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Schlüsselproblem, Schlüsselproblemunterricht, Geographiedidaktik .doc

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Geo Sciences
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Schlüsselproblem, Schlüsselproblemunterricht, Geographiedidaktik

1- Biographie:

l  Der Universitätsprofessor Dr. Wulf Dieter Schmidt-Wulffen ist am 18. August 1941 geboren. Wo?(unbekannt)

l  Er Studierte Geographie, Geschichte, Politik- und Erziehungswissenschaften in Marburg, Wien und Göttingen.

l  Kurzes Zwischenspiel als Realschullehrer danach universitäre Laufbahn mit den Arbeitsschwerpunkten:

-Kritische Fachdidaktik Geographie

-Entwicklungstheorien Mit dem Schwerpunkt Afrika!

l  1979: Habilitation für „Geographie“ in Osnabrück über „Soziale und regionale Disparitäten in der Dritten Welt (Schwarzafrika)“

l  1981: Habilitation für „Didaktik der Geographie“ in Hannover über „Sozialwissenschaftliche Grundlegung für einen fächerübergreifenden Geographieunterricht“

l  1985: Ernennung zum Professor

l  Bis Sommersemester 2006 war er geschäftsführender Direktor des Fachbereichs Erziehungswissenschaften an der Universität Hannover und wurde dann Emeritiert.

Schmidt-Wulffens Standpunkt

Gehört seit Jahren zu den profundesten Kritikern einer schülerfernen Geographiedidaktik.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen die Bücher: „Erdkunde ohne Zukunft, „Zukunftsfähiger Erdkundeunterricht“ sowie „Schüler- und Alltagsweltorientierung im Erdkundeunterricht“

 

Ein Beispiel aus dem Buch: Schmidt-Wulffen (1999): „Schüler- und Alltagsweltorientierung im Erdkundeunterricht“, S.69

 

Der Schüler: „Ich bin entschlossen, etwas Eigenständiges zu schreiben. Ich will mich selbst anleiten“. Der Lehrer tadelt daraufhin den eingebildeten Schüler: „Wenn du dich selbst anleitest dann bin ich nicht mehr dein Lehrer. Wo bleibt denn in einem solchen Fall meine Autorität?“ Der Direktor erscheint plötzlich und schimpft: „Warum benehmt ihr euch so abscheulich? Wozu ist wohl dein Lehrer da? Er kennt sich besser in der Schreibkunst aus als wie du!“(Mesopotamien,2000 v. Chr.)

 

 

Die Lehrer müssen umdenken. Sie sind daran gewöhnt die Schüler wie Marionetten an den Fäden tanzen zu lassen. Wir müssen den Jugendlichen daraufhin mühsam beibringen, dass eine Gruppe auch ohne einen Lehrer arbeiten kann. Plötzlich merken die Leute dann, wie viel Spass lernen und arbeiten machen kann.“ (VW- Personalplaner P.Hasse; 1992)

 

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2. Kritiker neuer Rahmenpläne

Tragen die Anforderungen des Wünschenswerten

in den Rahmenplänen auch den

Rahmenbedingungen des Faches Rechnung?

Schmidt-Wulffen kritisiert die neuen Rahmenpläne. Er meint all das dürfe aus fachlicher Sicht wünschenswert sein, aber tragen solche Kataloge des Wünschenswerten auch den Rahmenbedingungen des Faches Rechnung?

Fast überall in Deutschland beträgt der Erdkundeunterricht nur 1 std. die Woche. Trotz aller verbandlichen „Offensiven für den Geographieunterricht“ hat die Forderung „Erdkunde als 2 stunden Fach“ keine erkennbare Chance.

Deshalb müsse man sich Fragen, wie man den, bis an die Schmerzensgrenze geschrumpften Geographieunterricht, verantwortlich nutzen sollte:

  • Mit welcher „Ausstattung zur Lebensbewältigung“, mit welchen Kompetenzen, zu denen Erdkunde beitragen könnte, sollen Schüler für die private Lebensgestaltung, für die Arbeitswelt, also für Lehre und Studium wie für das politische Leben befähigt werden?
  • Welche Konzepte könnten geeignet sein, unter den gegebenen Rahmenbedingungen die fraglichen Kompetenzen zu entwickeln? Und – wohl entscheidend:
  • Welche Konzepte verfügen über Relevanzfilter, begründet, zukunftsweisend und konsensfähig den der Stundenschrumpfung entsprechenden Prozess inhaltlicher „Verschlackung“ zu gestalten?

 

 

3. Schlüsselqualifikationen

 

Nach Ansicht von Jugendforschern ist das schulische Bildungsbemühen im traditionellen Unterricht

noch nie so ins Leere gegangen!

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Die Wirtschaft erwartet von der Schule eine Grundlegende Wende des Denkens und Handelns.

