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Seeland-Bericht .doc

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Faculty
Natural Science
Discipline
Geology
Document category
Excursion report
University, School
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel - CAU
Additional information
2006
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Bericht über die Seeland-Exkursion 2006

30.06.-02.07


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1. Tag 30.06.2006

Fahrtroute:


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Am 30.06.2006 fuhren wir in Kiel vom Hinterhof des Geowissenschaftlichen Instituts um 8:30 los Richtung Puttgarden.

Wir setzten mit der Puttgarden- Rødby- Fähre über nach Lolland (Dänenmark), was ungefähr eine Stunde dauerte. Von dort aus ging es weiter über Falster nach Møn.

Abb1: Anfahrtsskizze

1.1: Aufschluss: Møns Klint

Thema: Sedimentation Oberkreide, Glazialtektonik


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Unseren ersten Aufschluss, ein Naturschutzgebiet, dem Møns Klint an der Ostspitze von Møn, welcher sich unter einer Hügellandschaft befindet, die sich durch die letzte Eiszeit (vor ca. 12 000 Jahren)gebildet hat, erreichten wir um ca. 13:00. Um dort hin zu gelangen fuhren wir auf der Kostervej und bogen in den Klinholmvej ein.

Am Ende gelangt man zu einem Parkplatz. Dort angekommen muss man nur noch ca. 500 Treppenstufen hinab zum Strand steigen.

Dort betrachteten wir die Steilklippen, welche ein aktives Kliff darstellen, das geographisch zur Schelfkante des skandinavischen Schildes gehört. Es hat sich in der Oberkreide (vor 100-65 My), also im Mesozoikum (vor 142-65 My) gebildet.

Die gesamte Länge des Aufschlusses beträgt ca. 1000m, die Höhe liegt bei durchschnittlich 200m. Das geschichtete, weiße, weiche Sedimentgestein ist mikritisch, das bedeutet, dass die Korngröße <10µm ist, also kaum erkennbar ist. Das Sediment besteht aus biogenen Ablagerungen, hauptsächlich aus Kalkalgen, den Coccolithophoriden.

Diese wurden von größeren Tieren gefressen und gelangten in deren Ausscheidungsprodukten auf den Meeresgrund. Es sind aber auch, in deutlich geringer Anzahl, Abdrücke von Muscheln, Cephalopoden und Schwämmen, Innoceramusschalen, Schalen von Belemniten und Brachiopoden, Netzstrukturen von Bryozoen sowie irreguläre Seeigelschalen mit Calcitkristallen, im Gestein enthalten.

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Dieses aktive Kliff ist in unterschiedlicher Abfolge Flintlagen durchzogen, die in lang gestreckten Knollen vorliegen. Flint bildet, wie auch Granit, den Strand. Die Kalksteine haben den Transport zum Strand, aufgrund ihrer schon erwähnten Nichtzementierung, nicht überstanden haben.

Die oben genannten Fossilienfunde bildeten in der Zeit als über Møns Klingt noch ein Meer vorhanden war eine komplette Nahrungskette. Es wird folgendes vermutet:

Der planktische, wie auch der benthische Lebensraum war relativ ruhig, terrestrischer Eintrag fehlt vollkommen. Aufgrund dessen, dass die CCD (Carbonat Compensation Depth), die bei heutzutage ungefähr 4000m liegt, nicht unterschritten wurde, wird davon ausgegangen, dass es ein relativ flaches Meer war.

Heute ist dieser Bereich ein randliches Schelfmeer. Wir leben im Eishaus, was bedeutet, dass wesentlich mehr Wassermengen an den Polen gespeichert sind als zu der damaligen Zeit. Daraus folgt, dass der Meeresspiegel ca. 200m höher lag als heute. Damals gab es mehr junge Ozeane, die sehr flache Gewässer darstellten.

Es kam zu einem so genannten „Badewanneneffekt“. Das Wasser war warm (zwischen 23°C und 34°C) und es reagierte Ca2+ + 2HCO3 zu CaCO3 + H2O + CO2, was dazu führte, dass weniger CO2 gespeichert werden konnte. Durch diese Carbonatisierung reicherte sich CO2 in der Atmosphäre, wodurch sie sich weiter erwärmte.

Über die Bildung der Flintlagen ist man sich jedoch ziemlich sicher:

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Diese ist vorher durch die Verwitterung von zum Beispiel Feldspat oder durch Vulkanaktivität entstanden. Schwämme sowie Radiolarien bauen Kieselsäure in ihre Skelette ein. In Skeletten von Diatomeen, (photoautotrophe Organismen) ist ebenfalls Kieselsäure eingebaut, welche jedoch von ihnen selber aufgebaut wird.

