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2. Generation der RAF (1975 - 1981) 1.Aktivitäten der 2. Generation der RAF 2.Haftbedingungen und Gefangenenbefreiun­g 3.Personalisierung­ und Internationalisier­ung RAF: Rote Armee Fra
Beschäftigt
man sich mit der griechischen Antike entsteht schnell die Vermutung, dass es
ein umfassendes Informationsangebot seitens der Literatur über den Krieg in der
damaligen Zeit gibt. Nicht nur antike Geschichtsschreiber überlieferten uns
viele Schlachtberichte, auch Vasen oder Reliefs erzählen über den Krieg.
Bei
diesem Eindruck setzt Christian Meier in seiner 1990 in der Historischen
Zeitschrift veröffentlichten und hier auf Basis der 1991 in der Theodor-Schieder-Gedächtnisvorlesung
erschienenen Monographie „Die Rolle des Krieges im klassischen Athen“ ein. Der
Autor stellt der oben angesprochenen Annahme die unerwartete These entgegen,
dass wir heutzutage weniger über den Krieg in der früheren Zeit wissen, als wir
annehmen.
Meier fragt nach der Relation zwischen Krieg und Frieden, nach der
Bedeutung des selbigen in Bezug auf die Gesellschaft Athens und möchte
verschiedene charakteristische Merkmale aufzeigen – dies alles dient dem Ziel
Meiers: dem „Begreifen der Eigenart“ des Krieges in der klassischen Zeit (des
5. Jahrhunderts) und damit auch der Erweiterung unseres allgemeinen
Verständnisses der Antike.
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Meier
möchte, dass sein Werk über den Krieg handelt, womit er das Verstehen
des Krieges in all seinen Perspektiven meint. Nach der Einleitung mit der
überraschenden These von den fehlenden Kenntnissen über den Krieg, kommt hier
das zweite Unerwartete: Er zitiert verschiedene äußerst bekannte Autoren, zum
Beispiel Max Weber, Jacob Burckhardt oder Jean-Pierre Vernant, und widerlegt
überzeugend ihre Aussagen über die Kriege der antiken Griechen.
An
Vernants Standpunkt, den dieser von Max Weber aufgegriffen und weitergeführt
hat, soll hier kurz die gekonnte Widerlegung demonstriert werden, die
beispielhaft für die übrigen ist: Der französische Altertumswissenschaftler
Vernant vertritt die Aussage, dass der Krieg (der antiken griechischen Städte)
selbst das Politische sei, er somit gleichzusetzen mit den Bürgern der Stadt
ist und keine Differenzierung zwischen Krieger und Bürger möglich wäre.
Weiterhin argumentiert er, dass die Griechen keine besonderen Institutionen
bzw.
Funktionsträger und kein besonderes Wertesystem gehabt hätten, wodurch der
Bürger gleichzeitig Soldat und Beamte gewesen sei, also militärische und zivile
Aufgaben innegehabt habe, was zur Verschmelzung des Krieges mit der Pólis
führe. Meier kritisiert diesen Ansatz vehement. Insbesondere Verallgemeinerung
wirft er Vernant vor; zudem sei die Tatsache, dass das Heer und die Bürgerschaft
größtenteils aus gleichen Personen bestünden, kein Anlass, um von einer
Identität von Krieg und Politik auszugehen.
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Die
Unterbrechung des Friedens sei seiner Meinung nach der von der Bürgerschaft
beschlossene Krieg, der außerdem zeitlich klar markiert und begrenzt worden sei
und damit kein Normalzustand war – eine These, die den dargestellten Meinungen
der anderen Autoren widerspricht, denn einer ihrer Kernaussagen ist die Annahme
eines ständigen Krieges von allen Städten gegen alle Städte.
An dieser Stelle
warnt Meier vor allzu schnellen, generalisierenden Schlüssen, wie zum Beispiel
jener Gleichung, die davon ausgeht, dass die Gleichheit der Hopliten während
der Schlacht die Gleichheit der Bürgerschaft ermöglichte und somit zur
Demokratie führte. (Wäre dies der Fall, hätte die Demokratie schon in der
Archaik entstehen können und nicht erst 460 v.
