Universität Passau
Lehrstuhl: Physische Geographie
Seminar: Extremräume Brasiliens
Seminarleitung: Prof. Dr. Anhuf
Sommersemester 2008
Thema:
Sojaanbau
in Brasilien
Gliederung
1. Einleitung3
2. Soja4
2.1 Die Sojabohne4
2.2 Die Verwendung von Soja5
3. Die
Entwicklung des Sojaanbaus in Brasilien7
3.1 Die Anfänge
des brasilianischen Sojaanbaus7
3.2
Entwicklungsphasen des Sojaanbaus (Agrarpolitik Brasiliens)8
4. Stellung
der Agrarwirtschaft innerhalb der Volkswirtschaft Brasiliens13
5. Der
Sojaanbau in Brasilien14
5.1 Gv-Soja (Roundup Ready Soja)15
5.2 Der Einzug der Gentechnik in
Brasilien16
5.3 Die Zweiteilung des
brasilianischen Sojaanbaus17
6. Soziale Folgen des Sojaanbaus18
6.1 Strukturwandel18
6.2 Cashcrops vs. Nahrungsmittel19
7. Ökologische Folgen des
Sojaanbaus20
8. Fazit21
9. Literaturverzeichnis22
10. Internetverzeichnis23
11. Abbildungsverzeichnis24
1. Einleitung
"Die
Profiteure der Regenwaldabholzung sind weit mehr die deutschen Bauern als die
brasilianischen Landwirte"
[SCHWÄGERL 2008
auf http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,551833,00.html]
(08.06.08)
Diese These, des
Umweltministers Gabriel, greift die Problematik des brasilianischen Sojaanbaus
auf. Jeder kennt die Bilder aus den Medien, wo sich riesige Maschinen ihren Weg
durch den Regenwald bahnen. Mit Entsetzen nehmen wir diese Bilder zur Kenntnis
und Mahnen auf Klima- und Umweltkonferenzen vor der Abholzung des Regenwaldes,
obwohl wir selbst unsere Wälder schon vor Jahren gerodet und zu dem degradiert
haben was heute noch übrig ist.
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Im Rahmen dieser
Arbeit soll der Sojaanbau in Brasilien genauer betrachtet werden. Im ersten
Teil der Arbeit werden zunächst die Sojapflanze und ihre
Verwendungsmöglichkeiten beschrieben. Anschließend wird im dritten Kapitel die
Entwicklung des Sojaanbaus in Brasilien beschrieben und an kennzeichnenden
agrarpolitischen Maßnahmen festgemacht.
In 4. wird versucht die Stellung der
Landwirtschaft innerhalb der brasilianischen Volkswirtschaft auszumachen, um
danach den aktuellen Stand des Sojaanbaus in Brasilien genauer betrachten zu
können. Der Einzug der Gentechnik in die brasilianische Landwirtschaft wird
aufgezeigt und anschließend die sozialen und ökologischen Probleme abgehandelt.
Den Schluss bildet ein kurzes Fazit.
2. Soja
2.1 Die Sojabohne
Die Sojabohne,
lateinisch Glycine max., gehört der Familie der Schmetterlingsblütler
(Papilionaceae) an und zählt zur Gattung der Hülsenfrüchte, so genannter
Leguminosen. Die einjährig blühende Sojapflanze wächst buschig verzweigt und
erreicht eine Höhe von bis zu 2 Metern. Soja vermehrt sich meist durch
Selbstbefruchtung, da die Pollen meist bei geschlossenen Blüten ausgeschüttet
werden. Die Bohnen wachsen in behaarten Hülsen mit jeweils bis zu 5 Samen.
Abb.1 - Sojapflanze
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(vgl. LIEBERG 1988, S.45)
Die Ursprünglich
in den subtropischen Gebieten Ostasiens beheimatete Grafiken wurden automatisiert entfernt
Sojapflanze ist eine äußerst Klimatolerante
Pflanze. Ihre Anbaugebiete erstrecken sich von den kühl-gemäßigten Breiten
Nordamerikas und Kanadas bis hin zu den tropischen Regionen SO-Asiens und
Südamerikas, wobei Herkunft: Anbau:
die Wahl der Sorte den jeweiligen
klimatischen Verhältnissen Abb. 2 – Verbreitung des Sojaanbaus
angepasst werden
muss.
