteile, in denen sich offensichtlich eine Kultur entwickelt, die völlig unberührt vom Leben der anderen Bevölkerung ist und bei dieser ein Gefühl des „Fremden“ und damit Angst, Abneigung und Aversion auslöst.

Das ist gerade in Wien erstaunlich. Von dieser Stadt haben wir gelernt, dass sie als Mittelpunkt eines großen Reiches seit jeher Schmelztiegel verschiedener Kulturen war und gerade um 1900 einen großen Zuzug von Fremden hatte. Bekannt ist, dass viele „Wiener“ tschechische Vorfahren haben, wie ein Blick ins Telefonbuch beweist.

 

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Das ist auch offensichtlich im Wien um 1900 so gewesen, wo sich die Tschechen und andere rasch integriert haben. Auch bei den ersten Gastarbeitern,sind die Vertreter der nächsten Generationen rasch zu „echten Wienern“ geworden.

Diese Beobachtungen decken sich mit der Kritik an der Chicago- Schule, dass sie stark von einer bestimmten historischen Situation geprägt sei (siehe Pkt. 3.2.4.). Die Zuwanderer nach Chicago waren Europäer (Italiener, Iren, Deutsche). Auch die Zuwanderer nach Wien um 1900 stammten aus den umliegenden Ländern Böhmen, Italien, Ungarn etc., also aus verwandten Kulturen, bei denen nicht zuletzt die katholische Kirche eine gemeinsame Basis bildete.

Demgegenüber stammen die jetzigen Zuwanderer aus anderen Kulturen und sehen zum einem großen Teil ihren Glauben als vertrauten Fixpunkt in einer ihnen völlig fremden Welt.

Es bedarf sicherlich noch einer Menge an soziologischer Forschung, besserer Stadtplanung und intensiver politischer Vorarbeit um all diese Probleme zu bewältigen
Literaturverzeichnis

Häußermann, H. & W. Siebel: Neue Urbanität. Frankfurt/M. 1987, S 78-94

 

Krämer-Badoni, T.: Die Stadt als sozialwissenschaftlicher Gegenstand. Pfaffenweiler, 1991

 

Simmel, G.: Exkurs über den Fremden, Frankfurt/M. 1992, Gesamtausgabe Bd. 2.

 

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