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Skrip Schulpädagogik (Page 2).docx

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Faculty
Social Science
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Educational Science / Pedagogy
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University, School
Bayreuth
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Entkulturationshilfe der Schule gelingt am nachhaltigsten durch eigentätige Kulturaneignung und durch eigenes kulturelles Schaffen.

-          Grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten, die für das Verstehen des europäisch-abendländischen Entwurfs von Mensch und Welt zentral sind

-          Grundlegende Kenntnisse die für die Entwicklung einer muttersprachlichen Identität wesentlich sind (auch Medienkompetenz)

-          Mathematische Kenntnisse

-          Die Kenntnis mindestens einer Fremdsprache

-          Wissen um die Bedeutung von Religion und Ethik

-          Das Beherrschen von Formen ästhetischer Gestaltung, Bewegung und des körperlichen Ausdrucks

Möglichkeiten in der Schule.

-          Endeckend-lassende Unterrichtsform

-          Verstehendes Lernen und kommunikatives Lernen

-          „intelligentes Wissen“ zum Erwerb von Tiefenwissen – Erkennen von Zusammenhängen, Anwendungs- und Transferwissen, metakognitive Kompetenzen

-          Probleme der Enkulturationsfunktion:

o    Selektionsproblem: Welche kulturellen Informationen sind tradierungsbedürftig?

o    Aneignungsproblem: Wie lässt sich die Enkulturation effektiv vermitteln?

o    Innovationsproblem: Auf welche Weise und mit welchen Zielen sollen die kulturellen Traditionen weiterentwickelt werden?

 

Personalisation

à Zusammenhang zwischen Schule und gesellschaftlich nutzbaren Fähigkeiten der Gesellschaftsmitglieder

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-          Personalisation meint Lernprozesse, die zur Ausbildung der individual-sozialen Persönlichkeit des Menschen führen

-          Lernprozesse mit denen er seine individuellen Kompetenzen entfaltet und zur Um- und Mitwelt in Beziehung setzt

-          Bringen einen gesellschaftlichen Mehrwert, als durch Förderung der individuellen Möglichkeiten der jungen Menschen ungeahnte und unplanbare Innovationsprozesse ausgelöst werden können

-          Personalisation meint die Ermöglichung und Entfaltung von

o    Selbstständigkeit

o    Mündigkeit

o    Urteilsfähigkeit

-          Personalisationsfunktion macht das Zentrum pädagogischen Handelns aus; nämlich die Hilfe zur Selbsthilfe, den jungen Menschen in seine eigene Verantwortung zu entlassen

-          Enger Zusammenhang: Kompensationsauftrag der Schule

à Schule hat für Schüler aus bildungsfernen Schichten große Bedeutung

-          Die Schule erreicht diese Funktion in:

o    Materialer Hinsicht (à breites Fächerangebot→möglichst alle Bereich der Lebenspraxis thematisiert)

o    Formaler Hinsicht (à Lernen der Kinder in allen Dimensionen: im Kognitiven; im Motorischen, ...)

-          Bei der Personalisation erfolgten Lernprozesse betreffen sowohl Außenbezug des Menschen, für Erziehung wichtig

-          Als auch Innenbezug, der seine Bildung ausmacht

 

mögliche Probleme:

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- Inwieweit ist eine Person mit einer einmaligen Persönlichkeit ein Werk der Schule oder ein Werk ihrer selbst?

- keine zwangsläufig bildende Wirkung der Schule, sie schafft nur Anlässe, auf die der Schüler reagiert oder eben nicht

- Wie weit ist der Schüler in der Entwicklung seiner Persönlichkeit, wenn er die Schule verlässt?

Selektions- und Allokationsfunktion

à der Zusammenhang zwischen Schule und Berufs- und Sozialstruktur

-          Die Schule hat die Funktion, in Anlehnung an das Leistungsprinzip der Gesellschaft durch ihr Benotungs-, Zeugnis- und Berechtigungssystem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene für die Platzierung im Gesellschaftssystem auszulesen

-          Leistungsprinzip der Gesellschaft basiert auf vier Grundannahmen:

1.     Einkommen sowie die soziale und berufliche Position des Einzelnen von dessen individueller Leistung abgängig ist

2.     Genaue, anerkannte und objektive Maßstäbe gibt, mit deren Hilfe die Leistung des Einzelnen gemessen und verglichen werden kann

3.     Jeder hat die gleiche Chance in Konkurrenz mit andern die jeweilige Leistung zu erbringen

4.     Das es einen Zusammenhang zwischen der Leistungsfähigkeit in der Schule und im Beruf gibt

Problem Leistungsprinzip (Auch wenn die Grundannahmen stimmen) ist nicht einzigstes Verteilungsprinzip.