Ihr Argument: Nicht der ist wirklich gebildet, für den andere entscheiden, für den andere denken, sondern der, der in der lange ist dies selbst zu tun.

Hartmut von Hentig argumentiert auch: Ziel der Bildung sei, den Einzelnen zum Subjekt seiner Handlung zu machen.

Der Amerikanische Soziologe Richard Sennet sekundiert, die neue „Ausbildungsethik“ verlange jedem ab, Unternehmer seiner eigenen Arbeitskraft zu werden.

Andererseits: Ist die Forderung nach einem Eigenständigen Bildungsanspruch nicht von gestern?

Arbeitsplätze brechen weg, Staat und Industrie setzen auf starke „Verschlankung“ und ziehen sich zunehmend aus der Verantwortung zurück, Perspektiven für die Jugend bereit zu stellen. Dann wird die Masse der Bevölkerung auf die Fähigkeit angewiesen sein, sich selbst aus dem Schlamassel zu ziehen.

Dann ist Flexibilität gefragt, aber genauso Selbstständigkeit und Selbstorganisationsfähigkeit. (Die Anforderungen an Schulabgänger können aus dem Buch: Schmidt-Wulffen ( 1999): Zukunftsfähiger Erdkundeunterricht, S.34 im Kasten 1 herausgelesen werden!)

 

Die Schulen von Heute können den Anspruch auf Selbstständigkeit und Selbstorganisationsfähigkeit kaum entsprechen.

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Nach Ansicht von Jugendforschern öffnet sich die Schere zwischen Selbstständigkeit im ausserschulischen Leben und Unselbstständigkeit im traditionellen Unterricht inzwischen so weit, dass schulische Bildungsbemühen noch nie so ins Leere gegangen sind.

4. Die Ausweitung des Klafkischen Schlüsselproblemansatzes

Wie in der letzten Sitzung erwähnt hat sich Klafki auf 5 epochaltypische Schlüsselprobleme konzentriert,

Klafkies Konzept der gesellschaftlichen Schlüsselprobleme

  1. Frieden
  2. Umwelt
  3. Ungleichheit
  4. Kommunikationsmedien
  5. Zwischenmenschliche Beziehung

 

die auf Mehrdimensionalität menschlicher Aktivitäten abzielen. Hier sollen Zugänge zu unterschiedlichen Möglichkeiten menschlichen Selbst- und Weltverständnisses durch Öffnung, für frei wählbare individuelle Interessenschwerpunkte geschaffen werden.

Schmidt-Wulffen äussert, dass auf der Basis von Schlüsselproblemen eine Anpassung an gesellschaftliche Veränderung vorgenommen werden kann, so dass keine rasche Veralterung entsprechend der Richtlinien zu befürchten ist.

Schmidt- Wulffen weitet im anlehnen an Klafki die Schlüsselprobleme etwas aus, z. b. baut er die „Sucht, Aggression und Gewalt“ ein.

 

Schmidt-Wulffens Ausweitung vom Schlüsselproblemansatz im anlehne an Klafki:

 

1.      Völkerverständigung und Friedensicherung

2.      Verwirklichung von Menschenrechten

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4.      Soziale Ungerechtigkeit

5.      Geschlechter- und Generationsverhältnis

6.      Umgang mit Minderheiten

7.      Arbeit

8.      Umwelterhaltung

9.      Sucht, Aggression und Gewalt

10.  Massenmedien und Alltagskultur

11.  Globale Ungleichheiten

Was kann bei Zugrundelegung der Schlüsselprobleme als Kern des Geographieunterrichts betrachtet werden? : Angesichts der geringen Zeitanteile des Erdkundeunterrichts, sollte es begrüsst werden, einen Großteil der Schlüsselprobleme anderen Fächern zu überlassen.

Schmidt-Wulffen nennt als Geographische Relevanz die Umwelterhaltung und Globale Ungleichheiten und Problemfelder an denen die Geographie mitwirken könnte: Diese wären Völkerverständigung/Friedenssicherung, Soziale Ungleichheiten, Umgang mit Minderheiten und Arbeit. Die übrigen Problemfelder sollten von Geographie nicht besetzt werden.

5. In wiefern ist der Schlüsselproblemunterricht für die Schüler zumutbar?

Schmidt-Wulffen meint, lernen vollzieht sich mit der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt, nicht nur durch die Aneignung beliebiger Stoffe. Der Schülerverarbeitet „nur jenes Wissen, dass in seinen Lebensweltlich geprägtes kognitives System passt. Wissen das er nicht in bestehendes Vorwissen integrieren kann, wird nicht vernetzt und gelangt damit nicht zur Anwendung.

Er greift auf die Behavioristische Theorie(1) zurück und versucht es anhand dieses Modells eindeutiger darzustellen:

 

REIZ

 

„Motivation“

 

 


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