Regionale
Innovationssysteme:
Die Fallstudie
Baden-Württemberg.
Christian-Albrechts-Universität
zu Kiel
Geographisches
Institut
WS 08/09
Begleitseminar
Humangeographie I
bei Claudia Klaerding
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
3
2.
Der Begriff Innovation
3
3.
Regionale Innovationssysteme
4
3.1.
Definition
4
3.2. Vorteile
6
3.3. Ziele
7
3.4. Merkmale einer Region als Voraussetzung für ein regionales 8
Innovationssystem
3.5. Klassifikation nach Cooke 8
3.6. Kritik 11
4.
Die Fallstudie Baden-Württemberg 11
4.1. Aktuelle Situation 12
4.2. Zukunft 13
5.
Fazit 14
Literaturverzeichnis
1.
Einleitung
In der Wirtschaftsgeographie tritt immer wieder die Frage
auf, warum einige Regionen trotz gleicher Grundvoraussetzungen wirtschaftlich
erfolgreicher sind, als andere Regionen. Einige Wissenschaftler nennen als
Grund dafür das Konzept des regionalen Innovationssystems.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, dem Leser
eine Übersicht über die grundlegenden Begriffe und Zusammenhänge des Konzeptes
des regionalen Innovationssystems zu erklären.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem
Begriff der Innovation, welcher die Basis für das Verständnis der folgenden
Erklärungen ist.
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Im letzten Teil der Arbeit werden die vorangehenden
Erläuterungen anhand der Fallstudie Baden-Württembergs nochmals verdeutlicht.
2. Der Begriff Innovation
Innovationen sind ein wesentliches Resultat regionaler
Innovationssysteme. Daher wird der Begriff der Innovation im Folgenden
erläutert, um danach das Konzept regionaler Innovationssysteme verständlich
erklären zu können.
Im Allgemeinen steht der Begriff Innovation für die
Erneuerung durch Anwendung neuer Verfahren und Techniken.
Der Begriff Innovation ist ein neutraler, nicht wertender
Begriff, da es sich sowohl um negative als auch positive Erneuerungen handeln
kann.
In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wird der
Prozess der Innovation jedoch ausschließlich im positiven Sinne gebraucht.
Unter Innovation versteht man die praktische Anwendung
neu erworbenen technischen und organisatorischen Wissens in neue oder
verbesserte Produkte, Produktionsverfahren oder Organisationsformen. Der
überwiegende Anteil von Innovationen resultiert aus neuartigen Kombinationen
bereits bekannter Produkte und Verfahren.
Das Hauptziel von Innovationen ist die Erhaltung
beziehungsweise die Erhöhung oder auch Wiederherstellung der
Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
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Prozessinnovationen werden neue Verfahrensweisen zur Herstellung bekannter
Produkte gefunden (Schröder 2006, S. 60).
3. Regionale Innovationssysteme
Das Konzept des regionalen Innovationssystems ist aus den
früheren wissenschaftlichen Ansatz des nationalen Innovationssystems
hervorgegangen. Bei einem nationalen Innovationssystem handelt es sich um ein
Netzwerk von Institutionen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, dessen
Aktivitäten und Interaktionen neue Technologien hervorbringen, importieren,
modifizieren oder weiterverbreiten (Freemann 1987, S. 1).
Außerdem weist ein regionales Innovationssystem
Überschneidungen zu den regionalwissenschaftlichen Ansätzen des Innovativen
Milieus, des Clusters, der Lernenden Region und dem Industriedistrikt auf.
Das wesentliche Element der regionalen
Innovationssysteme, das Hervorbringen von Innovationen, spielt bei den zuvor
erklärten Ansätzen aber eine eher untergeordnete Rolle (Böhn 2006, S. 55).
Im folgenden Kapitel wird nun der Begriff des regionalen
Innovationssystems definiert.
3.1. Definitionen
In der Wirtschaftsgeographie haben sich die
Wissenschaftler im Falle der regionalen Innovationssysteme noch nicht auf eine
einheitlich klare Definition geeinigt.
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Seine im Jahr 2004 formulierte Definition lautet:
“A regional innovation system consists of
interacting knowledge generation and exploitation sub-systems linked to global,
national and other regional systems for commercialising new knowledge.“
Heidenreich (2004, S. 367) leitete aus dieser Definition
ab, dass ein regionales Innovationssystem als ein (lokalisiertes) System zur
Generierung und wirtschaftlichen Verwertung von Wissen anzusehen ist, das
grundsätzlich „offen“ ist, also Verbindungen zu anderen Systemen auf gleicher
oder höherer Ebene aufweist.
Cooke unterteilt ein regionales Innovationssystem in zwei
Subsysteme, zum einen in das Subsystem der Wissensanwendung und Nutzung (exploitation
subsystem)und zum anderen das Subsystem der Wissensgeneration und
Wissensdiffusion (“knowledge generation sub-system“) (Abb.1).
Das System der Wissensanwendung und Nutzung besteht aus
industriellen Unternehmen sowie ihren Kunden, Auftragsnehmern,
Kooperationspartnern und Kunden, die untereinander vernetzt sind. Das System
der Wissensgeneration und Wissensdiffusion besteht aus öffentlichen oder
nicht-kommerziellen Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Zwischen diesen
beiden Subsystemen kommt es zu einer Zirkulation von Wissen, Ressourcen und
Humankapital. Neben einer spezifischen regionalen sozioökonomischen und
kulturellen Einbettung verfügt ein regionales Innovationssystem über zahlreiche
externe Kontakte zu
z.B. anderen Innovationssystemen, nationalen
Organisationen oder Politikinstrumente der EU.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abb. 1 Regionales
Innovationssystem (Quelle:
Cooke et al. 2000, S. 104)
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Ein Innovationssystem bringt der betreffenden Region
viele Vorteile, die im nächsten Kapitel beschrieben werden.
3.2. Vorteile
Die Vorteile eines regionalen Innovationssystems sind
folgende:
- Innerhalb eines regionalen
Innovationssystems finden Unternehmen in direkter räumlicher Nähe andere
fachlich kompetente, vertrauenswürdige und kooperationsbereite Unternehmen
sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Innovationskooperationen.
- Die in der Region ansässigen
Finanzinstitute stellen technologieorientierten Existenzgründern
(Startups) und anderen jungen Unternehmen Risikokapital in einem großen
Umfang zur Verfügung.
- Die unmittelbare Nähe zu Kunden und
Unternehmenszulieferern ermöglicht es den Unternehmen diese leicht in
Forschungs- und Innovationsprojekte einzubinden, eine flexible Anpassung
ist möglich.
- Bei Bedarf können Unternehmen direkt vor
Ort auf kompetente Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Beschäftigten
zurückgreifen, da ein „Arbeitskräftepool“ vorhanden ist.
- Durch die bestehende Nähe zwischen den
ansässigen Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und der Kommunalpolitik ist
eine schnelle Kommunikation möglich und auftretende Probleme können so
leicht gelöst werden (Gerstlberger 2004).
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