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Schülerinteressen im Biologieunterricht .docx

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Faculty
Social Science
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Educational Science / Pedagogy
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University, School
Universität Hamburg
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2011
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Schülerinteressen im Biologieunterricht

Fachbereich Erziehungswissenschaften


Datum der Abgabe: 31.03.2011




Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung. 1

2. Schülerinteresse. 2

2.1. Der Begriff ‚Interesse’ 2

2.2. Interesse am Fach Biologie sowie an ausgewählten biologischen Themen. 4

2.3. Interessenfördernder Unterricht 9

3. Fazit 11

4. Literaturverzeichnis. 12

„Nicht alles Wissenswerte ist allen Menschen gleich wissenswert, nicht alles Schöne gleich schön, und über manches Erstaunliche staunen manche Leute überhaupt nicht“ (SCHIEFELE 1986, S. 153).

1.     Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit soll sich mit dem Thema ‚Schülerinteressen[1] im Biologieunterricht’ beschäftigen, denn „Interessen (..) haben ohne Zweifel einen erheblichen Einfluß auf den Prozess und das Ergebnis des Lernens“ (KRAPP 1992b, S. 40f).

Nur wenn Schüler im Unterricht interessiert sind und möglicherweise Bezüge zum vorhandenen Wissen herstellen können bzw. an Bekanntes aus der Lebenswirklichkeit und ihrem Alltag anknüpfen können, sind sie motiviert sich an dem Unterrichtsgeschehen zu beteiligen und zu lernen. Somit ist es außerordentlich wichtig, dass sich die Lehrperson mit den Interessen der Schüler befasst, um dieses Wissen in die Unterrichtsvorbereitung mit einzubeziehen.

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„ Der naturwissenschaftliche Unterricht zielt vor allem darauf ab, das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Natur- und Technik-Vorgängen zu wecken, zu fördern und zu erhalten.

Er knüpft an die Interessen und Erfahrungsbereiche der Schülerinnen und Schüler an, verstärkt ihre Neugier und erweitert ihren Erfahrungshorizont in Hinblick auf die Naturwissenschaften. Durch die Förderung der Freude am Beobachten und an praktisch durchzuführenden Untersuchungen soll ihr Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen wach gehalten und weiterentwickelt werden“ (2003, S. 7).

Die Ausbildung von Interessen ist aber nicht nur für die Schule, sondern darüber hinaus auch für das Individuum und seine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedeutend. Einerseits sind Interessen persönlichkeitsbildend, indem sie einen Menschen charakterisieren und andererseits haben sie Auswirkungen auf die Berufs- oder Studienwahl und somit auf die Zukunft der Schüler.

Im Rahmen der vorliegenden Ausarbeitung soll geklärt werden, welche Faktoren das Interesse von Schülern beeinflussen, welche Themen sie besonders interessieren und wie die Lehrperson das Schülerinteresse fördern kann.

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Schließlich wird dargestellt, wie Interesse im Biologieunterricht gefördert werden kann, sprich welche Konsequenten aus dem bis dahin beschriebenen für den Unterricht gezogen werden können und sollen.

2.     Schülerinteresse

2.1. Der Begriff ‚Interesse’

Den Begriff Interesse (von lat.: ‚inter’ meint zwischen, inmitten und ‚esse’ meint sein) assoziiert man im alltäglichen Sprachgebrauch, vor allem mit Bezeichnungen wie Aufmerksamkeit, Vorliebe, Beachtung oder Neigung. Wissenschaftlich betrachtet ist Interesse ein komplexes Konstrukt, das in der Forschungsliteratur unterschiedlich definiert ist.

Schon HERBART, DEWEY, PIAGET oder KERSCHENSTEINER setzten sich vor einiger Zeit mit dem Thema Interesse auseinander. In neueren Ansätzen der pädagogisch- psychologischen Interessenforschung hat sich Interesse, in Form einer Person-Gegenstands-Relation, am weitesten durchgesetzt (Vgl. KRAPP 1998, S.186).

