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Soziale Marktwirtschaft .doc

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Economics
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Business Studies
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University, School
BA Ravensburg
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2010
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Die soziale Marktwirtschaft in Deutschland –

Wie sozial ist sie noch?


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Inhaltsverzeichnis:

1. Marktwirtschaft

1.0.1 Einordnung der Mischordnungen

1.1 Kapitalistische Marktwirtschaft

1.2 Freie Marktwirtschaft

1.2.1 Adam Smith

1.3 Soziale Marktwirtschaft

1.3.1 Ziele

1.3.2 Die wichtigsten Elemente

1.3.3 Geschichte

1.3.4 Ludwig Erhard

1.3.5 Das Wort “sozial“

2. Die Gestaltungsfunktion des Staates

2.1 Die Ursachen

2.2 Marktversagen oder Politikversagen?

3. Wie sozial ist sie noch?

3.1 Besondere Merkmale

3.2 Ich-AG

4. Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft

1. Marktwirtschaft

Marktwirtschaft, auch Verkehrswirtschaft genannt, ist eine Wirtschaftsordnung, in der die individuellen wirtschaftlichen Handlungen durch den Markt in Form von Preisschwankungen aufeinander abgestimmt und mit dem Bedarf in Einklang gebracht werden.

Das Gegenteil zur Marktwirtschaft ist die Zentralverwaltungswirtschaft. Eine Marktwirtschaft führte in ihrer Entwicklung zu sozialen Missständen (Kapitalismus) ebenso wie wirtschaftlichen Fehlentwicklungen wie zum Beispiel wirtschaftliche Monopolbildung, Verzerrung des Wettbewerbs, politische Machtkonzentration, ungerechte Vermögens- und Einkommensverteilung, Konjunkturkrisen mit erhöhter Inflation und Arbeitslosigkeit.

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Eine Lenkung des Wirtschaftsprozesses folgt durch die am Markt gebildeten Preisen. Der Preis selber wird durch Angebot und Nachfrage gebildet. Wodurch natürlich der Produzent möglichst viel Gewinn erwirtschaften möchte und der Verbraucher versucht, seinen Bedarf zu decken.

Märkte können definiert sein nach:

1. Branche (z.B. Automobilmarkt, Energiemarkt);

2. Funktionen (z.B. Arbeitsmarkt, Gütermarkt, Finanzmarkt, Faktormarkt);

3. geografischen Grenzen (z.B. Weltmarkt, Lokalmarkt);

4. zeitlichen Grenzen (z.B. Wochenmarkt).

1.0.2 Einordnung der Mischordnungen

Die Einordnung der Sozialen Marktwirtschaft in die verschiedenen Mischordnungen zwischen Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft (siehe auch Folie).

 

1. Laisser-Faire Wirtschaft:

 

Merkmale:

- Ablehnung jeglicher Art von Autorität im Wirtschaftsleben

- Alle Vor- und Nachteile des Grundtypen der Marktwirtschaft

- Dominanz der Starken über die Schwachen

- Kaum (keine) Versorgung mit öffentlichen Gütern

Beispielländer:

Heute: Mehrheit der Entwicklungsländer (gewollt und ungewollt), z.B. Haiti, Barbados, Singapur, Bolivien,...

 

2. Liberlismus:

 

Merkmale:

- Staat befolgt Devise: Soviel Staat wie nötig, so wenig wie möglich

- Beschränkter Eingriff kurativer Natur

- Staat regelt das Eigentum, den Wettbewerb (beschränkt)

- Elementare Versorgung mit öffentlichen Gütern durch den Staat

- Geringe Kontrolle des Außenhandels

Beispielländer:

Die meisten Industrieländer wie USA, Japan, Schweiz, Australien, Südafrika, Südkorea, Neuseeland, Brasilien, Kanada

 

 

3. Soziale Marktwirtschaft

 

Merkmale:

