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Psychologische Forschungsmethodik II - Auswir[...].doc ®
Faculty
Social Science
Discipline
Psychology
Document category
Final thesis
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
Additional information
2006
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Aufbauend auf die Vorgängerstudie von Macht et al. (2002) zum Einfluss qualitativ unterschiedlicher Emotionen auf das Essverhalten bei Männern, soll Ziel dieser Untersuchung sein, Geschlechtsunterschiede im emotionsinduzierten Essverhalten von Schokolade hervorzuheben. Ausgehend von den Ergebnissen, dass Männer den Appetit und den Geschmack von Schokolade im fröhlichen Zustand besser bewerten als im traurigen, vermuten wir einen konträren Effekt bei Frauen. Weiters wird vermutet, dass Frauen Schokolade generell besser bewerten als Männer und dass sie bei Männern unabhängig von der Gemütslage anregender wirkt als bei Frauen.

Durch zwei unterschiedliche Filmclips werden bei einer Stichprobe von n = 120 die Zielemotionen joy und sadness induziert, anschließend werden Ratings bezüglich des Gemütszustandes, des Appetits, des Geschmacks sowie der Affektiven Reaktionen auf Schokolade abgegeben. Bei der statistischen Auswertung mittels drei dreifaktorieller Varianzanalysen werden hypothesenkonform bei Appetit und Geschmack ein signifikanter Haupteffekt Geschlecht sowie eine zweifache Interaktion zwischen Geschlecht und Emotionsqualität erwartet.

Bei den affektiven Reaktionen wird ebenfalls ein signifikanter Haupteffekt Geschlecht angenommen, eine Interaktion wird ausgeschlossen.

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Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die sich mit der Auswirkung von Emotionen auf das Essverhalten beschäftigt haben.

Es wurde hauptsächlich mit Schokolade gearbeitet, da es sich hierbei um ein einzigartiges Ernährungsmittel mit besonderen Inhaltsstoffen handelt, das von der Mehrheit gemocht und sehr häufig konsumiert wird. Nachdem Schokolade im Vergleich zu anderen Süßigkeiten wie Vanille nur schwer ersetzt werden kann, entsteht auch ein größeres Verlangen danach (Polivy, Coleman und Herman, 2005).

In der Schokolade finden sich mehr als 300 Inhaltsstoffe, die teils anregende bzw. beruhigende Wirkung haben. Mit dem Griff zur Schokolade sorgen wir dafür, dass der Serotoninspiegel im Gehirn und damit verbunden unsere Stimmung ansteigt, Stimmungsschwankungen reduziert und Glücksgefühle ausgelöst werden.

Schokolade enthält außerdem die Substanz Phenylethylamin, die vermehrt im Blut zu finden ist, wenn wir uns verlieben. Phenylethylamin ist aufgebaut wie die körpereigenen Muntermacher Dopamin und Adrenalin. Sie steigern die Pulsfrequenz, erhöhen den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, machen also wach und bereiten uns auf Aktivität vor.

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Der Grund dafür sind die vorwiegend in der dunklen Schokolade enthaltenen Flavanole (Antioxidantien), welche die Fähigkeit besitzen, Zell-Struktur angreifende Substanzen, so genannte freie Radikale, zu neutralisieren (Dunkle Schokolade, 2005).

Eine Untersuchung von P. Rozan (zitiert nach Schokolade. Die süße Versuchung, 1999) ergab, dass die Ursache für den Geschlechtsunterschied in den hormonellen Vorgängen während der Menstruation liegt. Das weibliche Hormon Östrogen, das verstärkt nach der Ovulation ausgeschüttet wird, erhöht die stimmungsaufhellende Wirkung der Schokolade, jedoch sinkt nach dem Eisprung der Serotoninspiegel im Körper langsam und kurz vor der Menstruation sogar stark ab.

Die Folge sind wechselnde Stimmungen, Schwermut, Reizbarkeit usw., die von der Schokolade zumindest zum Teil ausgeglichen werden können (Schokolade. Die süße Versuchung, 1999). Generell trösten sich Frauen häufiger mit Süßem. Männer hingegen essen bevorzugt Süßes, wenn sie gute Laune haben (Dube, LeBel und Lu, 2005).

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In dieser Arbeit richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die beiden Basisemotionen Traurigkeit (sadness) und Fröhlichkeit (joy). Allgemein führt sadness im Vergleich zu joy zu einer Verlangsamung der motorischen Aktivität und somit zu einem niedrigerem Arousal, welches infolgedessen den Hunger steigert.

Bei joy kommt es zu einem höherem allgemeinen Erregungsniveau und somit Hungerverminderung (Robins & Fray,1980; Greeno & Wing,1994; Krebs et.al, 1996; zitiert nach Macht et al., 2002, S.148).

Nachdem Frauen Emotionen anders ausdrücken und regulieren als Männer, tendieren sie eher dazu, sich auf negative Affekte zu fokussieren und sich länger mit ihnen zu beschäftigen, was folglich zu einem länger andauernden, niedrigerem Arousal und damit verbunden zu einer gesteigerten Nahrungsaufnahme führt.

Somit weist das weibliche Geschlecht eine höhere Neigung zu emotionsregulierendem Essen während der Bedingung „sadness“ auf. Im Gegensatz dazu wenden sich Männer von negativen Emotionen ab, um sich positiven zu widmen. Während unter der Bedingung „joy“ die steigende Motivation zur Nahrungsaufnahme darin besteht, den Geschmack zu genießen (hedonic eating), wird unter der Bedingung „Sadness“ vermehrt gegessen, um den negativen Gemütszustand zu bewältigen, welcher sich vor allem bei Frauen durch schnelles Essen (impulsive eating) äußert (Macht, 1999).

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Es konnte gezeigt werden, dass Männer am meisten Appetit und die positivste Bewertung der Schokolade nach induzierter Fröhlichkeit abgaben. Basierend auf dieser Vorgängerarbeit möchten wir untersuchen, wie Frauen in fröhlichen (joy) bzw. traurigen (sadness) Gemütszuständen den Appetit und Geschmack der Schokolade bewerten.

Dabei stellen wir uns folgende Fragen: Gibt es wirklich geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich des Appetits und der Bewertung der Schokolade generell und/oder in den induzierten Gefühlszuständen? Aus den Ergebnissen vorangegangener Untersuchungen nehmen wir an, dass Frauen generell mehr Appetit auf Schokolade haben bzw. sie besser beurteilen als Männer.

Weiters nehmen wir an, dass Frauen Schokolade im traurigen und Männer im fröhlichen Gemütszustand besser beurteilen. Frauen haben mehr Appetit auf Schokolade und bewerten diese hinsichtlich ihres Geschmacks auch besser.

Methode

Wir erweitern die Untersuchung von Macht et al. (2002) und führen Sie als quasiexperimentelle Laboruntersuchung sowohl bei Männern als auch bei Frauen durch.

Design

Bei der Art des Versuchsplans handelt es sich um ein dreifaktorielles 2 x 2 x 2 Design mit 1 within und 2 between subject factors.

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