Repräsentation des Bösen
In:
Freidrich Schillers „Die Räuber“
&
Heinrich von Kleists „Der Findling“
Die Räuber
In dem fünf-Akte-Drama „Die Räuber“ tragen im Wesentlichen
vier Charaktere zum Fortlauf des Stückes bei.
Der
Adelige Karl Moor, in Leipzig studierender
und etwas umtriebiger Lebemann, Sohn des „alten Moor“ und Bruder von Franz
Moor. Karl ist unsterblich verliebt in Amalia, die zusammen mit seinem Vater
und seinem Bruder daheim in Franken verweilt.
Franz Moor, Karls Bruder, ist ständig in Franken und kümmert sich um
seinen Vater. Er ist von hässlicher Gestalt und im Gegensatz zum emotional
ausgereiften Karl, das rationale Gegenstück. Berechnend und intrigant stürzt er
die Familie Moor in ihr Unglück und stößt die Geschichte des Stückes überhaupt
erst an.
Der alte Moor, Adeliger aus Franken, hat zwei Söhne, Karl und Franz.
Während er Karl immer seine Liebe und sein Verständnis entgegenbrachte blieb
für Franz nichts anderes als die kalte Schulter. Seine Ehegattin, vermutlich
die Mutter der beiden jungen Adeligen, ist tot. Neben Amalia, seiner Nichte, wohnen
noch Bedienstete auf dem herrschaftlichen Gut, von denen namentlich Daniel,
älterer, aber sehr loyaler Diener und Hermann, Bastard eines Edelmannes genannt
sind.
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Weitere Nebencharaktere sind zum
Beispiel Spiegelberg und Schweizer, Mitglieder von Karls‛ Räuberbande und
diverse andere Räuber und Nebenpersonen.
Kurze Inhaltswiedergabe
Akt 1)
Das
Drama beginnt mit einer Intrige Franz‛ der Karls Verfehlungen, sein umtriebiges
und Sündhaftes Leben in Leipzig, nutzt um seinem Vater einen fingierten Brief
vorzulesen der Karl fälschlicher Weise als Jungfernschänder, Mörder und Dieb
bezichtigt. Daraufhin reagiert der alte Moor mit Trauer und möchte Karl mit
einen zeitweiligen Gunstentzug für seine Frevlereien strafen. Dies ist Franz zu
wenig, da Karl seinem Plan die Herrschaft zu übernehmen im Weg steht und
ändert die Nachricht in einen Bann um, mit der Warnung würde Karl zurückkehren,
käme er in das Gefängnis. Über diese Nachricht ist Karl so erschüttert das
seine bis dahin vorherrschende Reue über seine Umtriebigkeit in hass umschlägt
und er von seinen Trinkgefährten animiert wird eine Räuberbande zu gründen, den
Ungerechtigkeiten ein Ende zu setzen. Karl soll von nun an Hauptmann der Räuber
sein und führt seine Bande in die böhmischen Wälder.
Akt 2)
Nun
steht der Machtübernahme Franz‛ nur noch sein Vater im Weg, den er auf
intrigante Weise die seinesgleichen sucht aus dem Wege räumt:
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Des
Weiteren ergreift Franz die Chance so an Amalia heran zu kommen und lässt die
Worte überbringen Karl würde wollen, das Franz sich um Amalia kümmert. Amalia
jedoch zweifelt und rennt davon, verwirrt über Karls letzte Worte und letzten
Willen und zweifelnd über ihrer beider Liebe.
Karl
führt seinen Räuberhaufen von Plünderung zu Plünderung, während er jedoch nur
Sünder bestraft und seine Beute an die Armen verteilt, rafft seine Räuberbande
alles zusammen und scheut weder Gewalt noch hat sie Skrupel. Als ein Mitglied
seiner Räuber gefangen genommen wird und gehängt werden soll, befreit er
diesen, brennt dabei die Stadt nieder und verfällt, als er erfährt wie viele
unschuldige Opfer dieser Überfall gekostet hat in tiefste Verzweiflung. Kurz
bevor er davor ist die Räuberbande zu verlassen, werden sie von böhmischen
Truppen umstellt, was in Karl erneut Kampfgeist weckt und ihn vorerst von
seinem Vorhaben zu gehen abbringt.
Akt 3)
Franz
kämpft um Amalia und droht ihr sogar Gewalt an. Amalia jedoch kann sich vor
Franz retten und verjagt ihn mit einer Waffe. Daraufhin erscheint Herrmann und
offenbart Amalia die Intrige von Franz und deckt die Lüge auf, das weder Karl
noch ihr Onkel, der alte Moor, tot sind.
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seines Kampfgeistes kommt durch den Räuberanwärter Kosinsky. Der erzählt ihm
ein Adeliger zu sein, der einer Intrige zum Opfer gefallen ist und seine
Liebste Amalia verloren hat. Diese Parallelität zu Karls Leidensweg, auch wenn
er von einer Intrige nichts weiß, gibt ihm neuen Mut und er beschließt nach
Franken zurück zu kehren.
Akt 4)
Karl,
in Franken angekommen, gelangt unerkannt als Graf von Brand in das väterliche
Schloss und gibt sich niemandem zu erkennen. Als Franz in dem Grafen aber
seinen Bruder erkennt beschließt er ihn von dem langjährig treuen Hausdiener
Daniel vergiften zu lassen. Daniel jedoch traut sich dem Grafen an und erkennt
schließlich in ihm Karl. Karl entschließt nun kampflos das Feld zu räumen,
heimlich zu flüchten und Franz so den durch Intrigen errungenen Sieg zu
überlassen. Auf dem Weg nach draußen begegnet Karl Amalia und beide kommen in
ein Gespräch über ihre fernen Geliebten. Als Amalia ihm als Reaktion auf das
schändliche Leben des Grafen von Brands erzählt, das sie froh sei ihr Karl
würde so etwas niemals tun können zerbricht er und flieht zu seinen Räubern.
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Akt 5)
Die
angreifenden Truppen bemerkend erahnt Franz seine Niederlage und entgeht der
Rache Karls durch Selbstmord als letzte Lösung. Nach der Schlacht erkennen der
alte Moor und Amalia in dem Grafen Karl und begreifen, dass er der Hauptmann
dieser Räuberbande ist. Gegen jedes Verlangen weist Karl Amalia zurück, da er
wegen seiner Lebensschwüre an die Räuberbande gebunden ist und sich seiner
Rückkehr nicht würdig fühlt – zu viele Unschuldige mussten seinetwegen ihr
Leben lassen.
Auf
Amalias Drängen hin tötet er sie, da sie ohne ihn nicht Leben will und um sie
als „Beute“ nicht der Bande überlassen zu müssen. Als letzten Schritt sieht er
seine Gefangennahme als notwendig um für seine Taten zu büßen.
Epochenkontext
Den
Leitideen des Sturm und Drang standen die Selbsterfahrung, Befreiung des
Individuums und im Gegensatz zur Aufklärung die Betonung des Gefühls im
Mittelpunkt. Es war der allgemeine Aufruf sich von der Obrigkeit und der
Bevormundung durch den Klerus und die Lehnsherren zu lösen und sich ein eigenes
Leitbild, eine eigene Moral zu bilden.
Beispielhaft
hierfür stehen Karls andauernde Konflikte im Laufe des Dramas.
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