- Vorbeugung, Staat zeigt sich durch aktive Politik

- Antizyklische Politik des Staates

- Wenn notwendig Verschuldung des Staates

- 3 Säulen:

1. Schutz der Konkurrenz

2. Soziale Korrekturen um System zu erhalten

3. Möglichkeit von tief greifenden Eingriffen des Staates in die Wirtschaft

Beilspielländer:

BRD, Dänemark, Norwegen, Finnland, Island

 

4. Gesteuerte oder gelenkte Marktwirtschaft

 

Merkmale:

Überentwicklung der 3. Säule der Sozialen Marktwirtschaft:

- Schlüsselunternehmen der Volkswirtschaft sind vom Staat kontrolliert (Staat ist Aktionär)

- Staat schreibt teilweise Preise vor

- Starke Investitionskontrolle durch den Staat

- In der gesteuerten Marktwirtschaft erscheint eine zentrale Wirtschaftsplanung (nur für staatlich konzipierte Betriebe)

Beispielländer:

Frankreich, Schweden, Sudan, Kongo

5. Absolute Verwaltungswirtschaft

 

Merkmale:

Alles was in der Wirtschaft passiert wird genau geplant und erfasst (Mikroplanung).

In manchen Ordnungen führt dies zum Kollektivismus, d.h. alle Güter (Konsum- und Produktionsgüter) sind verstaatlicht

Beispielländer:

China während rotgardistischer Revolution in den 60igern

6. Globale Verwaltungswirtschaft

 

Merkmale:

- Planungsdiskussionen

- Raum für sekundäre Planung auf Betriebsebene

- Zusammenarbeit mit dem Ausland (auch nichtmarxistisches Ausland)

- Bescheidene private Sektoren werden geduldet (Handwerks- und

Gastronomiebereich

Beispielländer:

Kuba, Nordkorea früher noch UdSSR, China, Polen, Rumänien

 

7. Konkurrenzsozialistische Verwaltungswirtschaft

 

Merkmale:

- Planung nur in groben Zügen (Branchenebene)

- Betriebe genießen große Autonomie (Selbstverwaltung und Planung)

- Teilprivatisierung der Betriebe

- Arbeitnehmer werden nach Leistung bezahlt

- Manche Wirtschaftssektoren werden nicht geplant (z.B. Tourismus)

- Übergangsmodell für Staaten, die früher marxistisch waren und heute (morgen) ohne Schwierigkeiten zur Marktwirtschaft wollen

Beispielländer:

früher: Jugoslawien jetzt noch Bulgarien, Algerien, Angola

 

 

1.1 Kapitalistische Marktwirtschaft

Marktwirtschaft und Kapitalismus werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber nicht unbedingt das Gleiche. Während der Begriff der Marktwirtschaft sich auf den Handel auf einem freien Markt unter Wettbewerb (Konkurrenz) konzentriere, ziele der Begriff des Kapitalismus auf Wirtschaftswachstum und Gewinnmaximierung für einzelne Marktteilnehmer.

Märkte gab es schon immer, also lange vor der Entstehung der kapitalistischen Marktwirtschaft.

 

 

1.2 Freie Marktwirtschaft

 

Adam Smith beschrieb den Begriff der freien Marktwirtschaft.

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1.2.1 Adam Smith - Begründer der „klassischen Volkswirtschaftslehre“

Geboren: 1723

Geburtsort: Schottland

Gestorben: 17. Juli 1790 in Edinburgh

Wirtschaftspolitisch sollte der Staat möglichst wenig eingreifen,

da der freie Wettbewerb zu einer natürlichen Harmonie des

sozialen und wirtschaftlichen Lebens führe. Lediglich Angebot

und Nachfrage bestimmen die Wirtschaftstätigkeiten. Für Smith

verfolgt jeder Mensch nur seinen Nutzen. Der Preis in einer freien Marktwirtschaft immer gerecht, weil er durch Angebot und Nachfrage entsteht und somit immer stabil bleiben wird. Außerdem soll jeder die Freiheit besitzen, ein Unternehmen zu gründen.

