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zum Artikel: Schreibforschung und Aufsatzunterricht. In: Deutschunterricht 52
(1999) 1, S. 54-58. Frilling, Sabine
Die
Anfänge der Schreibforschung im Aufsatzunterricht
In den frühen 80er Jahren hat sich die
Schreibforschung in den USA als ein eigenständiges Arbeitsgebiet behaupten
können, was auf die muttersprachliche Schreibdidaktik zurückzuführen ist. Diese
brachte ein unzufrieden stellendes Ergebnis der gängigen Unterrichtsverfahren
ans Licht, es wurde sogar von einer „writing crisis“ gesprochen, deshalb war
die letzte Hoffnung die Grundlagenforschung.
Diese sollte der Klärung der
kognitiven Prozesse beim Menschen, die bei der Anfertigung eines Textes
ablaufen, dienen. Ebenso die dazu nötigten Fähigkeiten die grundlegend sind und
den gezielten Fördermaßnahmen zu dienen. Damit brach eine Trendwende
ein, denn vorher war die Textlinguistik hauptsächlich an gelungenen Texten
interessiert und nun rückten die Überlegungen, welche Vorgänge und Abläufe in
Lernenden gefördert werden sollten, in den Vordergrund. Vorrangig war die Prozessorientierung
statt Produktorientierung!
Schreiben als Problemlösung
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Teilprozessen. Zuerst erfolgt der Bau einer inneren Repräsentation des Textes
und der Zielsetzung, dient letztlich als Orientierungsgröße. Zweitens werden
nach der inhaltlichen Anordnung die einzelsprachlichen Realisierungen der
vorgestellten Inhalte umgesetzt. Zuletzt wird die Überarbeitung und Prüfung
des Textes vorgenommen, diese erfolgt entweder fortlaufend oder im Anschluss
nach Beendigung des Schreibprozesses.
Von diesem Modell abgesehen gibt es eine
große Variabilität von Textproduktionsverläufen.
Prozessorientierter Aufsatzunterricht im
Hinblick auf das Expertenverhalten
Im prozessorientierten Aufsatzunterricht
wurde den einzelnen Teilprozessen, wie der Übung, der Planungs- und
Überarbeitungsaktivität ein größeres Eigengewicht zugesprochen. Ebenso hat man
sich in der Schreibforschung mit den Unterschieden von Experten und
Anfängern auseinandergesetzt und ist zu den folgenden Ergebnissen gekommen:
Schreibanfänger planen ihre Texte im Gegensatz zu den Experten kaum, sie
beschränken sich auf kleine Texteinheiten, wenn überhaupt.
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häufig die Fähigkeit auf die Leserbedürfnisse einzugehen, eine Ursache hierfür
ist wohlmöglich der Egozentrismus eines Kindes. Unteranderem fehlt den Kindern
beim Textverfertigungsprozess, das Textmusterwissen, welches höchstens
intuitiv und implizit vorhanden ist. Es wurde auch diskutiert, ob man durch
Expertenverhalten zum Expertentum angelangt. Dabei wurde die Überlegung getroffen,
dass wohl Anfänger und Experten anders planen und überarbeiten, deshalb müsste
den Anfängern das gezielte Textplanen und –revidieren angewöhnt und das
ungeplante Schreiben abgewöhnt werden. Als Resultat erfolgte der Dreischritt,
dieser beinhaltet 1. die Planung, 2. die Formulierung, 3. die Überarbeitung.
Diese Interpretation wurde schnell angefochten, da es dem realen Schreibprozess
nicht entsprach. Außerdem war es bedenklich, dass man durch die bloße Imitation
eines Experten zu einem Experten werden würde. Denn im Gegensatz zu einem
Experten fehle dem Kind die Textbeurteilungskompetenz, die erst aufgebaut
werden muss. Ein wichtiger Aspekt, den die Kinder lernen sollten, wäre das
Kennen- und Beherrschenlernen verschiedener Textsorten z. B. durch das
Nachgestalten von Mustertexten oder durch transformierendes Schreiben.
Letztendlich muss der Aufsatzunterricht mehr leisten, als die Schreibvorgänge
in ihren Teilprozessen zu unterstützen, es geht wie immer um die Vermittlung
von Wissen.
Entwicklung der Schreibfähigkeiten anhand
eines Modells von Augst/Faigel
Wie sich die Schreibfähigkeit entwickelt,
ist nach Augst/Faigel von vier Stadien auszugehen. Zusammenfassend ist
die Entwicklung
Ø eine subjektiv-egozentrische
Ø über eine eher objektive hin
Ø zu einer zuerst formal und
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Ein
vorläufiges Fazit: Vom Nutzen der Schreibforschung für die Fachdidaktik
In der Fachdidaktik ist man sich nicht
einig, inwieweit man sich auf solche Stufenmodelle einlassen sollte, jedoch ist
man sich einig, dass das Schreiben individuellen Reifungsprozessen unterliegt
und nicht ständig durch Lehrbewertungen gestört werden sollte. Letztendlich hat
die Schreibforschung die aufsatzdidaktische Diskussion um die
Prozessorientierung bereichert und die alte produktorientierte
Textsortendidaktik veranlasst neue Denkansätze. In der Kombination aus
Produkt- und Prozessorientierung liegt ein innovatives Potenzial, denn z.
B. die reine Prozessorientierung würde zu keinem gewünschtem Ziel führen, da
Schreibprozesse aber meistens auf Ziele hin organisiert werden, ist es sinnvoll
eine genaue Vorstellung von dem gewünschten Text zu machen, denn umso leichter
fällt einem dann die Verfertigung eines Textes. Doch ist es noch unklar wie
ein praxisorientiertes Gesamtkonzept aussehen müsste, was den Ansprüchen
genügt, indem prozess- und produktorientierte Herangehensweisen sinnvoll
aufeinander abgestimmt sind. Bislang gibt es noch keine neue, geschlossene
Schreibdidaktik, die aus der Forschungs-diskussion entstanden ist.
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