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1. Einführung
Sedimentation
bezeichnet den Prozess des Ablagerns/Absetzens von Teilchen aus Flüssigkeiten
oder Gasen unter dem Einfluss der Schwerkraft und anderen Kräften. Herangeführt
werden diese Teilchen in der Regel durch Erosionsprozesse. Diese sind es auch
auf die ich in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk legen werde, da durch die
intensive Landnutzung des Menschen Erosionsprozesse ausgelöst, beziehungsweise
beschleunigt werden und der Mensch somit einen enormen Teil zur
Sedimentationsbilanz beiträgt.
Bodenerosion mit
seiner heutigen Ausdehnung ist, wie schon erwähnt, vor allem ein Resultat der
menschlichen Aktivität und nicht ein Ergebnis von natürlichen Prozessen. Ohne
den menschlichen Einfluss wäre die Erdoberfläche zum überwiegenden Teil von
einer permanenten Vegetationsdecke überzogen. Davon ausgenommen sind natürlich
Regionen mit extremen klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel Wüsten, die
Pole und Hochgebirge. Wichtigste Ereignisse, die Erosion unter natürlichen
Bedingungen auslösen können, sind zum Beispiel Feuer, Stürme, Vulkanausbrüche
oder Dürreperioden. Nachdem solche Ereignisse vor allem lokale und zeitlich
begrenzte Auswirkungen auf die Vegetationsdecke haben, wäre der Betrag der
Bodenerosion zu vernachlässigen.
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Erosion, die in weiterer Folge zur irreversiblen Degradation von Boden und dem
Verlust seiner ökologischen und ökonomischen Funktionen. Ist der Boden einmal
abgetragen, kann er nicht durch natürliche Prozesse in einem relevanten
Zeitraum rückgängig gemacht werden. Hinzu kommt, dass Erosion so genannte „off-
site“- Schäden, durch das Ablagern des transportierten Materials auf
umliegende, oder auch weit entfernten Flächen, anrichten kann.
Der wichtigste
Einflussfaktor des Menschen auf die Sedimentationsbilanz ist also die
Landnutzung. Sie ist es auch, die in dieser Arbeit vorzüglich behandelt wird.
Und mit ihr die Kräfte, die durch die Landnutzung verstärkt den Boden angreifen
können. Wasser, Wind und Feuer werden von mir in eigenen Kapiteln besprochen.
Weiters betrachte ich den Einfluss von Urbanisierung auf Erosion, denn nicht
nur Agrarwirtschaft trägt zur Sedimentbilanz bei.
Als „indirekten
Einfluss“ des Menschen auf Bodenerosion, bezeichne ich den enormen Ausstoß von
Treibhausgasen, der mit einer Veränderung von regionalen Wettersituationen
einhergeht.
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Schlussendlich
zeige ich noch einige markante Beispiele auf und befasse mich mit der anderen
Seite der Bilanz, mit dem Bodenschutz und nachhaltiger Bodennutzung.
2. Geschichte der
anthropogenen Sedimentbilanz
Vor etwa
400.000 Jahren begann Homo erectus mit dem Bau von Wohnhäusern, Mauern und
Steinböden. Dies war der Beginn des menschlichen Einflusses auf die
Geomorphologie.
In der
Mittelsteinzeit (ca. vor 9.000 Jahren) fing der Mensch mit dem Anlegen von
Ackerflächen und der Viehwirtschaft an. Wahrscheinlich aufgrund des steigenden
Bevölkerungsdrucks und dem damit einhergehenden Bedarf an Nahrungsmitteln. Die
neolithische Revolution fand ihren Anfang. Dörfer entstanden, der Pflug wurde
erfunden und die Bevölkerung wuchs weiter. Es war auch zu dieser Zeit, als der
Mensch vermehrt bestimmte Gesteine als Werkzeuge zu verwenden begann. Minen
wurden gegraben - der Bergbau entstand. Die anthropogene Bodenerosion fing an
sich unweigerlich auszudehnen.
Dörfer wurden
zu Städten und der Wasserbedarf stieg. Der Bau von Deichen und Kanälen wurde
erforderlich. Kupfer und Bronze wurden wichtige Arbeitsstoffe.
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Erosion, sondern durch das Rad konnten auch viel größere Massen von Gestein
oder Sand transportiert werden.
Vor etwa 2.500
Jahren begann die Verwendung von Eisen und damit die Entwicklung von
Werkzeugen, die die Erosion weiter vorantrieben. Straßen wurden ausgebaut,
Kanäle verbreitert, Tempel errichtet, Waffen, Hämmer und andere Werkzeuge
produziert. Der Bergbau wurde auf der einen Seite durch den neuen Werkstoff
produktiver und auf der anderen Seite stark durch den enormen Eisenbedarf
ausgeweitet.
100 vor Christus wurde Beton ein wichtiges Baumaterial und damit die
Förderung von Sand, Kies und Splitt gesteigert. Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abb. 1 Schätzung der
beabsichtigten Bewegung von Boden und
Gestein pro Kopf und Jahr, in einigen relativ fortgeschrittenen Kulturen in der
Vergangenheit und heute
Quelle: HOOK, 2000 S. 844
Anfang des 18.
Jahrhunderts, mit der Entdeckung der Dampfkraft, entwickelte sich, um den
nötigen Treibstoff für Dampfmaschinen zu liefern, der Kohlebergbau. 1825 belief
sich der Kohlebedarf auf 17 Mio. Tonnen pro Jahr. Mit der Erfindung des
Verbrennungsmotors wurden die Maschinen immer größer und der Bergbau um ein
Vielfaches produktiver. Die Förderung von Erdöl, als Treibstoff für diese
Maschinen, führt heute zu nicht unerheblichen Abtragungen, zum Beispiel in
Sibirien.
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