VO 1: 18. März
2010
Letzte Stunde
am 1. Juli = Klausur (60 Minuten), 4 Fragen
Lernunterlagen
im UGO
Lehrbuch:
„Theorie der Erlösung – eine Einführung in die Religionsphilosophie“ (Peter
Strasser)
Große
Religionen wollen auf Lösung hinaus. Je mehr man das Wort „Lösung“ analysiert,
desto mehr „zerbröselt“ es, es wird unklar/umso weniger wissen wir darüber. Das
ist auch ein Kennzeichen für Religion. Außerdem behandeln wir auch das Thema
Atheismus. Keine Innerreligiöse Darstellung, sondern Blick von außen auf
Religion (traditionelle Ansichten). Fokussierung auf den Bereich christlicher
Themen (meist christliche Texte, keine afrikanische, buddhistische Religionstexte,
auch nicht besonders auf Koran bezogen). Einschränkung bezieht sich aber nur
auf Beispiele.
Themen:
Glauben
und Wissen: Unterschiede zwischen Glauben und
Wissen im sekularen Bereich (weltlichen Bereich, Bereich des Alltags),
gegenüber der Verwendung dieser Begriffe im religiösen Bereichs (ist teilweise
unterschiedlich).
Was sind
religiöse Tatsachen?
Ist ein
Wunder eine religiöse Tatsache? Religiöse Tatsachen werden als erklärbar
betrachtet, das Feld wird immer leerer, fällt weg. Wunder: Engel erscheint
Maria und verkündigt nach der Überlieferung, dass sie den Sohn Gottes gebären
wird. Dieses Ereignis setzt den Zeugungsakt nicht voraus (wie in der Realität),
unwahrscheinlich, dass Maria Jungfrau bleibt. Wissenschaftliche
Uminterpratation, oder Abschiebung als Märchen (nicht buchstablich nehmen),
höchstens noch metaphorische Umschreibung.
Existenz Gottes:
Was bedeutet
es, zu behaupten, dass Gott existiert oder nicht existiert. Probleme des
Gottesbeweises bzw. der Negation.
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In
Hochreligionen (Christentum, Islam, Judentum) wird vorausgesetzt, dass Gott
vollkommen ist, darüber hinaus gibt es nichts Vollkommeneres. Wenn es ein
vollkommenes Wesen gibt, resultieren daraus Probleme. Was ist die Eigenschaft
absolut vollkommen zu sein? Was bedeuten solche Eigenschaften (allgütig,
gerecht)? Wie lassen sich die Eigenschaften alle gleichzeitig behaupten, ohne
in Widersprüche zu geraten?
Problem
des Übels:
Welt voller
Übel, philosophische Tradition (Theodizee) – Versuch die Übel der Welt zu rechtfertigen.
Religiöse
Metaphern
Glaube und
Irrationalität:
Im 19. JH im
Zuge der Aufklärung die Ansicht, dass eigentliche Glaubensinhalte irrational
sind. Rationaler Zugang unmöglich (Kierkegaard).
Gott und
unser Gehirn:
Fülle von
neurophysiologischen Befunden die meinen, dass Gottesidee Art von Illusion ist,
der wir nicht entkommen können, weil sie in unseren Gehirnen „steckt“.
Gibt es
ein Leben nach dem Tod?
Was kann
damit gemeint sein? Wie ist dieser Begriff explizierbar?
Frage der Interpretation von religiösen Texten:
Wie
interpretiert man religiöse Texte? Aus Überlieferungen heraus folgen spezifische
Probleme, sonst bräuchten wir keine Religionsphilosophische Vorlesung.
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es steckt noch was Anderes dahinter: Frage des Zölibats steht
dahinter. Auch in normalen Familien passiere Kindesmissbrauch, obwohl die kein
Zölibat praktizieren à kein gutes Argument. Der Verdacht, dass das zölibatäre Leben eine
Ursache für den Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche ist, die dominant dafür
verantwortlich ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Zölibat ist ein Dogma,
darüber sollte man nicht hinweg.
