Title, Topic

Rezension von Christian Meier: Die Rolle des Krieges im klassischen Athen .doc

®
Page 1 of 3
[1] [2] [3]
Faculty
Human Science
Discipline
History
Document category
Miscellaneous
University, School
Universität zu Köln
Additional information
Responsible User
This text has been add by user luec1329 on 2010-05-14. Disclaimer
Popularity
440  visits
Document length
~2.840  Words
~17.152  Chars
Rating
Networking




















More documents
History

Nachkriegszeit 1. WK
Geschichte Zusammenfassung Seite 152–159 1) Wann erreichte Das Spekulationsfieber­ seinen Höhepunkt? 1929 2) Was machten zu diesem Zeitpunkt alle Leute und Warum? alle kauften sich Aktien, wei


Völkerwanderung bis Weltkrieg
Geschichte Völkerwanderung: (375 n. Chr. und geht bis 568 n. Chr.) Völkerwanderung ist eine Wander- und Fluchtbewegung von Germanen und Slawen. Germanen -hinter- Rhein und Donau. Nördlich der G


Mittelalter Transformation des Imperium Romanum
Mittelalter 1.VO Grundprobleme des Mittelalters: Augustinos von Hippo: 354 – 430 ist Manichäer, 386 hat er Bekehrungserlebnis­, verzichtet auf Beischlaf, Ehe und Beruf war zuerst Rhetor in


2. Generation der RAF
2. Generation der RAF (1975 - 1981) 1.Aktivitäten der 2. Generation der RAF 2.Haftbedingungen und Gefangenenbefreiun­g 3.Personalisierung­ und Internationalisier­ung RAF: Rote Armee Fra

Christian Meier: Die Rolle des Krieges im klassischen Athen. München 1991.

Beschäftigt man sich mit der griechischen Antike entsteht schnell die Vermutung, dass es ein umfassendes Informationsangebot seitens der Literatur über den Krieg in der damaligen Zeit gibt. Nicht nur antike Geschichtsschreiber überlieferten uns viele Schlachtberichte, auch Vasen oder Reliefs erzählen über den Krieg.

Bei diesem Eindruck setzt Christian Meier in seiner 1990 in der Historischen Zeitschrift veröffentlichten und hier auf Basis der 1991 in der Theodor-Schieder-Gedächtnisvorlesung erschienenen Monographie „Die Rolle des Krieges im klassischen Athen“ ein. Der Autor stellt der oben angesprochenen Annahme die unerwartete These entgegen, dass wir heutzutage weniger über den Krieg in der früheren Zeit wissen, als wir annehmen.

Meier fragt nach der Relation zwischen Krieg und Frieden, nach der Bedeutung des selbigen in Bezug auf die Gesellschaft Athens und möchte verschiedene charakteristische Merkmale aufzeigen – dies alles dient dem Ziel Meiers: dem „Begreifen der Eigenart“ des Krieges in der klassischen Zeit (des 5. Jahrhunderts) und damit auch der Erweiterung unseres allgemeinen Verständnisses der Antike.

 

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Rezension von Christian Meier: Die Rolle des [...].doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Meier möchte, dass sein Werk über den Krieg handelt, womit er das Verstehen des Krieges in all seinen Perspektiven meint. Nach der Einleitung mit der überraschenden These von den fehlenden Kenntnissen über den Krieg, kommt hier das zweite Unerwartete: Er zitiert verschiedene äußerst bekannte Autoren, zum Beispiel Max Weber, Jacob Burckhardt oder Jean-Pierre Vernant, und widerlegt überzeugend ihre Aussagen über die Kriege der antiken Griechen.

An Vernants Standpunkt, den dieser von Max Weber aufgegriffen und weitergeführt hat, soll hier kurz die gekonnte Widerlegung demonstriert werden, die beispielhaft für die übrigen ist: Der französische Altertumswissenschaftler Vernant vertritt die Aussage, dass der Krieg (der antiken griechischen Städte) selbst das Politische sei, er somit gleichzusetzen mit den Bürgern der Stadt ist und keine Differenzierung zwischen Krieger und Bürger möglich wäre. Weiterhin argumentiert er, dass die Griechen keine besonderen Institutionen bzw.

Funktionsträger und kein besonderes Wertesystem gehabt hätten, wodurch der Bürger gleichzeitig Soldat und Beamte gewesen sei, also militärische und zivile Aufgaben innegehabt habe, was zur Verschmelzung des Krieges mit der Pólis führe. Meier kritisiert diesen Ansatz vehement. Insbesondere Verallgemeinerung wirft er Vernant vor; zudem sei die Tatsache, dass das Heer und die Bürgerschaft größtenteils aus gleichen Personen bestünden, kein Anlass, um von einer Identität von Krieg und Politik auszugehen.