Chr.).
Diese
Bestandsaufnahme und Widerlegung der vorherrschenden Forschermeinungen beendet
die einleitenden Worte und bestätigt den Wunsch Meiers nach Beantwortung
wichtiger Fragen, die bisher noch nicht ausreichend oder überhaupt nicht
begutachtet worden sind, z.
B. nach dem Zusammenhang des Krieges für Athen in
Hinsicht auf Demokratie, Ökonomie usw. Auf den folgenden Seiten beschäftigt
sich Meier mit der archaischen Zeit Griechenlands, das heißt dem Zeitraum von
ca. 800 bis 490 v. Chr., um durch die Typologie der damaligen Kämpfe ein
Grundgerüst für die Analyse der klassischen Kriege zu haben – was benötigt
wird, um die Besonderheiten des 5. Jahrhunderts auszuleuchten.
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Der Krieg kulminierte in einer entscheidenden, von
religiösen Feiern begleiteten Schlacht, die auf einer vorher ausgesuchten Ebene
und an einem abgesprochenen Termin stattfand. Bei diesen Vorbereitungen gab es
klare Rituale, wie auch die Schlacht selbst durch die Disziplinierung der
Soldaten in ihren Hoplitenphalanxen stark reglementiert wurde.
Auch das Ende
des Kampfes folgt durch die Aufstellung eines Tropaions (einer Art temporären
Denkmals) den vorgegebenen Riten – das Ergebnis erkennt der Unterlegene durch
die Bitte auf Totenbergung an. Somit werden die klaren, den Krieg umzäunenden,
zeitlichen und räumlichen Schranken deutlich. Dieses Kriegsverständnis
entspricht eher unseren heutigen Vorstellungen einer fairen sportlichen Auseinandersetzung
als dem Krieg mit allen taktischen Mitteln.
Hierbei verweist Meier auf das Wort
agon, das sowohl die Schlacht als auch den Wettkampf
bezeichnet. Dem entgegen kommen die relativ beschränkten Kriegsziele der
jeweiligen Pólis. Oft ging es dabei um die Gewinnung kleinerer Landstriche,
aber auch Rache wegen eines verlorenen Krieges diente als Begründung oder auch
der ewige Grund: die Aussicht auf Beute.
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Gewahrt und getragen wurden die Kriegsriten
laut Meier nicht nur durch die Religion, sondern auch durch die Beobachtung
unbeteiligter Städte sowie dem männlichen Ideal der militärischen Bewährung.
Der
Autor hat bis hierhin eindrucksvoll den Ablauf eines Krieges skizziert, der
ganz anders begangen wurde als heutige Kriege, und stellt die Frage: Warum
waren große Póleis wie Athen nicht auf Expansion aus, sondern blieben in der
Archaik weit hinter den Möglichkeiten ihrer Macht zurück?
Wie
schon zu Beginn des Werkes widerspricht Meier den prävalierenden
Forschungsauffassungen bei der Beantwortung dieses Punktes. Die meisten
Historiker verweisen auf die dortigen geographischen Verhältnisse, das heißt
auf die Zerteilung des Raumes in unzählige kleine Territorien, die sich zudem
der Ägäis öffneten und damit größere Herrschaftsgebiete unmöglich machten.
Dem
widerspricht der Autor u.a. mit dem Verweis auf die frühere mykenische Zeit, in
welcher es Herrschaftsverbände durchaus gab.
Meier
schreibt vielmehr von sich herausbildenden gemein-griechischen
Eigentümlichkeiten, um das fehlende Bedürfnis nach räumlicher Machterweiterung
zu erklären. Die Póleis sind zwar trotz der gesamtgriechischen
Eigentümlichkeiten nicht beliebig austauschbar, aber eine allumfassende Tendenz
ist festzuhalten.