Was ist das
eigentliche Problem des Zölibats? Wie kann man es begründen? Worauf basiert es?
Es muss immer
eine Grundlage irgendwo in einem Text der Glaubenslehre geben.
Interpretation:
Wo finden wir
die Glaubenslehre? 2 Formen von Texten:
·
Basisdokumente
(zB Bibel: AT (zT identisch mit jüdischer Bibel) und NT): hinter den Basisdokumenten
steckt eine „Offenbarung“ (göttliche Mitteilung – Propheten schreiben Wort Gottes
nieder).
·
Lehramtliche Tradition tritt hinzu und erweitert den Bereich der Glaubenslehre und –dogmen
(1950: Leibhaftige Aufnahme Marias in den Himmel (nicht nur Seele), spätes Dogma;
aber gehört zu den Glaubenssätzen und muss von gläubigen Katholiken geglaubt
werden).
Mehrere
Arten der Interpretation solcher Dokumente:
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absolute Zeitangaben sind kosmologisch gesehen nutzlos; sie bekommen erst Sinn,
wenn man Raum-Zeit-System hat, aber das gab es ja damals noch nicht. Problem
der wörtlichen Auslegung: Einige Aussagen sind falsch,
aufgrund eines Hintergrunds von neuem naturwissenschaftlichen Wissens und
zweitens, einige Aussagen sind unsinnig wenn man sie wörtlich
nimmt. Texte sind auch oft unsinnig, weil sie historisch stark gebunden sind
und man wissen muss, was hinter dem Text steckt. Beispiel: Im AT
gibt es ein Buch, dass „Levitikus“ heißt (ist auch Teil der jüdischen Bibel im
Pentateuch): Frage, was gegessen werden darf und was nicht. Reine und unreine
Tiere. In Levitikus 11, Verse 20 und folgende (Lev11, 20ff): Kleine geflügelte
Tiere mit vier Füßen seien ein Gräuel, nur die mit Schenkel dürfen gegessen
werden (die springen können) - Heuschrecken; Insekten haben aber sechs Füße.
Wenn man Buchstabengläubig wäre, hätte das keinen Sinn, weil es keine
vierfüßigen Flügelinsekten gibt à der Hintergrund muss einem klar sein.
Reinheitsvorschriften heute nicht mehr aktuell.
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Zölibat: Ist das Zölibat biblisch
gerechtfertigt? Nein, weil es sich erst im Laufe der Tradition entwickelt hat. 1.
Paulusbrief an Timotheus: Der Bischof muss untadelig sein, der Mann nur
einer Frau, nüchtern, besonnen etc. Aber es ist keine Rede davon, dass er
zölibatär leben soll. Es gibt Stellen, da sagt Paulus, dass es besser wäre,
alleine zu leben, aber wenn es schon sein muss, dann mit einer angemessenen
Frau und nicht mit einer Dirne. In Levitikus: Keine Dirne oder
Entehrte, oder von ihrem Mann geschiedene Frau heiraten. Aber sonst leben
Priester mit Frauen zusammen. Lev 21, 13: Hohepriester muss
Jungfrau nehmen; Witwe, Geschiedene, Entehrte, Dirne nicht erlaubt. Aus
Basistexten kann man nicht ableiten, dass Priester zölibatär leben sollen, das
entstand erst in der lehramtlichen Tradition. Gründe: Katholische
Tradition beinhaltet Element der Sexualfeindlichkeit (Weibliches = Böses),
Männer wie Paulus wollten/brauchten keine Sexualität; er meinte aber, dass
andere Menschen auch Bedürfnisse haben könnten. Auch erbrechtliches Motiv setzt
sich durch, weil durch zölibatäres Leben die Priester keine Familie hatten,
also ihr Vermögen an die Kirche zurückging. Gemeindedienstliche Motiv: Priester
die keine Frau haben, können sich besser um die Gemeinde bemühen, als Leute,
die eine Familie haben (Widerlegung: zB die Protestanten, können auch gut für Gemeinde
sorgen).
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