„Interesse wird dabei weder als (mehr oder weniger stabile) Eigenschaft einer Person (Interessiertheit) noch als Gegenstandsvariable (Interessantheit), sondern als Ergebnis der Auseinandersetzung von Personen und Gegenstand und der dabei stattfindenden Wechselwirkungen verstanden“ (KATTMANN 2000, S.15).

Als Interessengegenstände können Themen, Tätigkeiten oder aber auch konkrete Objekte fungieren (Vgl. KRAPP 1998,S. 186).

Zudem lässt sich Interesse durch mehrere Merkmale genauer bestimmen (KRAPP 1992 a, S. 310ff, 1998 S. 186, PRENZEL 1988, S. 118ff).

Zum einen sind Interessen immer gegenstandsspezifisch, das bedeutet sie richten sich auf bestimmte Gegenstände.

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Der kognitive Aspekt spielt besonders im Rahmen von Schule und Unterricht eine große Rolle. Er besagt, dass eine Person ein mehr oder weniger ausdifferenziertes Wissen über den Interessengegenstand hat. Sie kann einschätzen, was sie kann und was sie noch nicht kann, integriert neues Wissen in bereits vorhandenes, erweitert das Wissen und erschließt sich durch die Auseinandersetzung einen Gegenstand.

Jemand, der sich für einen Gegenstand interessiert, der möchte mehr über ihn erfahren. PRENZEL (1988) beschreibt diese Tendenz als „epistemische Orientierung“.

Das Merkmal der positiven Emotionalität drückt aus, dass Interessenhandlungen, trotz Anstrengung, von angenehmen Gefühlen begleitet werden (z.B. Selbstvergessenheit, Euphorie, Freude über Erfolge).

Eine Person beschäftigt sich also aus innerem Antrieb nur dann dauerhaft mit einem Gegenstand, wenn er für sie selbst bedeutsam ist und positive Emotionen hervorruft.

Des Weiteren unterscheidet man in der Forschungsliteratur vielfach zwischen zwei Konzepten: das situationale (aktuelle) Interesse und das individuelle (persönliche) Interesse.

Situationales Interesse bezeichnet einen motivationalen Zustand, der durch äußere Anreize ausgelöst wird. Im Unterricht kann dieser Zustand durch interessante und neugierweckende Gestaltung des Lernstoffes erreicht werden und für eine gewisse Zeit aufrecht erhalten werden.

Spätestens nach Beendigung der Unterrichtssequenz vergeht das situationale Interesse allgemeinhin wieder langsam (Vgl. KRAPP 1998, S. 190).

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Interesse wird demnach durch zwei Variablen bestimmt, der Interessiertheit eines Individuums und der Interessantheit eines Gegenstandes. Interessiertheit wird als Handlungsbereitschaft einer Person, zur Beschäftigung mit einem Gegenstand, aufgefasst und ist abhängig ist von z.B. physiologischen Zuständen oder der Stimmungslage. Zur Interessantheit eines Interessengegenstandes trägt seine Anreizqualität bei (Vgl.

RUPPERT 2004, S. 110).

Wenn situationales Interesse für längere Zeit aufrecht gehalten wird oder wieder aktiviert wird, kann daraus ein individuelles Interesse entstehen. Dieser Prozess der Interessenentwicklung wird in Abbildung 6 dargestellt.

Nach Mitchell (1993) müssen dazu neben den „Catch“-Faktoren, den Anregungssituationen durch den Lehrer im Unterricht, so genannte „Hold“-Faktoren hinzukommen, die dazu beitragen ein ausgelöstes Interesse auch auf Dauer aufrecht zu erhalten.

Als ausschlaggebend für die Ausbildung eines individuellen Interesses gilt die Befriedigung von den drei Grundbedürfnissen nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit, welche der Selbstbestimmungstheorie von DECI & RYAN entstammen.


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