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Rokoko - Baukunst und Malerei .doc

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HTBLVA Villach
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1998
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ROKOKO 1725- 1760

Der Rokokostil hat seinen Namen vom Hauptornament, der Rocaille (Muschel). Ein anderes Merkmal dieses Stiles ist die Vorliebe zur Asymmetrie. Das Rokoko entwickelte sich als Gegenreaktion zum allzusteifen und repräsentativen Wesen des Hochbarocks.

In Frankreich wurde das Rokoko Lois XV genannt. Der Übergang von Hochbarock zu Rokoko wurde in Frankreich Regence genannt.

BAUKUNST

Die Baukunst ist kein eigener Baustil, sondern eine Weiterentwicklung der barocken Schmuckformen.

Es entsteht keine neue Architektur, es wird nur mit neuen Schmuckformen gearbeitet. In der Fassade werden Säulen in Geschoßhöhe, oder Pilaster angewendet. Im Sakralbau in Deutschland blieb zunächst das starre wuchtige System der Wandpfeilerkirche bestehen.

Dieses System symbolisiert die strenge Ordnung und Hierarchie der Kirche. Der neue Stil wird zunächst in der Decke gezeigt. Sie ist nicht mehr nach den Pfeilern ausgerichtet, sondern erstreckt sich über den gesamten Laienraum und bezieht auch den Altarraum mit ein.

Der nächste Schritt ist, daß die regelmäßigen Abstände der Wandpfeiler durch eine einheitliche tragende Längswand ersetzt werden. Im Profanbau werden nicht mehr Frei- und Halbsäulen verwendet sondern die Pilaster werden zu flachen Dekorationselementen und werden später sogar ganz weggelassen.

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·      Das oberste Akanthusblatt einer Dekoration erhält einen asymmetrischen Schwung,

·      dann wird die bisher als gerade Linie sichtbare Symmetrielinie in alle Richtungen verbogen und verzogen

Rokoko an der Außenwand ist selten, ein Beispiel für einen reinen Rokokobau ist die Wallfahrtskirche in Maria Gern./ Berchtesgaden. Sie ist innen und außen in reinem Rokoko gehalten.

Die Außenwände besitzen dünne Lisenen aus Putz, die noch die Konturen von Pilastern zeigen. Auf die Hohlkehlen sind zarte Ranken aus Stuck aufgelegt. Der Erker ist nicht mehr technisch ausgebildet, sondern die Konstruktion wurde mit Schmuckformen völlig überladen. Die konkaven und konvexen Schwünge wurden auch auf die Fenster übertragen.

Die Einfassung aus Stuck löst die deutlichen Schwünge der Fensterleibung in nicht mehr überschaubare Kleinformen auf.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des Rokoko ist, daß sich die Architektur und Malerei vermischen, ein fließender Übergang zwischen gemalter und gebauter Architektur wird möglich. In der Wallfahrtskirche von Wies wurde anstelle eines massiven Gewölbes eines aus Holz und Stuck verwendet, und somit wurde eine freie Grundrißgestaltung ermöglicht.

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Erst durch die Einführung einer leichteren Gewölbetechnik wird es möglich den Außenbau von den schubableitenden Konstruktionen zu befreien, wodurch die Baukörper leichter zu wirken beginnen. Diese neuen leichten Gewölbe bestehen aus Holz und sind vom Untergurt des Hängewerkes abgehängt mit Putzträgern versehen und mit Stuck verputzt.

Dieses Hängewerk kann auch als eine Einheit über den ganzen Raum gespannt werden. Es kann schwach gewölbt und sogar parallel zum Fußboden ausgeführt werden, wodurch durchgehende ungeteilte Deckenfresken möglich werden, die den Raum zu einer Einheit zusammenschließen .

DER INNENRAUM

Die Innenräume wurden im Rokoko besonders geschmückt. Verwendet wurden Stuck (Gips), Stuckmarmor. Diese Schmuckelemente wurden oft vergoldet. Dies wurde Poliment genannt.

Vergolden: blauer Untergrund

Versilbern: gelber Untergrund

Die Wände und die Decken wurden mit Illustrationsmalerei versehen. Nebenbei wurden die Wände tapeziert (Damaststoffe, Seide), verspiegelt, vertäfelt ( intarsiert oder Furniert), mit Wandteppichen (Gobelin) versehen oder mit Stuck geschmückt. Durch diese neuen Techniken entstehen neue Räume: z.B.:

·      Spiegelzimmer

·      Spielzimmer

·      Ballsaal

 

In den Innenräumen wurden vor allem die Farben hellblau, hellrosa, hellgrau gebrochenes weiß verwendet.

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DAS MÖBEL

Beim Möbel wird sichtbar, daß die harte und mehrfach gekröpfte Linienführung des Hochbarock durch die eleganten Schwünge abgelöst werden. Es wurde zur Mode Füße und Zargen eines Möbels mit weichen Linien zu verbinden.

Später wurden die Konstruktionen sogar ganz versteckt ausgebildet. Es wurden stark gemaserte Hölzer als Furniere verwendet. Zusätzlich wurden die Möbel mit Beschlägen versehen. Diese Beschläge dienten vor allem als Schutzbeschläge da die Furniere sonst abbröckeln würden.

Die Beschläge wurden aus Bronze angefertigt.

Grundsätzlich unterscheidet man 3 Konstruktionstypen :

1.    DAS INTARSIERTE MÖBEL : Alle sichtbaren Teile sind furniert . Das Furnier wird von Hand gesägt, daher sind nur kleine Flächen möglich Holzarten: Palisander, Ebenholz, Rosenholz.

Bürgerliches Möbel: Nuß mit Pflaume kombiniert. Oft wurden die Möbel mit Schnitzereien verziert. Die Decklatten der Möbel werden aus Marmor oder Kunstmarmor hergestellt.

Jedes Möbel wies einen Zierbeschlag in welcher Form auch immer auf. Diese Beschläge wurden meist aus Bronze oder Messing hergestellt und wiesen fast immer die Form der Rocaille auf.

 

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Diese Möbel wurden auch oft mit geschnitzten Rocaillen versehen die meist blattvergoldet waren.

3.    DAS GESCHNITZTE RAHMENMÖBEL: Durch geschickte Profilierungen der Friese und übergreifender Rocaillenschnitzerei fand man einen Weg die Konstruktion ganz zu verstecken.

Das Hauptmöbel des Rokokostils ist die Kommode: sie ist meistens mit 2 oder 3 Schubladen ausgeführt und die Fronten und Seiten sind sowohl horizontal als auch vertikal in alle Richtungen gebogen. Die Trennungslinien der Schubladen sollten möglichst unsichtbar gehalten werden.

Des Dekor geht meisten über die ganze Front und wird an den Schubladen Trennungslinien durchtrennt.

Ein häufiges Möbel war die Schreibkommode mit oder ohne Aufsatz. Bei der Schreibkommode mit geschweiftem Deckel dient ein ausziehbarer Schieber als Schreibgelegenheit. Dieses Möbel wurde meist mit Füßen aus gebrochenen S- Formen ausgebildet.

Eine Neuerung in der Furniertechnik ist die Kreuzfuge. Dabei werden 4 aufeinanderfolgende Furnierblätter zusammengesetzt, damit ein symmetrisches Muster entsteht. Diese Technik konnte erst angewandt werden nachdem die Herstellung der Furniere maschinell und somit genauer erfolgen konnte.

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