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In
der folgenden Arbeit wird der Handel mit sogenannten Konfliktdiamanten
analysiert und der Fokus auf die EU und die Länder Angola und Sierra Leone
gelegt. Die Thematik weist ein hohes Maß an Brisanz auf, da es im Zuge des
Rohdiamantenhandels im illegalen Rahmen zu massiven Menschenrechtsverletzungen
und Gräueltaten auf dem afrikanischen Kontinent kommt.
Sadistische Diktatoren
und Rebellenführer zeigen hierbei unmenschliche Vorgehensweisen, um im Gegenzug
persönlichen Reichtum durch den Handel mit den wertvollen Steinen zu erhalten.
Durch die Einberufung des Kimberley Prozesses sollen Regelungen zum fairen
Diamantenhandel geschaffen und die Verbrechen an der Menschheit gestoppt werden.
1.1. Themenrelevanz:
Der
Forschungsschwerpunkt liegt in einer Erklärung der Vorgänge und Instrumente des
Kimberley Prozesses, dem europäischen Gewicht in der Diskussion und der Kritik.
Damit ein Realitätsbezug erfolgen kann, werden im Anschluss daran die
Gegebenheiten in Sierra Leone und Angola betrachtet und historisch bzw.
politisch aufgearbeitet.
Zuerst
wird der Begriff Rohdiamanten erläutert und in Kontext mit der Arbeit gebracht.
Kapitel Zwei beschäftigt sich mit der Diamantenindustrie und dem Kimberley
Prozess an sich. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle der Mitglieder und den
Kontrollmechanismen, bevor eine kritische Stellungnahme folgt.
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1.2. Literarischer Zugang:
Diese
Arbeit basiert auf politikwissenschaftlicher Fachliteratur, Fachzeitschriften,
Zeitungen (Standard, Frankfurter Allgemeine Zeitung, New York Times) und
Internetquellen.
1.3. Forschungsfragen:
Welche
Faktoren sind entscheidend für den Erfolg des Kimberley Prozesses?
Welche
internen bzw. strukturellen Voraussetzungen bietet der internationale
Diamantenhandel?
Wie
ausgereift und nachhaltig ist der Kimberley Prozess?
Geht
es tatsächlich um die Wahrung von Menschenrechten oder sind wirtschaftliche
Faktoren ausschlaggebend?
1.4. Begriffsklärung:
1.4.1. Rohdiamanten:
Unter
Rohdiamanten versteht man Diamanten, die aus einer natürlichen
Ablagerungsstätte stammen und weder farblich verändert, noch einer Bearbeitung
unterzogen wurden. Grundsätzlich sind Diamanten Mineralien, die aus einer
Reinform von Kohlenstoff bestehen und einen außerordentlichen hohen Härtegrad
aufweisen.
Diamant verdankt seine Härte und Schönheit der außerordentlich
dichten, tetraedrisch orientierten Verbindung jedes Kohlenstoffatoms mit
jeweils 4 Nachbaratomen.
Das heißt vereinfacht, dass alle
Kohlenstoffatome miteinander eine feste Verbindung eingehen und alle
Außenelektronen im gleichen Maße gesättigt sind. Es liegt somit eine Verbindung
vor, die auf sp³-Orbitalen basiert.
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2. Der
Kimberley Prozess:
2.1. Charakteristika von Diamanten und
der Diamantenindustrie:
Der
Handel mit Rohdiamanten erstreckt sich über den ganzen Globus und findet in
einem internationalen Rahmen statt. Im Zuge dieser internationalen Ausprägung
gibt es Richtlinien für die Unterscheidung der Edelsteine und einheitliche
Bezeichnungen. Klassifiziert wird in verschieden Sorten von Diamanten:
-
Stones: Diamanten
mit hochwertiger Qualität und regelmäßiger Form, die Erscheinung ist
oktaedrisch oder rhombendodekaedrisch. Der perfekte Diamant (Glassies) weist
eine Oktaederfom auf, die scharfe Kanten, keine Unregelmäßigkeiten und eine
entsprechende Klarheit besitzt. Sogenannte Rollers sind Rhombendodekaeder, die
flächengewölbt und frei von Einschlüssen sind.
-
Sawables: werden
parallel zu ihrer Würfelfläche zersägt, um Verluste beim Schleifen zu
verhindern.
-
Makeables: werden
zu Brillanten geschliffen und nicht zersägt. Sie sind leicht verzerrt in ihrer
Optik.
-
Shapes: sehr
hochwertiges Material, das jedoch unter einer starken Verzerrung in der Optik
auffällt.
-
Flats: flache
Diamanten, die wenig Dicke aufweisen.
-
Elongated: in die
Länge gezogene Kristallform
-
Macles: dreieckig
in der Form, aber als Zwilling (Spinellgesetz) ausgebildet.
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-
Chips:
unregelmäßiger, kleiner und wenig wertvoller Kristall.
In
der Industrie wird neben den natürlich gewachsenen Diamanten auch die
synthetische Variante genutzt, um nicht der vollkommenen Abhängigkeit der
natürliche gewachsenen Kristalle zu verfallen. Eine Einteilung der natürlichen
Diamanten wird so vorgenommen, dass Naturdiamanten, die zur Zeit der Einfuhr
und des Verkaufs nicht gewinnbringend für Schmuckutensilien verwendet werden
können, schlussendlich für industrielle Zwecke dienen sollen. Diese
Kategorisierung kann allerdings nicht als finale Lösung angesehen werden, da es
immer wieder zu Verschiebungen kommt.
Ein Material, das noch 1980 zweifelsfrei zur Industrieware
gehörte, wurde wenige Jahre später zu Schmucksteinen verarbeitet. Vor 1980
schätzte man das Verhältnis der Naturdiamanten von Industrie- zu
Schmuckqualität noch mit 80 zu 20 ein, heute hat sich dieses Verhältnis auf 60
zu 40 verschoben!
Die
industrielle Ebene des Diamantenhandels bzw. der Verarbeitung nimmt auch eine
Klassifizierung des natürlichen Werkstoffs vor. Dabei sind vor allem die Form
der Diamantkristalle und der Einsatzbereich von entscheidender Bedeutung:
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