Die Kieselsäure hat sich nach dem Tod der Organismen im Wasser gelöst und ist danach wieder ausgefallen. Dies bedeutet, dass es einen Wechsel von einem Saurem zu einem basischen Milieu gegeben haben muss.

Jetzt stellt sich die Frage warum hier bei Møns Klint der Untergrund zu Tage tritt und warum die Schichten gekippt sind. In Schleswig-Holstein (Lägerdorf) und auf Rügen hat Salztektonik die unteren Gesteine an die Oberfläche gebracht. Das ist hier jedoch nicht der Fall.

Die Lokalität befindet sich im Fünen-Hoch, das zwischen dem norddeutschen und dem dänischen Becken liegt. Diese Struktur ist seit dem Perm vorhanden, wobei zu beachten ist, dass das Hoch, wie schon oben erwähnt, deutlich unter dem Meeresspiegel lag.

Das Gebiet ist tektonisch stabil, doch das Sediment ist stark verfaltet. Falten entstehen durch Einschiebung, wie zum Beispiel durch Gletscher. An diesem Aufschluss wurde so der Geschiebemergel eingearbeitet. Es hat damals eine Nord-Süd-Bewegung, wie auch eine Ost-West-Bewegung gegeben, die durch verschiedene Gletschervorstöße entstanden.

Die Schichtung von Sanden, die man teilweise dort erkennen kann wo Schwalben nisten, entstanden durch Schmelzwassereintrag.

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2.Tag: 01.07.2006


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Fahrtroute:

Wir fuhren um ca. 9:30 von der Jugendherberge aus auf die E47 Richtung Kopenhagen und danach auf die 54 Richtung Højerup zu unserem 2. Aufschluss.

Abb.2: Fahrtroute

2.1: Aufschluss: Stevns Klint

Thema: Sedimentation der Oberkreide

An der Ostspitze von Møn angekommen, schauten wir uns erst einmal eine kleine Kirche an, die um 1250 an der Steilküste erbaut wurde. In ihr werden seit 1910 keine Gottesdienste mehr abgehalten, da immer mal wieder größere Teile der Küste abbrechen und ins Meer stürzen.

Anschließend gingen auf einer steilen Treppe runter zum Meer. Unsere Aufgabe bestand darin eine Profilaufnahme von dem sehr gut aufgeschlossenen Kliff zu machen. Meine sah wie folgt aus:


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Abb.3: Profilzeichnung von Stevns Klint

(Anmerkung vom Verfasser: ich bitte zu berücksichtigen, dass es ist meine erste Profilzeichnung ist..)

Das Kliff ist in drei große Bereiche eingeteilt.

Der erste Teil (Skizze: Nr. 1) wurde in der Kreide, unter wenig Wasserbewegung, abgelagert. Der Bereich besteht aus weißem Kalk, der sich aus Coccolithophoridenschlamm zusammensetzt, welcher sich im oberen Maastrich gebildet hat.

Die Lithologie ist ähnliche wie beim ersten Aufschluss, es sind jedoch viel weniger Fossilien enthalten. Weiter durchzieht ein Flintsteinband an der Grenze zur zweiten oberen Schicht, das horizontal liegt und in unregelmäßigen Abständen unterbrochen ist, diese gebankte Schicht.

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Der Grund dafür ist, dass der Coccolithophoridenschlamm in dem Zwischenraum wesentlich härter ist als in der vorigen Schicht, da er zementiert ist. Auch hier findet man wieder Flintsteinbänder an der oberen Schichtgrenze, die sich jedoch in einer Wellenform abgelagert hat. Es hat eine Meeresspiegelabsenkung um rund 50m gegeben hat, wodurch mehr Energie eine stärkere Strömung erzeugt hat, wodurch größeres Gesteinsmaterial bewegt werden konnte. Hieraus erklärt sich dann auch die Wellenform.

Beide Flintlagen sind an der Unterseite leicht verwittert (Rostbildung).

Die dritte Schicht (Skizze: Nr. 3) ist gelblich und hat sich im Tertiär abgelagert. Sie springt noch weiter aus der Wand hervor, was bedeutet, dass diese wiederum einen höheren Härtegrad hat als Schicht 2. Die gelbe Farbe kommt durch die Reaktion zwischen Eisen und Wasser zu Rost.

Auffallend ist, dass diese Sedimente eine wiederum deutlichere Wellenbewegung als die unteren Schichten aufweisen. Also war die Strömung noch stärker als in den vorigen Lithologien. Über dieser Schicht liegt noch eine vierte (Skizze: Nr. 4), die aus Geschiebemergel besteht.


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