Er wirkt praktisch als ein ganzes Ornament.
Man kann tragende Teile nicht mehr von stützenden unterscheiden. Diese
Prunkmöbel waren meist vergoldet.
Weitere
neue Möbel waren:
· Flacher Schreibtisch: Bureau Plat
· Zylinder Büro:
· Damenschreibtisch: Bunheur de Jour
· Schreibkabinet: Schreibschrank
transportabel
· Toilettischchen: Poudreuse (Klappe
aufmachbar)
· Sminktisch:
Im
Rokoko entstanden bequeme dem menschlichen Körper angepaßte Sitzmöbel. Die
gepolsterten Sitzflächen sind etwas niedriger als die der Barockstühle. Die
Füße sind wieder S-förmig geschweift. Die Übergänge von Fuß zu Zarge und
Lehneneinfassung gehen wieder so fließend ineinander über, daß das Möbel wieder
wie aus einem Stück wirkt. Als Bezugsstoffe werden hauptsächlich helle
Seidendamaststoffe mit sehr reichen Mustern verwendet.
Weitere
beliebte Möbel waren das Sofa und das Chaiselongue (langer Stuhl). Er besteht
im Prinzip aus einem Fauteuil mit einer angebauten, hockerartigen Verlängerung.
Sitzmöbel:
· Bergére: Vollgepolsteter Ohrensessel.
· Chaiselongue: Zwischenform aus Sitz- und Liegemöbel
(Bergere+ Tabourette)
· Veilleuse: Liegemöbel (asymmetrische Rückenlehne)
· Duchesse: Fauteuil (Sitzfläche und Rückfläche
gepolstert)
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Die
großen Schränke verlieren im Rokokostil an Bedeutung. Diese Schränke
unterscheiden sich von den Barockschränken durch bewegte Linienführung in den
Türen und die karniesförmigen Schweifungen am Kranz. Als Füße wurden Kugelfüße
mit Krallenbesatz oder Füße als Rocaille ausgebildet verwendet.
Der
Bauernschrank wurde mit barockem Aufbau ausgeführt. Die Rokoko Einflüsse
beschränken sich ausschließlich auf die gemalten Ornamente und die figürlichen
Darstellungen.
DIE
KONSTRUKTION
Die
Konstruktionen mußten sich im Rokoko der Idee, das Möbel als ganze Einheit zu
sehen, unterordnen und durften nicht gezeigt werden.
Bei
Kommoden wurden die Schubladen mit einem Überschlag ausgeführt, damit man nur
eine schmale Fuge zwischen den Laden sieht. Die Beschläge und Verzierungen
gehen über alle Laden drüber. Das Möbel wirkt als eine Einheit. Die
Verbindungen zwischen Füße und Zargen werden durch Schlitz- und
Zapfenverbindungen zusammengesetzt, aber dann wieder geschickt durch ein Dekor
verdeckt. Meist wurde dies durch schräggestellte Funiere über Fuß und Zarge
erreicht. Diese Furniere machten dann aber einen Bronzezierbeschlag an den
Kanten der Füße notwendig, da sonst die Kanten am Fußende abbröckeln würden.
Die meisten Rokokomöbel waren furniert, wobei Mahagoni und Nuß am häufigsten
verwendet wurden. Bei geschwungenen Flächen wurde das Furnier meist mit Hilfe
von Sand und Gipsformen aufgeleimt.
DAS
ORNAMENT
ROCAILLE
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· Bei der deutschen Rocaille enden Blattformen in
Ranken, wobei keine naturalistischen Formen angewendet wurden. Die Ranken
wirken eher wie erstarrte Wellen und zeigen Verwandtschaft mit dem Knorpelwerk
der Spätrenaissance und des Frühbarock. Die Formen wurden total asymmetrisch
angeordnet.
· Die französische Rocaille erscheint bei flüchtiger Betrachtung
symmetrisch, jedoch wenn man genauer hinsieht, merkt man daß die Asymmetrie
konsequent durchgezogen wurde. Das Ornament besteht aus flüssigen C- und S-
Schwüngen, die dann eine flüssige Form ergeben.
ESPAGNOLETTE
Die
Espagnolette besteht aus einer Frauen oder Männerbüste, manchmal auch aus
Tierköpfen, aus denen Ornamente (Rocaille) herauswachsen. Dieses Ornament wurde
meist bei Fußoberteilen angewendet.
DIE
MALEREI DES ROKOKO
Im
Rokoko beginnt sich das Malerische stark herauszubilden. Die Farbgestaltung
wird zur Hauptsache und die Figurenbildung tritt in den Hintergrund. Ein
weiteres Kennzeichen ist die Vorliebe zur Pastellkreide.
Vom
Barock hergesehen merkt man einen Verlust an Körperlichkeit, die Figuren haben
nicht mehr die Ausdruckskraft, jedoch aus dem 19. Jhdt. rückblickend bemerkt
man, daß durch die Farbgebung in der Rokokomalerei bestimmte Stimmungen erzielt
wurden.
EINIGE
KÜNSTLER
Johann
Baptist Zimmermann: Er erstellte die
Fresken in den Festsälen der Nümphenburger Residenz.
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Tiepolo: Er erstellte das Deckenfresko in der Würzburger
Residenz. Im Altarbild „Anbetung der Könige“ zeigt er den Überschwung an Licht
und Farbe der in dieser Zeit so beliebt war. Für die Gruppierung der Figuren
wählte er den Tiefenzug der Diagonale.
Thomas
Gainsborogh: Er war ein bekannter Bildnismaler der gerne die vom ihm
porträtierten vor romantischer Parklandschaft darstellte.
Jean-Honore
Fragonard: er stellte die Unbeschwerde des höfischen Lebens dar. Heiterkeit und
Festlichkeit bestimmen den Sinn des Rokoko. In seinen Bildern findet man die
Bejahung des Diesseits in heiterer Unterhaltung, Tanz und Spiel.
Antoine
Watteaus: Er stellte unmutige Szenen häufig in der dunklen Seite dar. Seine
schönste Kostümfigur, der Gilles, ist im Grunde genommen eine bedauernswerte,
tragische Gestalt.
Jean
Baptiste Simeon Chardin: Er war ein Interpret des einfachen Lebens. Er stellt
nicht die komödiantischen Figuren des höfischen Lebens, sondern die einfachen
Menschen bei der Verrichtung ihrer Arbeiten dar. Seine Bemühungen um einfache
Darstellungen führten ihn zum Stilleben, das in ruhigen Flächen auf die
Leinwand brachte.
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