[vgl.
http://www.mpiz-koeln.mpg.de/oeffentlichkeitsarbeit/kulturpflanzen/
Nutzpflanzen/Sojabohne/index.html]
(25.05.08)
Bezüglich
Temperatur und Niederschlag stellt die Sojapflanze ähnliche Ansprüche wie der
Mais. Während der Keimung sollte die Temperatur am besten bei 30°C liegen und
in der Wachstumsphase nicht unter 10°C sinken. Anders als der Mais kann die
Sojapflanze sogar kurze Dürreperioden und starke Regenfälle während der
Erntezeit überstehen. Eine optimale Wasserversorgung der Pflanzen muss nur in
der Keimungszeit und der Kornfüllungsphase gewährleistet sein. An den Boden
selbst stellt die Sojapflanze keine besonderen Ansprüche, allerdings bevorzugt
sie leicht saure Böden (Ph-Wert 6-6,5), die vor allem mit Kali, Phosphor und
Stickstoff gedüngt werden müssen, um optimale Erträge erwirtschaften zu können.
In den Wintermonaten August und September wird der Boden bearbeitet und zur
Saat vorbereitet.
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(vgl. LIEBERG
1988, S.45ff.)
2.2
Verwendung von Soja
Soja ist die
wichtigste Öl- und Eiweißpflanze weltweit. In der modernen
Lebensmittelindustrie wird Soja, aufgrund seiner vielfältigen
Verwendungsmöglichkeiten, oftmals als Wunderbohne bezeichnet.
[vgl.
http://www.biothemen.de/Qualitaet/korn_huelse/soja.html] (23.05.08)
Keine andere
Pflanze ist so reich an Proteinen wie die Sojapflanze, wodurch sich Soja als
billiger, effektiver Eiweiß- und Öllieferant auszeichnet.
Die Sojabohne
besteht aus bis zu 40% Eiweiß, je ~ 20% Fett (Öl) und Kohlenhydrate, so wie
zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen, wodurch sich Soja hervorragend für
die menschliche Ernährung eignet. Vorteil des Sojafetts ist, dass es im
Gegensatz zu tierischen Fetten vom menschlichen Körper fast vollständig verdaut
werden kann.
Die Sojabohne,
so wird geschätzt, findet heute in 20-30000 Lebensmittelprodukten Verwendung.
Der Großteil der Sojabohnen wird in Ölmühlen weiterverarbeitet, wo als erster
Schritt der Ölanteil der Pflanze abgetrennt wird. Das Rohpflanzenöl wird
hauptsächlich zur Margarine- und Speiseölherstellung, sowie zur Gewinnung von
Lezithin, das als Stabilisator und Emulgator in nahezu allen industriell
erzeugten Lebensmitteln enthalten ist.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abb. 3 – Verarbeitung von
Soja
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[vgl.
http://www.transgen.de/lebensmittel/soja_mais/184.doku.html] (01.06.08)
Außerhalb der
Nahrungsmittelindustrie findet Soja als Industrierohstoff zur Klebstoff-, Lack-
und Farbenherstellung Verwendung. [vgl. http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-
online/schaugarten/Glycinemax/Sojabohne.html] (01.06.08)
3. Die
Entwicklung des Sojaanbaus in Brasilien
3.1 Die
Anfänge des brasilianischen Sojaanbaus
Die Sojabohne
wurde schon 4700 v. Chr. erstmals in China beschrieben und es wird angenommen,
dass sie seit jener Zeit ein wesentlicher Bestandteil der landwirtschaftlichen
Produktion Chinas war. Schon damals schätzten die Bauern die Sojabohne aufgrund
ihres hohen Nährwerts und ihrer positiven Vorfruchtwirkung, welche sie als
beliebte Fruchtfolgepflanze auszeichnet.
Versuche Soja in
Europa als Nahrungspflanze zu etablieren scheiterten, wodurch sich die
Sojaproduktion bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf den ostasiatischen Raum
beschränkte.
1882 wurden die
ersten Sojabohnen von japanischen Einwanderern nach Bahia, Brasilien,
eingeführt. Seit 1908 wurde in den japanischen Siedlerkolonien, rund um Sao
Paulo, erstmals Soja zur Selbstversorgung angepflanzt. In den 20er Jahren wurde
die Sojapflanze erstmals nach Rio Grande do Sul eingeführt.
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