Sanierung
von Baudenkmälern
Das
Bauwerk:
Der
Tempel auf 3200 Hoehenmetern im nordwesten von Jammu und Kashmir gelegen, war
Ausgangspunkt fuer das Forschungsprojekt 2008:
Unter
dem Gesichtspunkt, der Erhaltung und Instandsetzung besonders bedeutender
Sakralbauwerke im buddistischen Kulturraum, arbeiten wir seit einigen Jahren an
der baukonstruktiven Analyse der Tempelanlage. Der dreigeschossige Tempel
liegt heute sehr abseits von wichtigen Handelsruten in einem kleinen Seitental,
unweit dem Ort Lamayuru entfernt, wo sich der Hauptsitz befindet, dem die
Moenche aus dem Tempel unterstellt sind.
Die
Besonderheit der Tempelanlge liegt im Innenraum. Die zur Gaenze erhaltenen
Wandmalereien, die sich ueber alle Geschosse flaechendeckend erstrecken, sind
noch heute in ihrer originalen Ausfuehrung erhalt. Aufgrund der oertlichen
Lage, gelangte der Tempel ueber die Jahrhunderte in Vergessenheit und die
ueblichen Uebermalungen der historischen Wandmalereien blieben aus.
Die
Analyse:
Der
Tempelanlage besteht aus massiven Aussenwaenden, die mit lehmvermoertelten
Steinen ausgefuehrt wurden und einer innenliegenden Stuetzen - Balken - Pfosten
- Konstruktion aus Holz, die das Dach mit dem typischen Laternenaufbau traegt.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das traditionell ausgefuehrte Lehmdach immer wieder
mit neuen, zusaetzlichen Lehmschichten gegen eindringendes Meteorwasser
abgedichtet.
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Grosse
Loecher, die wir 2006 von aussen durch die Dachkonstruktion gegraben haben,
offenbarte uns die ganze Problematik. Der Tempel besass in der hinteren
Hauptnische ein Doppeldach, dessen oberste Dachschicht durch die
Gewichtszunahme eingestuerzt war und jetzt auf der unteren Dachschicht auflag.
Statt die eingestuerzte Konstruktion zu ernneuern, wurde die Senke aus dem
eingebrochenen Dach mit Material aufgefuellt.
Die ermittelter Dachquerschnitt
erstreckten sich auf eine Maechtigkeit von mehr als 120cm von Oberkante Dach
bis Unterkante Holzkonstruktion. Die zu Reduzierenden Lasten wurden mit mehr
als 20 Tonnen Gewicht berechnet.
Die
Loesung:
Das
konstruktive Ergebnis aus unserer Arbeit sollte aus sicht des Ordens von
Aussen, wie von Innen nicht sichtbar sein. Der innovative Loesungsansatz war
eine neue Konstruktion aus Hochleistungstraversen, die in Holland aus
Aluminiumsilikatrohren produziert wurden. Nach reduzierung der Lasten aus dem
eingestuerzeten Dach, konnte der neu entstandene Hohlraum fuer die neuen
Traversen genutzt werden. Diese leichten und klappbaren Trager aus den
Anforderungen des Konzertbuehnenbaus entwickelt, hatten unterschiedliche
statische Aufgaben.
1.
Der erste Traverse diente als Ueberzug, sie befindet sich ueber der
historischen Holzdecke.
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2.
Der zweite Traverse liegt hinter der Ersten und dient als Unterzug fuer den
neuen Dachstuhl. Die neuen Pfetten werden auf diesen Traeger aufgelagert und
bilden mit den Bohlen und dem traditionellen Lehmschichten den Dachabschluss.
Es besteht keine konstruktive Verbindung zwischen den beiden Traegern, so dass
die obere Dachschicht keine Lastbewegungen durch Schnee und Wind auf die
unteren Holzdecke uebertraegt kann (Abb.6).
Resume:
Das Projekt wurde unter
Mithilfe von vier einheimischen Arbeitern und zwei Studierenden in 7 Wochen
umgesetzt. Der massive Eingriff mit neuen Materialien in die Struktur eines
Gebaeudes mit diesem kulturellen Hintergrund, hat in der Bauphase nicht nur
fuer lokales, sondern vorallem fuer internationales Interesse gesorgt. Das
Europaern die Moeglichkeit gegeben wird, so intensive einen Einblick in
buddistische Baukultur zu bekommen, ist einmalig und laesst Rueckschluesse auf
eine Architekturverstaendnis zu, das bis heute nie die Unterstützung durch
einen Architekt gebraucht hat.
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