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Schuleingangsphase .doc

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Social Science
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Pedagogy
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Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU
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Frühjahr 2007, Aufgabe 1

Die neue Eingangsstufe als neue Organisationsform der Schuleingangsphase

1.      Erläutern Sie Kennzeichen der neuen Schuleingangsstufe im Vergleich zu früheren Reformansätzen

2.      Erörtern Sie Herausforderungen der Jahrgangsmischung aus GP-Sicht

3.      Zeigen Sie Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung auf

Einleitung

Mit dem Schulanfang beginnt für die Kinder der Einstieg in das Bildungssystem. Misserfolg und Erfolg in der Anfangsphase prägen die spätere Einstellung zu Schule und Lernen. In dieser Zeit wird der Grundstein für ein positives Selbstkonzept und für die Persönlichkeitsentwicklung gelegt.

Es ist daher die Aufgabe alle beteiligten Institutionen, den Kindern die Möglichkeit zu geben, den Übergang in das schulische Leben erfolgreich zu bewältigen.

Der Eintritt in die Grundschule stellt für viele Kinder eine markante Umbruchsphase dar. In dieser Zeit können verschiedene Probleme, ausgelöst durch die veränderten Raum-Zeit-Strukturen auftreten.

Die neue Schuleingangsphase versucht, diese Probleme zu bewältigen, indem sie den Übergang flexibel und offen gestaltet und der Heterogenität der Kinder Raum gibt.

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Kennzeichen der neuen Schuleingangsstufe im Vgl. zu früheren Reformansätzen

Seit Mitte der 1990er Jahre wurden in der Bundesrepublik unterschiedliche Initiativen zur Neugestaltung der Schuleingangsphase eingeführt. Diese Innovationen werden in der Fachliteratur nach Götz zusammenfassend als „neue Schuleingangsphase“ bezeichnet. Der Begriff „neue Schuleingangsstufe“ impliziert dabei, dass es Vorgängermodelle gegeben hat.

Diese werden nachfolgend als „alte Schuleingangsstufe“ bezeichnet.

Die alte Schuleingangsstufe

Der Begriff „Schuleingangsstufe“ entstand aus den Bildungsreformprogrammen der ausgehenden 1960er Jahre. Für den Beginn der Schulzeit wurde eine schulstrukturelle Neuerung vorgeschlagen: die Einrichtung einer Schulstufe für die fünf- und sechsjährigen Kinder. Sie wird als Eingangsstufe bezeichnet, die

·        organisatorisch und curricular eine Einheit bildet

·        und sich auf die Dauer von zwei Jahren erstreckt

·        und dem Primarbereich zugeordnet wird.

Mit der Etablierung einer solchen Eingangsstufe ist zugleich die Vorverlegung des Einschulungsalters auf das 5. Lebensjahr beabsichtig.

Gründe für die Einführung der alten Schuleingangsstufe

Die Beweggründe zur Einführung basierten zum einen auf der zeitgenössischen wissenschaftlichen Erkenntnislage über Verlauf und Beeinflussbarkeit der menschlichen Entwicklung. Die intellektuelle Entwicklung gilt vor allem für die vier- bis sechsjährigen als äußerst beeinflussbar, flexibel und dynamisch.

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Zudem wurde ein erfolgreicher Schulstart nicht mehr als erbbedingte Mitgift angesehen, womit das Schulreifekonzept nach Kern seinen Geltungsanspruch verlor. Dieser ging davon aus, dass Schulreife als Resultat eines endogen gesteuerten Reifeprozesses entsteht, Ursachen für Sitzenbleiben also in einer Diskrepanz zwischen Entwicklungsstand und schulischen Anforderungen zu finden seien.

Daher war es seine Idee, nicht schulreife Kinder zurückzustellen, um sie „nachreifen“ zu lassen. Vor allem aber mit der Längsschnittstudie von Krapp und Mandel konnte nachgewiesen werden, dass die Vorhersage dieser Schulreifetests wenig zuverlässig war.

An die Stelle der Schulreife trat somit in den 1970er Jahre das Konzept der „Schulfähigkeit“. Dieser Begriff signalisiert, dass Unterschiede zwischen den einzuschulenden Kindern nicht länger auf Reifungsrückstände oder Reifungsvorsprünge zurück zu führen sind, sondern als Folge von unterschiedlichen Verläufen vorschulischer Entwicklungsprozesse auftreten.

Diese Unterschiede zu beseitigen und Chancengleichheit herzustellen war ein Hauptanliegen der alten Schuleingangsstufe. In ihr sollte bereits am Beginn der Schullaufbahn herkunftsbedingte Bildungsbarrieren abgebaut werden und eine Gleichheit der Bildungschancen erreicht werden.

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Beim 1+4 Modell wird der Grundschule unter Beibehaltung ihrer vierjährigen Dauer eine einjährige Eingangsstufe für die Fünfjährigen vorgeschaltet, auch als Vorklasse bezeichnet. Nach KMK Empfehlungen soll sie der Grundschule zugeordnet werden, die Bund-Länder-Kommission lässt die institutionelle Zuordnung jedoch offen. Sie sieht die Eingangsstufe alternativ auch in der Zuordnung zum Kindergarten. Der Vorteil an diesem Modell ist, dass hier die Grundschule strukturell keiner Änderung bedarf.

Das 2+2 Modell nach Art des Strukturplans und das 2+3 Modell der KMK haben als Gemeinsamkeit eine der Grundschule institutionell zugewiesene zweijährige Eingangsstufe. Sie fasst die Fünf- und Sechsjährigen in eine organisatorische und pädagogische Einheit ohne Jahrgangstrennung zusammen.

Der Unterschied zwischen beiden Modellen liegt hier in der Verweildauer in der anschließenden Grundschulzeit. Beide Modelle hätten eine Umstrukturierung der Grundschule zur Folge.

In personeller Hinsicht sollte die alte Schuleingangsstufe durch das Zwei-Pädagogen-System abgesichert werden. Sozialpädagogen und GS-Lehrerinnen sollten nach dem Deutschen Bildungsrat zumindest zeitweise gemeinsam tätig werden.

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Je nach Lernfortschritt sollten die Kinder die jeweilige Eingangsstufe vorzeitig verlassen oder länger in ihr verbleiben können. Zurückstellungen vom Schulbesuch altersmäßig schulpflichtiger Kinder sollten auf begründete Ausnahmen nach den Empfehlungen der KMK begrenzt bleiben.

Die neue Schuleingangsstufe

Wie mit der alten wird auch mit der neuen Schuleingangsstufe eine Optimierung der Schulanfangsphase beansprucht. Dies geschieht jedoch unter neueren grundschulpädagogischen Erkenntnislagen, die nachfolgend beschrieben werden.

Gründe für die neue Schuleingangsstufe

Der neuen Schuleingangsstufe liegt / lag eine generelle Herabsenkung des Eintrittsalters in die Schule zu Grunde.

Weitere Motive finden sich in den Folgen des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses, der eine Veränderungsbedürftigkeit der Schulanfangsphase nahe legt. Kindergenerationen heutiger Zeiten weisen eine wesentliche stärkere Heterogenität auf, wie es Befunde u.a. von Neuhaus-Siemon belegen.

Prengel zeigt dabei auf, dass mit der Heterogenität zudem anders als in der alten Schuleingangsstufe umzugehen sei, sie müsse zu einer „Pädagogik der Vielfalt“ werden. Pluralität und Differenz dürfe nicht eingeebnet, sondern müsse vielmehr anerkannt und als Bereicherungspotential genutzt werden.


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