-          Vorrecht der Geburt

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-          Ideologieprinzip – Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppierung

-          Bekanntheits- und Beliebtheitsprinzip

-          Sozialprinzip – Alter oder Bedürftigkeit vergeben

-          Subventionsprinzip – Gründe staatlicher oder wirtschaftlicher Opportuniät

-          Zeiten der Globalisierung ist Leistung nicht bloß individuelle Handlungsfähigkeit

-          Definition:

o    Selektion: Auslese von Schülern (nach spezifischen Kriterien) für bestimmte Schularten bzw.

Schullaufbahnen

o    Allokation: die mit der Selektion zusammenhängende Platzierung von Schülern in Positionen des Schul- und vor allem Beschäftigungssystems

-          BEACHTE:

o    Hermann Oblinger: „Selektion und Allokation sind apädagogische Funktionen“

o    Selektion und Allokation stehen im Widerspruch zur Personalisations­funktion

-          Diskussion um Selektion/Allokation

a)     PRO

b)    CONTRA

-          in horizontalen Systemen bestim­men die schwierigen Schüler das Tempo

à Niveau sinkt

-          geht besser auf Begabungen der Schüler ein

-          gesellschaftlicher Status wird durch Leistung erreicht (Gegensatz: Vor­recht der Geburt; Anciennitäts­prinzip, etc.)

à aber auch Problem

-          Vermeidung von Über- und Unterforderung

-          Schüler wollen ihren Leistungsstand wissen

-          Negativerfahrungen durch Scheitern (Versetzung; Übergang von Schul­arten)

à Schulangst; Selbstwert ä

à Leistungsdruck

-          Eingeschränkte Prognosefähigkeit für Schullaufbahn

-          Kinder werden durch Schulart sozialisiert à Schicht

-          Schule steht im Spannungsfeld zwischen Gerechtwerden für Individuum; aber auch Chancen­gleichheit zu gewährleisten

-          Segregation statt Integration durch innere und äußere Differenzierung

Lehrer: Doppelfunktion als Lern­helfer und Bewerter der Leistung

-          Forderungen:

o    Vermeidung von früher Selektion

o    Durchlässigkeit des Systems

Unterricht und Erziehung

-          Unterricht

o    Zentrale Aufgabe der Schule

o    Besondere Form des Lehrens und Lernens

o    Planmäßig, meist in Lehrgängen, sachlich und zeitlich geordnet, methodisch aufbereitet, von Medieneinsatz begleitet

o    Sorgt für Lernmotivation der Schüler

o    Zielt auf langfristige Behaltensleistungen ab

o    Wird evaluiert

o    Obliegt den Lehrkräften

è Unterricht ist angestammte Domäne von Schule

-          Erziehungsauftrag

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à J.F. Herbart: „ Es ist kein Unterricht ohne Erziehung möglich, und keine Erziehung ohne Unterricht, weil Wissen und Haltung zusammen gehören“

à schulischer Unterricht und Erziehung gehören zusammen, da Schule eine soziale Organisation ist, d.h. sie Bedarf gewisser Regeln zum Zusammenleben hat à Notwendigkeit von Disziplin;

à wenn Maßnahmen zur Durchsetzung von Disziplin ergriffen werden, so erzielt Unterricht unweigerlich

-          Weshalb ist der Erziehungsauftrag der Schule zu einem Problem geworden?

à aufgrund wandelndem Selbstverständnis

1.    

o    Schule verliert Monopolstellung im Hinblick auf Information à Medien

o    Notwendigkeit von Medienerziehung

o    Schule ist darauf nicht vorbereitet

2.      

o    Zunahme von Entscheidungsprozessen für Individuen

o    Entscheidungen sind aufgrund des Wertepluralismus strittig à Autonomie des Einzelnen

è Gefahr:

o    dass Schule Reparaturwerkstatt der Gesellschaft wird

o    dass durch die Inflation von weiteren Erziehungsaufträgen die Schule zeitlich und die Lehrer in ihren Kompetenzen überfordert werden

mögliche Lösungsansätze des Erziehungsdilemas:

- liegen v.a. nicht in einer Reduktion der Schule auf die Unterrichtsaufgabe

- vielmehr soziale Kompetenz gefragt

- grundsätzliche Lehrplanrevision

- ganztägige Angebote schaffen (z.B. Ganztagesschule)

- enge Zusammenarbeit mit der (Schul-)Sozialarbeit

- enge Zusammenarbeit mit den Eltern/Einbindung der Eltern


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