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Rezension von Christian Meier: Die Rolle des [...].doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Die Unterbrechung des Friedens sei seiner Meinung nach der von der Bürgerschaft beschlossene Krieg, der außerdem zeitlich klar markiert und begrenzt worden sei und damit kein Normalzustand war – eine These, die den dargestellten Meinungen der anderen Autoren widerspricht, denn einer ihrer Kernaussagen ist die Annahme eines ständigen Krieges von allen Städten gegen alle Städte.

An dieser Stelle warnt Meier vor allzu schnellen, generalisierenden Schlüssen, wie zum Beispiel jener Gleichung, die davon ausgeht, dass die Gleichheit der Hopliten während der Schlacht die Gleichheit der Bürgerschaft ermöglichte und somit zur Demokratie führte. (Wäre dies der Fall, hätte die Demokratie schon in der Archaik entstehen können und nicht erst 460 v.

Chr.).

Diese Bestandsaufnahme und Widerlegung der vorherrschenden Forschermeinungen beendet die einleitenden Worte und bestätigt den Wunsch Meiers nach Beantwortung wichtiger Fragen, die bisher noch nicht ausreichend oder überhaupt nicht begutachtet worden sind, z.

B. nach dem Zusammenhang des Krieges für Athen in Hinsicht auf Demokratie, Ökonomie usw. Auf den folgenden Seiten beschäftigt sich Meier mit der archaischen Zeit Griechenlands, das heißt dem Zeitraum von ca. 800 bis 490 v. Chr., um durch die Typologie der damaligen Kämpfe ein Grundgerüst für die Analyse der klassischen Kriege zu haben – was benötigt wird, um die Besonderheiten des 5. Jahrhunderts auszuleuchten.

 

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Rezension von Christian Meier: Die Rolle des [...].doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Der Krieg kulminierte in einer entscheidenden, von religiösen Feiern begleiteten Schlacht, die auf einer vorher ausgesuchten Ebene und an einem abgesprochenen Termin stattfand. Bei diesen Vorbereitungen gab es klare Rituale, wie auch die Schlacht selbst durch die Disziplinierung der Soldaten in ihren Hoplitenphalanxen stark reglementiert wurde.

Auch das Ende des Kampfes folgt durch die Aufstellung eines Tropaions (einer Art temporären Denkmals) den vorgegebenen Riten – das Ergebnis erkennt der Unterlegene durch die Bitte auf Totenbergung an. Somit werden die klaren, den Krieg umzäunenden, zeitlichen und räumlichen Schranken deutlich. Dieses Kriegsverständnis entspricht eher unseren heutigen Vorstellungen einer fairen sportlichen Auseinandersetzung als dem Krieg mit allen taktischen Mitteln.

Hierbei verweist Meier auf das Wort agon, das sowohl die Schlacht als auch den Wettkampf bezeichnet. Dem entgegen kommen die relativ beschränkten Kriegsziele der jeweiligen Pólis. Oft ging es dabei um die Gewinnung kleinerer Landstriche, aber auch Rache wegen eines verlorenen Krieges diente als Begründung oder auch der ewige Grund: die Aussicht auf Beute.

Nur selten

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Rezension von Christian Meier: Die Rolle des [...].doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Gewahrt und getragen wurden die Kriegsriten laut Meier nicht nur durch die Religion, sondern auch durch die Beobachtung unbeteiligter Städte sowie dem männlichen Ideal der militärischen Bewährung.

Der Autor hat bis hierhin eindrucksvoll den Ablauf eines Krieges skizziert, der ganz anders begangen wurde als heutige Kriege, und stellt die Frage: Warum waren große Póleis wie Athen nicht auf Expansion aus, sondern blieben in der Archaik weit hinter den Möglichkeiten ihrer Macht zurück?

Wie schon zu Beginn des Werkes widerspricht Meier den prävalierenden Forschungsauffassungen bei der Beantwortung dieses Punktes. Die meisten Historiker verweisen auf die dortigen geographischen Verhältnisse, das heißt auf die Zerteilung des Raumes in unzählige kleine Territorien, die sich zudem der Ägäis öffneten und damit größere Herrschaftsgebiete unmöglich machten.

Dem widerspricht der Autor u.a. mit dem Verweis auf die frühere mykenische Zeit, in welcher es Herrschaftsverbände durchaus gab.

Meier schreibt vielmehr von sich herausbildenden gemein-griechischen Eigentümlichkeiten, um das fehlende Bedürfnis nach räumlicher Machterweiterung zu erklären. Die Póleis sind zwar trotz der gesamtgriechischen Eigentümlichkeiten nicht beliebig austauschbar, aber eine allumfassende Tendenz ist festzuhalten.


Page 1 of 3
[1] [2] [3]


swopdoc.com ist not responsible for the content of this text provided by third parties

Legal info - Copyright - Terms - Partner - Statistik - Contact
antiblock.org adblockdetector.com

Swap your documents