Diese Unternehmen unterstützen die Wirtschaft durch Arbeit und Produkte und natürlich auch den Unternehmer selbst, um sein Eigentum zu vergrößern. Die Konkurrenz verbessert gleichzeitig auch das Preis-Leistungsverhältnis und die Qualität. Und um die Qualität zu verbessern, muss der Unternehmer in die Wissenschaft investieren, die dadurch natürlich wieder gefördert wird.

Als weitere Grundlage für das Modell der freien Marktwirtschaft gilt die Theorie des rationalen Handelns von Max Weber (deutscher Jurist 1864-1920). Den Handlungen des Menschen liegt ausschließlich ein Zweck-Mittel-Kalkül zugrunde.

 

 

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Die Soziale Marktwirtschaft wird auch die „staatlich gelenkte Marktwirtschaft“ genannt, weil der Staat lediglich einen Rahmen für das Handeln der wirtschaftlichen Einheiten wie Haushalte und Unternehmen festlegt. Um ein soziales und wirtschaftliches Gleichgewicht zu schaffen, führt der Staat zusätzlich eine aktive Wettbewerbspolitik durch, diese soll einen funktionsfähigen Wettbewerb garantieren.
Das „sozial“ weist darauf hin, dass in das System auch soziale Sicherungen für die jeweils Schwächeren eingebaut sind.

Dort wo die Marktwirtschaft zu sozial nicht vertretbaren Situationen führt, hat der Staat die Aufgabe, durch politische Maßnahmen in das Wirtschaftssystem einzugreifen.
Jedoch dürfen die staatlichen Eingriffe das Funktionieren des wirtschaftlichen Prozesses nicht verhindern.

In der Bundesrepublik Deutschland ist der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft vor allem mit Ludwig Erhard verbunden, der dieses Konzept als Bundeswirtschaftsminister im ersten Kabinett der neugegründeten Bundesrepublik (1949) umsetzte.

Die Soziale Marktwirtschaft war das Mittel um die sozialen Folgen eines ungehemmten Kapitalismus zu mildern.

 

1.3.1 Ziele

 

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wurden 1967 im „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums“ – kurz Stabilitätsgesetz festgehalten. Diese Ziele sind bekannt als magisches Viereck der Wirtschaftspolitik, magisch deshalb, weil sich alle vier Ziele nicht konfliktfrei erreichen lassen.

Bisweilen spricht man vom magischen Fünfeck, welches neben den Zielen des magischen Vierecks auch das Ziel einer gerechten Einkommensverteilung enthält.

Das magische Sechseck schließt außerdem das Ziel Erhaltung einer lebenswerten Umwelt ein.

1.3.2 Die wichtigsten Elemente

Die wichtigsten Elemente in der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland sind:

  • Privateigentum an Produktionsmitteln und freie Preisbildung
  • Erstellung einer Wettbewerbsordnung und Sicherung des Wettbewerbs (z.B. durch das Kartellgesetz, Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb)
  • bewusste Konjunktur- und Wachstumspolitik
  • Sicherung der Vollbeschäftigung
  • Außenhandelsfreiheit, freier Währungsaustausch
  • Politik des stabilen Geldwertes (u.a. durch unabhängige Notenbank)
  • Soziale Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und sozialer Fortschritt (durch staatliche Umverteilungsmaßnahmen in Form von Sozialhilfeleistungen, Sozialrenten und Ausgleichszahlungen, Subventionen, Zuschüssen, progressiver Einkommensteuer usw.; durch die Systeme der sozialen Sicherung: Renten-, Kranken- Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, Unfallversicherung; durch eine Arbeits- und Sozialordnung)

 

 

 

1.3.3 Geschichte der sozialen Marktwirtschaft

 


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