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Repräsentation des Bösen: Schillers Die Räuber und Kants Der Findling .docx

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Faculty
Human Science
Discipline
German
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Paper
University, School
Anna-Warburg-Schule Hamburg
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2011
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Repräsentation des Bösen

In:

Freidrich Schillers „Die Räuber“
&
Heinrich von Kleists „Der Findling“

Die Räuber

In dem fünf-Akte-Drama „Die Räuber“ tragen im Wesentlichen vier Charaktere zum Fortlauf des Stückes bei.

Der Adelige Karl Moor, in Leipzig studierender und etwas umtriebiger Lebemann, Sohn des „alten Moor“ und Bruder von Franz Moor. Karl ist unsterblich verliebt in Amalia, die zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder daheim in Franken verweilt.

Franz Moor, Karls Bruder, ist ständig in Franken und kümmert sich um seinen Vater. Er ist von hässlicher Gestalt und im Gegensatz zum emotional ausgereiften Karl, das rationale Gegenstück.

Berechnend und intrigant stürzt er die Familie Moor in ihr Unglück und stößt die Geschichte des Stückes überhaupt erst an.

Der alte Moor, Adeliger aus Franken, hat zwei Söhne, Karl und Franz. Während er Karl immer seine Liebe und sein Verständnis entgegenbrachte blieb für Franz nichts anderes als die kalte Schulter.

Seine Ehegattin, vermutlich die Mutter der beiden jungen Adeligen, ist tot. Neben Amalia, seiner Nichte, wohnen noch Bedienstete auf dem herrschaftlichen Gut, von denen namentlich Daniel, älterer, aber sehr loyaler Diener und Hermann, Bastard eines Edelmannes genannt sind.

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Weitere Nebencharaktere sind zum Beispiel Spiegelberg und Schweizer, Mitglieder von Karls‛ Räuberbande und diverse andere Räuber und Nebenpersonen.


Kurze
Inhaltswiedergabe

Akt 1)

Das Drama beginnt mit einer Intrige Franz‛ der Karls Verfehlungen, sein umtriebiges und Sündhaftes Leben in Leipzig, nutzt um seinem Vater einen fingierten Brief vorzulesen der Karl fälschlicher Weise als Jungfernschänder, Mörder und Dieb bezichtigt.

Daraufhin reagiert der alte Moor mit Trauer und möchte Karl mit einen zeitweiligen Gunstentzug für seine Frevlereien strafen. Dies ist Franz zu wenig, da Karl seinem Plan die Herrschaft zu übernehmen im Weg steht und ändert die Nachricht in einen Bann um, mit der Warnung würde Karl zurückkehren, käme er in das Gefängnis. Über diese Nachricht ist Karl so erschüttert das seine bis dahin vorherrschende Reue über seine Umtriebigkeit in hass umschlägt und er von seinen Trinkgefährten animiert wird eine Räuberbande zu gründen, den Ungerechtigkeiten ein Ende zu setzen.

Karl soll von nun an Hauptmann der Räuber sein und führt seine Bande in die böhmischen Wälder.

Akt 2)

Nun steht der Machtübernahme Franz‛ nur noch sein Vater im Weg, den er auf intrigante Weise die seinesgleichen sucht aus dem Wege räumt:

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Des Weiteren ergreift Franz die Chance so an Amalia heran zu kommen und lässt die Worte überbringen Karl würde wollen, das Franz sich um Amalia kümmert. Amalia jedoch zweifelt und rennt davon, verwirrt über Karls letzte Worte und letzten Willen und zweifelnd über ihrer beider Liebe.

Karl führt seinen Räuberhaufen von Plünderung zu Plünderung, während er jedoch nur Sünder bestraft und seine Beute an die Armen verteilt, rafft seine Räuberbande alles zusammen und scheut weder Gewalt noch hat sie Skrupel. Als ein Mitglied seiner Räuber gefangen genommen wird und gehängt werden soll, befreit er diesen, brennt dabei die Stadt nieder und verfällt, als er erfährt wie viele unschuldige Opfer dieser Überfall gekostet hat in tiefste Verzweiflung.

Kurz bevor er davor ist die Räuberbande zu verlassen, werden sie von böhmischen Truppen umstellt, was in Karl erneut Kampfgeist weckt und ihn vorerst von seinem Vorhaben zu gehen abbringt.

Akt 3)

Franz kämpft um Amalia und droht ihr sogar Gewalt an. Amalia jedoch kann sich vor Franz retten und verjagt ihn mit einer Waffe. Daraufhin erscheint Herrmann und offenbart Amalia die Intrige von Franz und deckt die Lüge auf, das weder Karl noch ihr Onkel, der alte Moor, tot sind.

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Den Impuls zu einem erneuten Auflodern seines Kampfgeistes kommt durch den Räuberanwärter Kosinsky. Der erzählt ihm ein Adeliger zu sein, der einer Intrige zum Opfer gefallen ist und seine Liebste Amalia verloren hat. Diese Parallelität zu Karls Leidensweg, auch wenn er von einer Intrige nichts weiß, gibt ihm neuen Mut und er beschließt nach Franken zurück zu kehren.

Akt 4)

Karl, in Franken angekommen, gelangt unerkannt als Graf von Brand in das väterliche Schloss und gibt sich niemandem zu erkennen. Als Franz in dem Grafen aber seinen Bruder erkennt beschließt er ihn von dem langjährig treuen Hausdiener Daniel vergiften zu lassen.

Daniel jedoch traut sich dem Grafen an und erkennt schließlich in ihm Karl. Karl entschließt nun kampflos das Feld zu räumen, heimlich zu flüchten und Franz so den durch Intrigen errungenen Sieg zu überlassen. Auf dem Weg nach draußen begegnet Karl Amalia und beide kommen in ein Gespräch über ihre fernen Geliebten.

Als Amalia ihm als Reaktion auf das schändliche Leben des Grafen von Brands erzählt, das sie froh sei ihr Karl würde so etwas niemals tun können zerbricht er und flieht zu seinen Räubern.

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Akt 5)

Die angreifenden Truppen bemerkend erahnt Franz seine Niederlage und entgeht der Rache Karls durch Selbstmord als letzte Lösung. Nach der Schlacht erkennen der alte Moor und Amalia in dem Grafen Karl und begreifen, dass er der Hauptmann dieser Räuberbande ist.

Gegen jedes Verlangen weist Karl Amalia zurück, da er wegen seiner Lebensschwüre an die Räuberbande gebunden ist und sich seiner Rückkehr nicht würdig fühlt – zu viele Unschuldige mussten seinetwegen ihr Leben lassen.

Auf Amalias Drängen hin tötet er sie, da sie ohne ihn nicht Leben will und um sie als „Beute“ nicht der Bande überlassen zu müssen. Als letzten Schritt sieht er seine Gefangennahme als notwendig um für seine Taten zu büßen.

Epochenkontext

Den Leitideen des Sturm und Drang standen die Selbsterfahrung, Befreiung des Individuums und im Gegensatz zur Aufklärung die Betonung des Gefühls im Mittelpunkt. Es war der allgemeine Aufruf sich von der Obrigkeit und der Bevormundung durch den Klerus und die Lehnsherren zu lösen und sich ein eigenes Leitbild, eine eigene Moral zu bilden.

Beispielhaft hierfür stehen Karls andauernde Konflikte im Laufe des Dramas.


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